Dass die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen 5% erreicht hat, ist ein wichtiger Meilenstein, doch die wichtigere Frage für Anleger ist, ob 5% das Ende oder nur eine weitere Etappe einer längerfristigen Neubewertung von US-Staatsanleihen darstellen.
Eine Rendite von 5% für 10-jährige US-Staatsanleihen und letztendlich sogar eine Rendite von 6% liegen weiterhin durchaus im Bereich möglicher Szenarien. Diese Einschätzung stützte sich auf drei Hauptfaktoren: ein boomendes Angebot an Staatsanleihen, hartnäckige Inflation und unattraktive Bewertungen bei US-Staatsanleihen mit langer Laufzeit.
Erstens gibt es eine große Menge an Staatsanleihen, die die Märkte aufnehmen müssen. Das Angebot an Staatsanleihen aus Industrieländern bleibt angesichts fehlender Haushaltsdisziplin weiterhin beträchtlich. Als ich diese These ursprünglich aufstellte, hatten die USA einen Teil des Drucks vermieden, der in anderen Industrieländern zu beobachten war, doch die zugrunde liegende Frage bleibt: Wie viel Entschädigung werden Anleger letztendlich verlangen, um dieses Angebot aufzunehmen?
Zweitens spielt die Inflation eine Rolle. Die Märkte können sich schnell auf das Wachstum und den Arbeitsmarkt konzentrieren und dabei möglicherweise das Risiko eines erneuten Inflationsdrucks übersehen. Insbesondere bei Anleihen mit längerer Laufzeit kann eine anhaltende Inflationsunsicherheit die Argumente für das Halten von Duration in Frage stellen.
Drittens bleibt die Bewertung entscheidend. Anleger benötigen eine ausreichende Vergütung, um aus Bargeld auszusteigen und ein deutlich höheres Durationsrisiko einzugehen. Das Verhältnis zwischen Bargeld und Staatsanleihen mit längerer Laufzeit ist daher wichtig, um zu bestimmen, ob Anleihen mit längerer Laufzeit genügend Wert bieten.
Nichts davon bedeutet, dass die Renditen linear steigen werden. Auch die These von höheren Renditen birgt Risiken. Ein solches Risiko besteht darin, dass ein größerer Einfluss der Federal Reserve auf die langfristigen Zinsen die Renditen nach unten drücken könnte, was möglicherweise Folgen für den US-Dollar und die Inflation hätte. Die entscheidende Frage bei 5% lautet daher nicht einfach, wie weit die Renditen bereits gestiegen sind. Es geht vielmehr darum, ob sich die Kräfte, die sie dorthin getrieben haben, grundlegend verändert haben. Ist dies nicht der Fall, sollten Anleger nicht automatisch davon ausgehen, dass 5% die Obergrenze darstellen.
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