YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Ausgangslage für Anleihen ist so attraktiv wie lange nicht mehr

Michael Weidner © Lazard Asset Management

Bereits einge­preiste Risiken ebnen derzeit den Weg für attraktive Real­renditen auf dem Anleihen­markt. Diese Meinung vertritt Michael Weidner, Portfolio­manager/ Analyst und Co-Head des Global Fixed Income Teams bei Lazard Asset Manage­ment, in einem aktuellen Markt­kommentar. „Wer flexibel zwischen Regionen und Laufzeiten agiert und robuste Märkte wie Skandinavien integriert, findet 2026 ein Umfeld vor, das positive Real­renditen ermöglicht, die lange Zeit außer Reichweite schienen“, so der Experte.

„Während der Iran-Krieg und der damit verbundene Energiepreisschock die Märkte im ersten Quartal unter Druck gesetzt haben, hat die daraus resultierende Renditeanpassung die Ausgangslage für Anleiheinvestoren so interessant gemacht wie seit Jahrzehnten nicht mehr“, betont Weidner. Die Märkte hätten die neue Inflationsdynamik bereits in weiten Teilen verarbeitet, wodurch die Renditen auf ein attraktives Niveau gestiegen seien, das nun ein deutliches Polster biete. „Damit ist ein Umfeld gereift, das wieder primär von hohen laufenden Erträgen getragen wird und zugleich tiefgreifende relative Chancen für den weiteren Jahresverlauf eröffnet“, erläutert der Experte.

Stabilität bei kurzen und mittleren Laufzeiten
Im kurzen und mittleren Laufzeitenbereich sei nach der jüngsten Korrektur ein hohes Maß an Stabilität zu erkennen. Zwar habe der Energiepreisschock die Erwartungen an die zukünftige Zinspolitik der großen Zentralbanken deutlich verschoben. So seien in Europa aufgrund strukturell hoher Staatsausgaben, enger Arbeitsmärkte und des neuerlichen Inflationsdrucks Zinssteigerungen zu erwarten. Doch eine restriktivere Phase sei bereits weitgehend eingepreist. „Somit bieten die aktuellen Niveaus eine gut planbare laufende Verzinsung, die dem Markt erheblichen Rückenwind gibt“, erklärt Weidner. 

In den USA stelle sich die Lage gleichwohl ein wenig anders dar. Die US-Notenbank navigiere in schwierigerem Fahrwasser, da unsicheres Wachstumspotenzial auf eine hartnäckige Inflation treffe und der turnusgemäße Wechsel an der Spitze der Notenbank für zusätzliche Unsicherheit sorge. 

Renditedruck am langen Ende
Am langen Ende der Kurve bleibe auch nach der jüngsten Neubewertung ein gewisser Renditedruck bestehen. „Wir gehen von einer neuerlichen Versteilerung der Zinskurven, insbesondere in der Eurozone, aus“, bemerkt Weidner. Dies wäre eine logische Konsequenz aus ambitionierten fiskalischen Programmen (Verteidigung und Energieumbau), engen Arbeitsmärkten sowie unsicheren kurzfristigen Wachstumsaussichten. „Rentenanleger müssen grundsätzlich mit erhöhter Volatilität rechnen, werden dafür aber mit deutlich verbesserten Konditionen entschädigt“, sagt der Experte.

Die aktuell herrschende hohe Zinsvolatilität sei dabei kein vorübergehendes Phänomen, sondern ein strukturelles Merkmal einer neuen Marktphase. „Divergierende geldpolitische Zyklen, geopolitische Verschiebungen und eine fragile Handelsordnung führen dazu, dass regionale Zinsmärkte nicht mehr synchron laufen“, erläutert der Experte. Für passive, indexnahe Anleger sei dies eine Herausforderung; für aktive, global agierende Manager eröffneten diese Divergenzen außergewöhnliche Ertragschancen durch gezieltes Durationsmanagement und eine aktive Wertpapierselektion.

Robuste Verfassung der Unternehmensschuldner 
Trotz der geopolitischen Eskalation bleibe das Bild bei Unternehmensanleihen bemerkenswert konstruktiv. „Die Kreditspreads haben sich trotz des Schocks nicht flächendeckend ausgeweitet. Dies unterstreicht die robuste Verfassung der Emittenten“, stellt Weidner fest. Im Umfeld höherer Marktzinsen sorgen nach Weidners Meinung stabile Margen und solide Refinanzierungsstrukturen für Widerstandsfähigkeit bei Unternehmen. Zudem sei der Umfang der Verschuldung in den meisten Sektoren unter Kontrolle. „Wir sind überzeugt, dass solide Emittenten ihre Mehrrendite gegenüber Staatsanleihen auch im weiteren Verlauf von 2026 verdienen werden.“ 

Skandinavien: Sicherheit mit Rendite-Plus
Im aktuellen Umfeld hebt Weidner den skandinavischen Markt besonders hervor. Die Region habe ihre relative Stärke durch solide Staatsfinanzen und institutionelle Stabilität untermauert. Im Nordic High Yield-Segment sei ein Großteil der Anleihen variabel verzinst, weshalb das Zinsrisiko weitgehend neutralisiert werde. Dies sei ein entscheidender Vorteil in Zeiten volatiler Inflationsdaten. „Bei Nordic High Yield finden Anleger aktuell eine seltene Kombination vor: Kurze Laufzeiten und überdurchschnittliche Renditen machen dieses Segment zu einer der attraktivsten Nischen weltweit“, so Weidner.

Eine Überlegung wert seien außerdem dänische Callable Mortgage Bonds. Diese böten im High Quality-Segment (AAA) ein einzigartiges Ertrags-Risiko-Profil, welches das Renditeniveau von Investment-Grade-Unternehmensanleihen deutlich übertreffe und dies bei gleichzeitig höherer Bonität und Liquidität.

www.fixed-income.org

 

Investment
TJ Scavone, Senior Invest­ment Director bei Cam­bridge Asso­ciates, hält einen anhal­tenden, ungeord­neten Anstieg der Renditen von Staats­anleihen…
Weiterlesen
Investment
Wer derzeit in KI-Aktien inves­tieren will, findet eine viel­fältige Auswahl unter­schied­licher Risiko-Ertrags-Profile vor. Anders verhält es sich…
Weiterlesen
Investment

von Arif Husain, Head Global Fixed Income und CIO Fixed Income bei T. Rowe Price

Dass die Rendite 10-jähriger US-Staats­anleihen 5% erreicht hat, ist ein wichtiger Meilen­stein, doch die wichtigere Frage für Anleger ist, ob 5% das…
Weiterlesen
Investment
Die „Zwischen­wahl­zeit“ ist in Deutsch­land meistens eine sehr interes­sante Zeit. Gemeint ist die Zeit zwischen den Landtags­wahlen, die immer als…
Weiterlesen
Investment
Ein stärkerer Yen und der deutliche Rendite­anstieg japa­nischer Staats­anleihen (JGBs) könnten erheb­liche Aus­wir­kungen auf inter­natio­nalen…
Weiterlesen
Investment

von Felipe Villarroel, Portfoliomanager bei TwentyFour Asset Management

Die Fed steht vor einem schwie­rigen Balance­akt. Während die Inflation weiterhin über dem Zielwert liegt und die jüngsten Ent­wick­lungen –…
Weiterlesen
Investment
Ich bin alt­modisch. Wenn mich jemand auf dem Frank­furter Römer anspricht und mich bittet, ihm 20.000 Euro zu leihen, dann stelle ich Fragen. Nicht…
Weiterlesen
Investment
2026 war bislang alles andere als ein lang­weiliges Jahr an den Finanz­märkten. Geo­politik und künst­liche Intelli­genz prägten die Schlag­zeilen –…
Weiterlesen
Investment
Multitude möchte im laufenden Jahr den Net Profit auf 30 Mio. Euro steigern, nach 26,6 Mio. Euro im Vorjahr. Die Gruppe hat in den letzten fünf Jahren…
Weiterlesen
Investment
Ich berichte seit 2010 über Anleihen, aber so etwas wie aktuell habe ich noch nicht erlebt. Einige Anleihen, die in diesem Jahr öffent­lich platziert…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!