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„Wir steuern mit der Restrukturierung auf die Zielgerade zu“

Interview mit Frank Hock, Vorstand, DF Deutsche Forfait AG

Die Restrukturierung der DF Deutsche Forfait AG schreitet spürbar voran. Nach Abschluss der Dokumentation der Bankkredite läuft zurzeit ein Bezugsangebot für Anleihegläubiger zum Bezug neuer Aktien gegen Sacheinlage. Darauf folgt als letzter Baustein der Restrukturierung eine Barkapitalerhöhung. Im Gespräch mit dem BOND MAGAZINE erläutert Vorstand Frank Hock Details zum Ablauf und nimmt zur operativen Entwicklung Stellung.

BOND MAGAZINE:
Sie haben kürzlich die Zahlen für das erste Quartal kommuniziert, der Verlust konnte reduziert werden, zeichnet sich ein positiver Trend ab?

Hock: Es gibt einen positiven Trend, allerdings sind die Zahlen noch im roten Bereich. Dies ist im Wesentlichen auf Restrukturierungskosten zurückzuführen, die uns aktuell noch erheblich belasten. Wir hatten zwei Gläubigerversammlungen mit entsprechender Rechtsberatung sowie Bankkredite, die neu verhandelt wurden und die Sach- bzw. Barkapitalerhöhung. Aber wir merken, dass unser Geschäft wieder anläuft und die Nachfrage nach unseren Finanzierungslösungen intakt ist.

BOND MAGAZINE: Das Geschäftsvolumen war im ersten Quartal 2015 noch leicht rückläufig. Woran liegt das? Im ersten Quartal 2014 konnten Sie zudem nur 40 Tage Geschäft machen, weil Sie dann auf der OFAC-Liste waren, im ersten Quartal 2015 konnten Sie 90 Tage Geschäft machen.

Hock: Hierfür gibt es zwei Gründe: Zum einen haben die Restrukturierungsmaßnahmen erhebliche personelle Ressourcen gebunden. Das beinhaltet die Aktualisierung des IDW S6-Gutachtens, die Neuverhandlung der Bankkredite sowie die Vorbereitung bzw. Umsetzung der beiden Kapitalerhöhungen wie beispielsweise die Erstellung eines Wertpapierprospekts für die Barkapitalerhöhung. Daher konnten wir uns im ersten Quartal noch nicht voll auf das operative Geschäft konzentrieren. Der zweite Grund liegt in der Natur unseres Geschäfts. Unsere Transaktionen haben sowohl im Verhältnis von Exporteur und Importeur bezogen auf das jeweilige Grundgeschäft als auch in der Geschäftsbeziehung (Finanzierungstransaktion) zwischen Exporteur/Importeur und DF Deutsche Forfait AG einen gewissen Vorlauf. Im ersten Quartal 2014 konnten wir noch Geschäfte machen, die im Geschäftsjahr 2013 bereits akquiriert worden waren und sich daher in einem fortgeschrittenen Projektstadium befanden. Im ersten Quartal 2015 war die Dealpipeline geringer, da wir erst im vierten Quartal 2014 von der OFAC-Sanktionsliste genommen wurden und wir erst wieder eine neue Pipeline aufbauen mussten, was uns ja bis zum Zeitpunkt der Streichung von der OFAC-Sanktionsliste nicht möglich war. Inzwischen sind wir in Bezug auf die Anzahl potentieller Geschäfte wieder gut aufgestellt.

BOND MAGAZINE: Welche Geschäfte bzw. Märkte stehen momentan im Fokus?

Hock: Zielmärkte, auf die wir derzeit einen besonderen Fokus legen, sind Afrika, China, Indien, Pakistan und Bangladesch. Dies mit Exporten in Richtung China als auch nach Europa. Ein Großteil davon entfällt auf die Textilbranche. Im Moment kaufen wir aufgrund unserer limitierten Kapitalressourcen weniger Forderungen an, sondern konzentrieren uns auf Ankaufszusagen. Dabei verpflichten wir uns für den Fall, dass gewisse Ereignisse eintreten, die Forderungen anzukaufen. Bei den Ankaufszusagen schauen die Unternehmen sehr stark auf unsere Bonität. Aktuell ist unsere Bonität noch nicht so gut. Dennoch werden wir am Markt als Partner für diese Ankaufszusagen akzeptiert. Unsere Geschäftspartner vertrauen auf die erfolgreiche Restrukturierung.

BOND MAGAZINE: Wie wird das Umtauschangebot für die Anleihen angenommen?

Hock: Wir hatten bereits vor dem Start des Bezugsangebots rund 70 % des angepeilten Volumens abgedeckt. Insofern sind wir zuversichtlich, die restlichen 30 % einzuwerben. Genaueres wissen wir bis Mitte dieser Woche, wenn der Umtausch abgeschlossen ist.

BOND MAGAZINE: Und wie ist der weitere Ablauf?

Hock: Die Kreditverträge mit unseren vier Kredit gebenden Banken sind unterschrieben. Die Änderung der Anleihebedingungen ist ebenfalls in trockenen Tüchern. Die Zinszahlung zum reduzierten Nominalzins von 2,0 % p.a. ist vergangene Woche planmäßig erfolgt. Damit sind sämtliche Fremdkapitalmaßnahmen erfolgreich umgesetzt und wir biegen mit den zwei Eigenkapitalmaßnahmen jetzt auf die Zielgerade der Restrukturierung.
Aktuell läuft die Umtauschfrist für die Sachkapitalerhöhung. Anschließend starten wir ab Mitte Juni mit der Barkapitalerhöhung. Dabei haben die bisherigen Aktionäre ein gesetzliches Bezugsrecht. Wir planen eine Bezugsfrist von drei Wochen, damit sich alle Aktionäre ausführlich informieren können. Die begleitende Bank wird einen Research Report erstellen, mit dem wir auf Roadshow gehen.

BOND MAGAZINE: Sind Sie bei der Barkapitalerhöhung genauso zuversichtlich, was die Platzierung angeht?

Hock: Auch bei der Barkapitalerhöhung liegen uns für rund 60 % des angestrebten Volumens Absichtserklärungen vor. Im Übrigen hat unser größter Aktionär, der britische Geschäftsmann Mark West, signalisiert, dass er seinen Anteil, nach der Verwässerung durch die Sachkapitalerhöhung wieder auf die bestehende Beteiligungshöhe von 23,26 % aufstocken wird. Das werten wir als starkes Signal eines Branchenexperten für die positive Perspektive der Gesellschaft.

Das Gespräch führte Christian Schiffmacher, www.fixed-income.org

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