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„Wir möchten innerhalb von zwei Jahren von 200 Mio. Euro Umsatz auf etwa 250 Mio. Euro bis 270 Mio. Euro wachsen“, Fritz Homann, Homann Holzwerkstoffe GmbH

Die Homann Holzwerkstoffe GmbH hat ihre Anleihe um 25 Mio. Euro auf 100 Mio. Euro aufgestockt und ist vom Entry Standard für Anleihen in den Prime Standard gewechselt. Die Mittel werden in voller Höhe in das Werk in Krosno investiert. Mit den höheren Kapazitäten möchte die Gesellschaft kräftig wachsen, wie Geschäftsführer Fritz Homann im Gespräch mit dem BOND MAGAZINE erläutert.

BOND MAGAZINE:
Bitte erläutern Sie Ihre aktuelle Geschäftsentwicklung.

Homann: Für das erste Quartal 2014 liegen wir im Plan. Dies sowohl beim Umsatz als auch beim Ertrag. Alle Werke sind voll ausgelastet, wir arbeiten also an der Kapazitätsgrenze.

BOND MAGAZINE:
Können Sie schon einen Ausblick für das Gesamtjahr 2014 geben? Welcher Umsatz und welches Ergebnis sind zu erwarten?

Homann: Für 2014 erwarten wir einen Umsatz von über 200 Mio. Euro und ein EBITDA von rund 18 Mio. Euro. Damit sollten wir in diesem Jahr beim Umsatz um rund 15% wachsen, beim Ergebnis deutlich stärker.

BOND MAGAZINE: Welche Wachstumstreiber sehen Sie in der Branche?

Homann: Wir sind als direkter und indirekter Zulieferer der Bauindustrie von der Entwicklung der Konjunktur abhängig. Wenn mehr gebaut oder renoviert wird, werden auch mehr Möbel nachgefragt. Wir erzielen etwas 50% des Umsatzes mit der Möbelindustrie, 30%-35% mit der Türenindustrie, den restlichen Umsatz erzielen mit der Automobilindustrie und im Holzhandel. Zurzeit haben wir konjunkturell eine recht starke Entwicklung. Ein zweiter Wachstumstreiber ist für uns der Trend zu Leichtbaumöbeln, also weg von der massiven Spanplatte, hin zur sogenannten Wabenkonstruktion. Dabei benötigt man um die Waben abzudecken von beiden Seiten eine Platte, die sehr dünn ist.<s> </s>Da wir auf sehr dünne Platten spezialisiert sind, profitieren wir von diesem Trend.

BOND MAGAZINE: Wer sind Ihre wichtigsten Mitbewerber?

Homann: Heute haben wir eigentlich mehr Wettbewerb um den Rohstoff Holz, als um den Kunden, daher sind praktisch alle Unternehmen unsere Mitbewerber, die Holz benötigen. Für unsere Industriekunden, wie beispielsweise Küchenhersteller, sind Pünktlichkeit und Qualität von besonderer Bedeutung. Natürlich haben wir dabei auch Mitbewerber. Im Handelsbereich haben wir andere Mitbewerber als bei komplizierteren Möbelteilen. Ein starker Mitbewerber bei MDF-Platten ist Egger Holzwerkstoffe. Im Handelsbereich sind es eher Pfleiderer und Kronospan. 

BOND MAGAZINE: Sie haben Ihre Anleihe erneut um 25 Mio. Euro auf 100 Mio. Euro aufgestockt. Wie möchten Sie die Mittel aus der Aufstockung verwenden?

Homann: Wir haben Mitte 2012 einen neuen Standort in Krosno, Polen, erworben. Dabei handelt es sich um ein altes Plattenwerk. Wir sind dabei das Werk zu integrieren, das heißt die Verwaltung anzupassen, die EDV-Anbindung zu optimieren und auch das Management auszutauschen. Wir haben am Standort bereits kräftig in den Bereich Veredelung und Nachbearbeitung investiert. An diesem Standort werden wir ein weiteres großes Rohplattenwerk bauen, um den Bedarf durch die Wabenbauweise bei Möbeln zu decken. Die 25 Mio. Euro gehen in voller Höhe in den Ausbau des Werkes in Krosno. Wir haben also nicht, wie viele andere Anleiheemittenten, unsere Bankverbindlichkeiten mit der Anleihe abgelöst. Unsere Bankpartner sind nach wie vor an Bord.

BOND MAGAZINE: Wie hoch ist der Umsatz, den Sie mit Ihren größten Kunden erzielen?

Homann: Die klassische Umsatzpyramide trifft auch auf uns zu. Wir erzielen mit den 60 größten Kunden ca. 75%-80% des Umsatzes.

BOND MAGAZINE:
Und der größte Kunde?

Homann: Mit unserem größten Kunden erzielen wir knapp 20% des Umsatzes. Dieser Kunde ist ein international agierender Möbelproduzent.

BOND MAGAZINE: Wie stark sind Sie von Preisschwankungen bei Holz und Leim abhängig und können Sie sich dagegen hedgen?

Homann: Wir haben ausschließlich B2B-Kunden, d.h. unsere Kunden benötigen Holz und kennen auch die Preisentwicklung.

BOND MAGAZINE: Gibt es dann Preisanpassungsklauseln
?

Homann: Mit vielen Kunden haben wir Preisanpassungsklauseln, die sich am Rohstoffpreis orientieren. Dies geht natürlich in beide Richtungen. Die Holzpreisentwicklungen in Polen unterscheiden sich dabei recht deutlich von denen in Deutschland. Denn in Polen ist ca. 98% des Waldes in Staatsbesitz. Wir sind in Polen ein langjähriger und großer Staatskunde. Die Preisschwankungen bei Holz sind in Polen sehr viel moderater als in Deutschland. Preisschwankungen haben i.d.R. eine Größenordnung von 2%-5%, dies kann man am Markt problemlos kommunizieren. In Deutschland ist das ganz anders. 60% der Waldfläche ist in Deutschland in Privatbesitz. Private Waldbesitzer sind in Deutschland in den meisten Fällen wirtschaftlich nicht von dem abhängig, was sie an Holz ernten, sondern sie haben ein anderes Haupteinkommen. Private Waldbesitzer verkaufen oftmals nicht zu niedrigen Preisen sondern lassen die Bäume weiter wachsen. Dies führt natürlich zu stärker schwankenden Preisen. Gegen diese Preisschwankungen kann man nicht hedgen. Wir können aber die Preise zeitversetzt für unsere Fertigprodukte anpassen. Die Preisentwicklungen beim Leim sind abhängig von Methanolpreisen und Erdgaspreisen. Hierfür gibt es Weltmarktpreise, die transparent sind. Entsprechend gibt es hier Preisanpassungsklauseln.

BOND MAGAZINE:
Die Anleihe macht mit einem Volumen von 100 Mio. Euro über 50% Ihrer Bilanzsumme aus. Wie möchten Sie die Anleihe am Laufzeitende in 3 ½ Jahren refinanzieren?

Homann: Die Rückzahlung erfolgt im Dezember 2017, wir planen aber natürlich darüber hinaus. Bis zum Laufzeitende sollten wir aus dem Cashflow eine Cashposition von 50-60 Mio. Euro aufgebaut haben. Die verbleibenden 40-50 Mio. Euro werden wir refinanzieren. An Bankverbindlichkeiten haben wir nur alte Tilgungsdarlehen, die in den Jahren 2016 und 2017 vollständig getilgt werden. Beim Laufzeitende der Anleihe werden wir also keine langfristigen Bankverbindlichkeiten haben. Dann sollte es eher ein Vergnügen sein, über die Refinanzierung zu verhandeln. Wir haben dann verschiedene Optionen, über den Kapitalmarkt oder unsere Bankpartner. Auch die Anleiheaufstockung verlief sehr entspannt, wir hatten eine Stunde die Bücher offen.

BOND MAGAZINE:
Welches Wachstumspotenzial sehen Sie mittelfristig?

Homann: Wir investieren stark in unser Werk in Krosno. Damit steht uns eine höhere Kapazität zur Verfügung. Wir wachsen also mit unseren Produkten aufgrund der starken Nachfrage sowie mit der neuen Fabrik. Zudem haben wir neue Produkte in der Pipeline, über die ich noch nicht sprechen möchte. Diese sind noch in der Entwicklungsphase. Wir möchten innerhalb von zwei Jahren von 200 Mio. Euro Umsatz auf etwa 250 Mio. Euro bis 270 Mio. Euro wachsen. Nach 2016 könnten wir uns auch vorstellen, uns territorial breiter aufzustellen. <s>
</s>
BOND MAGAZINE:
Sie haben nach einer Anleiheemission und zwei Aufstockungen schon etwas Erfahrung am Kapitalmarkt. Geschieht auch bald etwas auf der Eigenkapitalseite?

Homann: Wir sind in einer kapitalintensiven Branche tätig und wir haben klare Ambitionen unsere Eigenkapitalbasis zu verstärken. Wir möchten eine Eigenkapitalquote von mindestens 20-25% haben. Dies kann man über verschiedene Wege erreichen. Wir prüfen derzeit, welches die sinnvollste Eigenkapitalmaßnahme ist.

BOND MAGAZINE:
Könnten Sie sich dann auch einen Börsengang vorstellen?

Homann: Ein Börsengang ist sicher Teil des Prüfungsspektrums.

BOND MAGAZINE: Sie haben auch zum 1. Mai mit
Jan-Peter Nissen einen CFO eingestellt.

Homann: Ja, damit haben wir in der Holding, in der nur ich beschäftigt war, die Zahl der Mitarbeiter verdoppelt. Bei einer Größenordnung einer Bilanzsumme von 200-250 Mio. Euro und einem Umsatz ebenfalls von über 200 Mio. Euro und über 1.000 Mitarbeitern ist es sinnvoll, wenn man sich auch beim Management breiter aufstellt. Damit haben wir die Strukturen für das weitere Wachstum geschaffen.

Das Interview führte Christian Schiffmacher, www.fixed-income.org.


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