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Insolvenzverwalter übereignet MS Deutschland an US-Käufer

Kaufpreis liegt deutlich über Wertschätzung, rund Hälfte der Besatzung akzeptiert Übernahmeangebot

Der Insolvenzverwalter der MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft, Reinhold Schmid-Sperber, hat das Kreuzfahrtschiff MS Deutschland heute vor Gibraltar an seinen Käufer aus den USA übereignet. Der Erwerber wird aufgrund vertraglicher Stillschweigevereinbarungen genauso wenig genannt wie der erzielte Kaufpreis.

Der gemeinsame Vertreter der Anleihegläubiger der Beteiligungsgesellschaft, die STU Management Partners GmbH, sowie der Gläubigerausschuss hatten dem Verkauf bereits im Vorfeld zugestimmt. Der Kaufpreis liegt deutlich über den Prognosen renommierter Schiffsmakler. Diese hatten den Wert der MS Deutschland zuletzt auf maximal 13,7 Mio. Euro taxiert.

Insolvenzverwalter Reinhold Schmid-Sperber warnt, aus der Höhe des nun erzielten Verkaufserlöses Rückschlüsse auf die spätere Insolvenzquote zu ziehen. "Von dem Kaufpreis müssen wir zunächst Verbindlichkeiten in erheblicher Höhe begleichen, die aus dem Unterhalt des Schiffes herrühren," so Schmid-Sperber. Dazu zählten etwa Kosten für den Schiffsunterhalt der letzten Monate, aber auch Kosten zur Ablösung von Schiffspfandrechten und für Maklercourtage.

Mit allen Mitgliedern der Stammbesatzung wurde über Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten gesprochen. Rund die Hälfte hat ein Angebot des Käufers angenommen. Der anderen Hälfte der Besatzung wird fristgerecht gekündigt. Sie wird durch neue, bereits vertraglich verpflichtete Crewmitglieder ersetzt.

In welcher Form die MS Deutschland zukünftig eingesetzt wird, ist allein Sache des Erwerbers. Medienberichte, wonach die MS Deutschland beispielsweise als Wohnschiff in Ägypten eingesetzt werden soll, entsprechen jedoch nicht den Tatsachen. Der Insolvenzverwalter wird ansonsten keine weiteren Auskünfte zum zukünftigen Einsatz der MS Deutschland geben.

www.fixed-income.org
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