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„Ausblick für Schwellenländer gut, aber Inflationsdruck steigt“

Das Schulden-Thema in Europa könnte schon bald wieder in den Vordergrund rücken

Léon Cornelissen, Chefvolkswirt Research von Robeco Asset Management sieht gute Aussichten für die Schwellenmärkte in 2011. Zwar steigen auch die europäischen Aktienbörsen, doch Europas Schulden-Thematik ist keineswegs überwunden. Zyklische Konsum- und Industriewerte sollten vom aktuellen wirtschaftlichen Aufschwung profitieren.

Zusammenfassung seiner Einschätzung:

In den nächsten drei bis sechs Monaten erwartet der Robeco-Chefvolkswirt, dass nordamerikanische, europäische und pazifische Aktien hinter den Schwellenmärkten zurückbleiben. Der ökonomische Ausblick für Schwellenmärkte ist gut. Ihre Bewertung liegt mehr oder weniger gleichauf mit den entwickelten Märkten. Allerdings haben die Schwellenmärkte mehr Schwung und ihre langfristige wirtschaftliche Perspektive ist weniger durch Probleme wie Überalterung oder Staatsschulden belastet.

Im europäischen Rentenmarkt haben sich die Spreads auf die Anleihen europäischer Peripherieländer wieder beruhigt, wenn auch auf einem höheren Level. Zwischenzeitlich gab es viele Stimmen, die das neue Aufflammen der europäischen Schuldenkrise für recht unwahrscheinlich hielten. Laut dem Robeco-Chefvolkswirt gibt es bislang jedoch noch keine strukturelle Lösung für die Grundprobleme. Dies bedeutet: Schon bald könnte das Schulden-Thema wieder in den Vordergrund rücken.

Obwohl die europäische Schuldenkrise weiter spürbar ist, konnten die Aktienmärkte steigen. Indessen nimmt der inflationäre Druck in den bedeutenden Schwellenmärkten China, Indien und Brasilien weiter zu. Die Behörden greifen so wenig wie möglich in das Marktgeschehen ein, um das robuste Wachstum nicht zu beeinträchtigen. Nach Meinung des Robeco-Experten sind jedoch moderate Verknappungsmaßnahmen in den kommenden Monaten unausweichlich.

Der Robeco-Analyst schätzt risikotragende Assets weiter positiv ein, nimmt aber lediglich eine moderate Übergewichtung vor. Der Grund: Die wachsende Anspannung in der Eurozone und die anhaltende monetäre Verknappung in den Schwellenmärkten.

Cornelissen erwartet, dass zyklische Werte weiterhin vom aktuellen wirtschaftlichen Aufschwung profitieren werden. Dies gilt besonders für Konsumwerte und Industriegüter.





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