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Renditeanstieg bei den Eidgenossen - trotz negativer Inflation und sinkender Verschuldung

Kolumne von Dr. Alessandro Bee, Ökonom bei der Bank Sarasin & Cie AG

Die Renditen von US-Staatsanleihen sind im März spürbar angestiegen. Die 10-jährigen Renditen notierten Ende Februar noch bei 1,9 Prozent, sind aber mittlerweile auf 2,2 Prozent angestiegen. Mit einer weiteren Aufhellung der Konjunkturaussichten sollte sich dieser Zinsanstieg auch auf die Eurozone und die Schweiz übertragen. Viele Anleger stellen aber in Frage, ob die Schweiz einen globalen Renditenanstieg mitmachen wird. Die zwei Schüsselfaktoren für die Zinsen – Inflation und Verschuldung – entwickeln sich in der Schweiz im Vergleich zu andern Industrieländern in die entgegengesetzte Richtung.

Seit der starken Aufwertung des Schweizer Frankens Mitte 2011 hat eine Abkoppelung der Inflationsraten stattgefunden. In Deutschland beträgt die Gesamtinflation im Februar 2,5 Prozent, in den USA gar 2,9 Prozent. In der Schweiz hingegen sind die Preise um 0,9 Prozent gefallen. Das spricht gegen einen Anstieg der Schweizer Renditen, selbst bei einem globalen Zinsanstieg. Nicht nur die Inflation hat sich in der Schweiz anders entwickelt als in Deutschland und in den USA, auch die Schuldensituation sieht in der Schweiz um einiges besser aus. Im Jahr 2006 war die Verschuldung in Relation zum Bruttoinlandprodukt in allen drei Ländern ungefähr gleich hoch. Inzwischen ist die Verschuldung in den USA doppelt so hoch wie in der Schweiz. Die Verschuldung Deutschlands hat sich in den letzten zwei Jahren zwar stabilisiert, liegt aber immer noch 30 Prozent höher als die Schweizer Verschuldung. Aufgrund der sinkenden Schulden sollte sich ein relativer Mangel an Schweizer Staatsanleihen einstellen, welcher die Renditen weiterhin dämpft.

So überzeugend die Gründe für eine Abkoppelung der Schweizer Renditen auch sind, sie haben kaum Einfluss auf den Verlauf der Renditen. Die Zinsdifferenz zwischen deutschen und Schweizer Renditen von 1,25 Prozent ist in den letzten Jahren konstant geblieben, trotz der starken Divergenzen in Inflation und Verschuldung. Renditen beruhen auf den Erwartungen zukünftiger Schulden und Inflation und nicht auf realisierten Zahlen. Der Kapitalmarkt scheint nicht zu erwarten, dass sich zukünftig Inflation und Verschuldung in der Schweiz und Deutschland markant verschieden entwickeln werden. Solange die Schweizerische Nationalbank gewillt ist, den Franken-Wechselkurs zu stabilisieren oder gar eine Abwertung herbeizuführen, kann die Schweizer Inflation langfristig nicht groß von der deutschen Inflation abweichen. Die Schweiz importiert durch eine Währungsintervention die deutsche Teuerung. Die Verschuldung der Schweiz hängt letztendlich vom Wachstum der Schweizer Wirtschaft ab, welches von der Prosperität des wichtigsten Handelspartners Deutschland beeinflusst wird. Anleger werden sich deshalb im Verlaufe des Jahres auf einen Renditeanstieg bei den Eidgenossen einstellen müssen, trotz negativer Inflation und sinkender Verschuldung.

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Veranstaltungshinweis:
Unternehmer-Workshop „Unternehmensanleihen - Finanzierungsalternative für den Mittelstand“
in München und Frankfurt
www.bond-conference.com
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Soeben erscheinen:
BOND YEARBOOK 2011/12 – das Nachschlagewerk für Anleiheinvestoren und Emittenten
94 Seiten, 29 Euro
http://www.fixed-income.org/fileadmin/2011-11/Flyer_BondBook.pdf
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Mittelstandsanleihen – aktuelle Neuemissionen

Emittent

Zeichnungsfrist

Kupon

Green Bond

Katjesgreenfood

23.09.-15.10.2026 (Umtausch), 23.09.-19.10.2026 (Zeichnung)

8,000%

nein

UBM Development

28.09.-16.10.2026 (Umtausch), 06.10.-23.10.2026 (Zeichnung)

7,000%

ja

Aream Infrastruktur Finance

bis 21.08.2027

7,250%

ja

GEPVOLT

bis 02.12.2026

8,000%

nicht formal

reconcept Windenergie Deutschland

21.05.2026-20.05.2027

7,250%

nicht formal

Arteus Energy

12.06.2026-11.06.2027

7,750%

nicht formal

Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig (NZWL)

23.09.2026-22.10.2026 (Zeichnung), 23.09.2026-21.10.2026 (Umtausch)

9,875%

nein

European Space Ventures

n.bek.

n.bek.

nein

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