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Inflationsrate im Euroraum steigt im März auf 2,5% - wann kommen die Zweitrundeneffekte?

Ulrike Kastens © DWS

Im März sind die Lebens­haltungs­kosten im Euro­raum deutlich auf 2,5% gestiegen, vor allem weil sich Energie im Vor­jahres­ver­gleich um 4,9 Prozent verteuerte. Besonders die Preise für Diesel und Benzin legten in den meisten Ländern zum Teil zwei­stellig zu. Von anderen Gütergruppen gingen dagegen dämpfende Effekte auf die Inflations­rate aus. Nahrungs­mittel­preise verzeichneten einen geringeren Anstieg im März von 2,4%, und die Kernrate ging ebenfalls von 2,4% im Februar auf 2,3% im März zurück. 

Wie geht es weiter? Einige Länder haben bereits fiskalische Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise beschlossen. In Spanien und Italien sind die Preise für Diesel und Benzin daher bereits gesunken, was sich entlastend auf die Inflationsrate im April auswirken sollte. Die Gaspreise reagieren hingegen mit Verzögerung, da die privaten Haushalte in den meisten Länder langfristige Verträge abgeschlossen haben. Hinzu kommt jedoch der Beginn der Reisesaison. Einige Reiseziele dürften gemieden werden, wodurch sich die Preise für Flugtickets und Pauschalreisen im Euroraum erhöhen dürften. Auch Unternehmen könnten angesichts steigender Kosten schnellere Preiserhöhungen durchsetzen. Je länger der Krieg im Nahen Osten dauert und die Straße von Hormus de facto geschlossen ist, desto größer wird das Risiko von Zweitrundeneffekten. 

Auf der EZB-Konferenz hat EZB-Präsidentin Lagarde die Reaktionsfunktion der Notenbank nochmals verdeutlicht: Nicht der Energiepreisschock an sich ist entscheidend, sondern die sich daraus ergebenden möglichen Zweitrundeneffekte für die Inflation. Vor diesem Hintergrund erwarten wir keine geldpolitischen Schnellschüsse der EZB. Abwarten ist für uns derzeit immer noch die beste Option.

www.fixed-income.org 

 

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