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DF Deutsche Forfait AG: Interview mit Finanzvorstand Frank Hock zur Unternehmensanleihe

Die DF Deutsche Forfait AG plant noch im laufenden Quartal die Emission einer Unternehmensanleihe im Volumen von 30 Mio. Euro. Die Mittel aus der Anleiheemission sollen primär zur Ausweitung des Geschäftsvolumens und zum Ausbau neuer Geschäftsfelder, wie dem angekündigten Einstieg ins Fondsgeschäft, verwendet werden, wie Finanzvorstand Frank Hock im Gespräch mit dem BOND MGAZINE erläutert.

BOND MAGAZINE:
Bitte erläutern Sie Ihr Geschäftsmodell.

Hock: Die Geschäftstätigkeit der DF-Gruppe besteht hauptsächlich im regresslosen An- und Verkauf von Forderungen aus Exporten in Emerging Markets. Wir kaufen die Forderungen von Exporteuren durch unser internationales Netzwerk weltweit an, strukturieren sie und verkaufen diese an Investoren wie z.B. Banken weiter. Das verschafft den Exporteuren schnell Liquidität, den Investoren eine attraktive Rendite und wir verdienen an der Marge zwischen An- und Verkauf. Dabei ist das Marktumfeld derzeit günstig, denn der Anteil der Emerging Markets am Welthandel steigt stetig und die Forfaitierung ist hier besonders geeignet. Durch den Einstieg in das Fondsgeschäft verschafft sich die DF – neben der traditionellen Platzierung von Einzelforderungen bei Banken – eine zusätzliche Platzierungsmöglichkeit über den Fonds.

BOND MAGAZINE: Was unterscheidet Sie vom klassischen Factoring?

Hock: Das Factoring ist ein Massengeschäft und eignet sich vor allem bei kurzfristigen Zahlungszielen und einer Vielzahl von kleineren Forderungen gegen verschiedene Schuldner (Forderungsportfolio). Darüber hinaus werden im Factoring im Gegensatz zur Forfaitierung Rahmenverträge abgeschlossen. Die Forfaitierung ist Individualgeschäft und wird damit bei größeren Einzelforderungen mit mittel- bis langfristigen Zahlungszielen eingesetzt, wie sie im Export üblich sind.

BOND MAGAZINE: Wie wollen Sie die Mittel aus der Anleiheemission verwenden?

Hock: Die Mittel aus der Anleiheemission sollen primär zur Ausweitung des Geschäftsvolumens im Kerngeschäft der Außenhandelsfinanzierung und zum Ausbau neuer Geschäftsfelder wie dem angekündigten Einstieg ins Fondsgeschäft verwendet werden.

BOND MAGAZINE: Sie haben kürzlich einen „Trade Finance Fonds“ initiiert. Welche Konditionen bietet der Fonds und welche Anleger sprechen Sie mit dem Fonds bzw. der Anleihe an?

Hock: Zur Zeit stehen wir in konkreten Gesprächen mit mehreren Investoren, mit denen wir die Anlagebedingungen festlegen. Die Rendite richtet sich nach den Anlagewünschen der Investoren im Hinblick auf Risiko, regionale Schwerpunkte etc. Zielgruppen sind Family Offices, Kapitalsammelstellen oder andere Investment Professionals, denen bisher der Zugang zu Außenhandelsforderungen verwehrt war, da sie nicht über das notwendige Know-how verfügen. Der Trade Finance Fonds stellt für die Investoren eine interessante Anlagealternative dar, da er gegenüber Geldmarktfonds und kurz- und mittelfristige Rentenfonds einen interessanten Renditespread verspricht.

BOND MAGAZINE: Wie gut planbar ist Ihr Geschäft und wie hoch ist Ihre Ausfallquote?

Hock: Als Händler verfügen wir im Gegensatz zu einem Produktionsunternehmen am Jahresanfang nicht über einen Auftragsbestand der einen hohen Anteil am Jahresumsatz abdeckt. Wir arbeiten aber mit vielen unserer Kunden seit Jahren zusammen, so dass wir über einen regelmäßigen Grundumsatz verfügen. Durch den Einstieg in das Fondsgeschäft und den damit zusammenhängenden kontinuierlichen Einnahmen für den zur DF Gruppe gehörenden Investmentmanager werden die Ergebnisse planbarer. Darüber hinaus bietet uns der wachsende Welthandel insbesondere im Bereich Emerging Markets ausreichend Wachstumsmöglichkeiten. Die Ausfallquote unserer Forfaitierungsgeschäfte beträgt 0,18% bezogen auf unser gesamtes Geschäftsvolumen, das wir seit Gründung im Jahr 2000 realisiert haben.

BOND MAGAZINE: Welchen Ausblick können Sie uns auf das laufende Geschäftsjahr geben?

Hock: Wir erwarten für das laufende Geschäftsjahr ein positives Ergebnis. Dabei wird das Ergebnis im zweiten Halbjahr voraussichtlich besser als im ersten, da im Q1 noch Belastungen aus dem Aufbau des Fondsgeschäfts anfallen. Im zweiten Halbjahr können wir zudem von den erhöhten Refinanzierungskapazitäten durch die Anleihe profitieren.

Das Interview führte Christian Schiffmacher, www.fixed-income.org
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Soeben erschienen: BOND YEARBOOK 2012/13 -
Das Nachschlagewerk für Anleiheinvestoren und -Emittenten
Renommierte Autoren und Interviewpartner nehmen Stellung zu den Themenfeldern High Yield-Anleihen, Mittelstandsanleihen, Covered Bonds, Investmentstrategien sowie Tax & Legal. Das jährliche Nachschlagewerk erscheint bereits im 4. Jahrgang und hat einen Umfang von 108 Seiten. Die Ausgabe kann zum Preis von 29 Euro beim Verlag bezogen werden:
http://www.fixed-income.org/fileadmin/2012-11/Flyer_Bestellformular_BondBook_12_13.pdf
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Mittelstandsanleihen – aktuelle Neuemissionen

Emittent

Zeichnungsfrist

Kupon

Green Bond

LEEF Blattwerk

bis 26.02.2027

7,250%

nicht formal

GEPVOLT

bis 02.12.2026

8,000%

nicht formal

reconcept Windenergie Deutschland

21.05.2026-20.05.2027

7,250%

nicht formal

FCR Immobilien

02.04.2026-30.03.2027

6,250%

nein

EVERYIELD

01.06.-26.06.2026

9,000%

nicht formal

POB (Wandelanleihe)

05.06.-24.06.2026

10,000%

nein

Arteus Energy

12.06.2026-11.06.2027

7,750%

nicht formal

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