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Rekordhohe Goldpreise verschieben die Nachfrage

Louise Street © World Gold Council

Der aktuelle „Gold Demand Trends" Report des World Gold Council für das erste Quartal 2026 zeigt, dass die gesamte viertel­jährliche Gold­nachfrage (ein­schließ­lich OTC) 1.231 Tonnen erreichte – ein Anstieg von 2% gegenüber dem Vorjahr. Während die Nach­frage­menge moderat wuchs, kletterte der Wert der Nach­frage auf ein Rekord­hoch von 193 Milliarden US-Dollar und lag damit 74% über dem Vorjahreswert.

Weltweit ließen sich Privatanleger von der Preisdynamik des Goldes und seiner Rolle als sicherer Hafen anziehen, was die Nachfrage nach Barren und Münzen um 42% gegenüber dem Vorjahr auf 474 Tonnen trieb. Die Nachfrage in China sprang um 67% gegenüber dem Vorjahr auf einen Rekordwert von 207 Tonnen und übertraf damit den bisherigen Quartalsrekord von 155 Tonnen aus dem zweiten Quartal 2013 deutlich. Auch andere asiatische Märkte, darunter Indien, Südkorea und Japan, verzeichneten steigende Käufe von Barren und Münzen und trugen damit zum anhaltenden strukturellen Wandel der Goldnachfrage bei. Zusätzlich wurde die Nachfrage durch starkes Wachstum in den USA (+14%) und Europa (+50%) gestützt.

Die Nachfrage nach physisch hinterlegten Gold-ETFs blieb im ersten Quartal positiv: Die Bestände wuchsen um 62 Tonnen, gestützt durch die anhaltende Stärke asiatischer Fonds, die im Quartalsverlauf 84 Tonnen zulegten. Nennenswerte Abflüsse im März, mehrheitlich aus in den USA notierten Fonds, dämpften indes den bis dahin sehr starken Jahresauftakt.

Angesichts anhaltend hoher Preise brach die Schmucknachfrage deutlich ein und fiel um 23% gegenüber dem Vorjahr auf 300 Tonnen. In allen wichtigen Märkten schwächte sich die Nachfrage ab, insbesondere in China (-32%), Indien (-19%) und im Nahen Osten (-23%). Wertmäßig legte die Schmucknachfrage jedoch zu, was auf eine anhaltende Zahlungsbereitschaft der Konsumenten trotz Rekordpreisen hindeutet. Marktanalysen deuten darauf hin, dass ein Teil der Schmucknachfrage in die Nachfrage nach Barren und Münzen übergegangen ist, insbesondere in Märkten wie China und Indien, wo Schmuck auch als Anlageform gilt.

Die Zentralbanken stützten die Gesamtnachfrage weiterhin und stockten ihre Reserven im ersten Quartal um 244 Tonnen auf. Die Käufe übertrafen sowohl das Vorquartal als auch den Fünfjahresdurchschnitt, trotz eines Anstiegs der Verkäufe durch einige Institutionen des öffentlichen Sektors, darunter die Zentralbank der Republik Türkei, die Zentralbank der Russischen Föderation sowie der Staatliche Ölfonds der Republik Aserbaidschan. Das Marktgeschehen im Quartalsverlauf unterstrich die besondere Rolle von Gold als unverzichtbarer Reservewert, der auch in Zeiten extremer Marktturbulenzen zugänglich bleibt.

Das gesamte Goldangebot stieg im Jahresvergleich um 2% auf 1.231 Tonnen. Die Minenproduktion erreichte einen neuen Rekord für ein erstes Quartal, während das Recycling trotz des hohen Preisniveaus moderat um 5% zulegte. Dies deutet auf eine verhaltene Angebotsreaktion und insgesamt engere Marktbedingungen hin.

Louise Street, Senior Markets Analyst beim World Gold Council, kommentiert:
„Gold zeigte sich 2026 deutlich volatiler: Die Preise kletterten im Januar auf über 5.400 US-Dollar je Unze, bevor eine merkliche, wenn auch begrenzte Korrektur einsetzte. Das Zusammenspiel aus Preisdynamik und gestiegenen geopolitischen Risiken befeuerte die Investmentnachfrage, vor allem in Asien, wo Anleger Zuflucht in physischem Gold suchten. Taktische Verkäufe wurden dabei durch die anhaltenden Käufe der Zentralbanken aufgewogen.

Mit Blick nach vorn dürfte die geopolitische Risikoprämie die Investmentnachfrage weiterhin stützen, während ein längerfristig hohes Zinsniveau vor allem in westlichen Märkten als Gegenwind wirken könnte. Die Schmucknachfrage dürfte wertmäßig robust bleiben, auch wenn das hohe Preisniveau auf die Mengen drückt. Auf der Angebotsseite wird ein moderates Wachstum der Minenproduktion erwartet, wobei mögliche Energieengpässe diesen Ausblick eintrüben könnten."

World Gold Council
Als Mitgliederorganiation setzen wir uns für die strategische Bedeutung von Gold ein und treiben den Wandel hin zu einer verantwortungsvollen und transparenten Lieferkette voran. Unser Expertenteam ermöglicht durch vertrauenswürdige Forschung, Analysen, Kommentare und Einblicke ein Verständnis der Anwendungsfälle und Möglichkeiten von Gold. Wir treiben den Branchenfortschritt voran, gestalten Richtlinien und setzen Standards für einen fortwährenden und nachhaltigen Goldmarkt.

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