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BNY Mellon IM-Kommentar: Merkel erneut Kanzlerin - was nun?

Mit klarem Vorsprung zu den anderen Parteien hat die CDU die Wahlen zum 19. Bundestag gewonnen. Damit ist auch entschieden, wer künftig die Regierungsgeschäfte leitet: Die alte und neue Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Für die Experten von BNY Mellon Investment Management (IM) ist dieses Ergebnis alles andere als überraschend. Jedoch warnt Nick Clay, leitender Fondsmanager bei Newton Investment Management, einer Boutique von BNY Mellon IM: „Wir könnten uns vorstellen, dass die optimistischen Schlüsse, die die Märkte aus diesem Wahlergebnis ziehen, voreilig sind.“ Paul Hatfield, Global Chief Investment Officer bei Alcentra, ebenso eine Boutique von BNY Mellon IM, ist überzeugt: „Das Ergebnis wird Merkels Einfluss in der zukünftigen Koalition schwächen und könnte auch Auswirkungen auf die Brexit-Verhandlungen haben.“

Nick Clay, leitender Fondsmanager bei Newton Investment Management (BNY Mellon IM):

„Da die deutsche Wirtschaft einer der größten Nutznießer des ‚Projekts Europa‘ ist und sich auch dank der im Jahr 2016 in China umgesetzten Ankurbelungsmaßnahmen momentan sehr gut entwickelt, kommt die Wiederwahl von Angela Merkel nicht überraschend.

Wir könnten uns allerdings vorstellen, dass die optimistischen Schlüsse, die die Märkte aus diesem Wahlergebnis ziehen, voreilig sind. Nach dem Wahlsieg von Emmanuel Macron in Frankreich waren die Märkte ja zu der Auffassung gelangt, dass dieser Wahlausgang im Hinblick auf den aufstrebenden Populismus einen Wendepunkt markiert und sich das politische Umfeld nun wieder normalisieren wird. Und dass es sich beim Brexit lediglich um eine unüberlegte und missverstandene Fehlentscheidung handelt. Unserer Meinung nach könnten sich diese Einschätzungen aber durchaus als Irrtümer erweisen, gerade wegen des Erstarkens der Rechtsaußenpartei AfD (13,5 Prozent), die besser abschnitt als erwartet und zur drittstärksten Partei wurde. Schließlich hat mit Macron ein absoluter Außenseiter, der noch vor einem Jahr in politischen Kreisen völlig unbekannt war, die Wahl für sich entschieden. An dieser Stelle sehen wir eher Parallelen zu Donald Trump (obwohl dieser natürlich einen ganz anderen Ansatz verfolgt), denn beide Kandidaten haben davon profitiert, dass die Wähler gegen die etablierten Parteien gestimmt haben. Und nach wie vor wünscht sich die Bevölkerung Wandel und Veränderung, da der Status quo für sie einfach nicht funktioniert. Mit dem Brexit wurde diese Unzufriedenheit ebenso zum Ausdruck gebracht wie mit der britischen Parlamentswahl.

Deshalb halten wir es für gefährlich, aus der Wiederwahl von Angela Merkel das Ende der populistischen Tendenzen abzuleiten, zumal man damit die im nächsten Jahr in Italien anstehende Wahl ebenso wie eine mögliche Abstimmung in Katalonien als risikolos einstufen würde. Aber Veränderungen sind immer noch notwendig und werden auch gefordert werden.“

Paul Hatfield, Global Chief Investment Officer bei Alcentra (BNY Mellon IM):

„Die Märkte hatten bei dieser Wahl keine Überraschungen erwartet, jedoch sorgte der überraschend hohe Stimmenanteil der AfD für Bestürzung. Vor dem Hintergrund der eher besonnenen Reaktionen auf die größeren politischen Schocks der letzten Zeit, erwarten wir jetzt keine deutlichen Wertschwankungen. Das Ergebnis wird Merkels Einfluss in der zukünftigen Koalition schwächen und könnte auch Auswirkungen auf die Brexit-Verhandlungen haben. Die Märkte hatten ursprünglich erwartet, dass die Bundestagswahl die Weichen für eine enge Partnerschaft zwischen Merkel und Macron stellen und damit weiterhin eine Stütze für den Euro sein würde – mit direkten Vorteilen für die europäischen Aktienmärkte. Doch der Erfolg der AfD könnte einen Strich durch diese Rechnung machen. Bundesanleihen und US-Staatsanleihen zeigten zuletzt einen ähnlichen Verlauf, und vieles sprach dafür, dass sich dieser Trend fortsetzen würde – aber dieses Wahlergebnis könnte dazu führen, dass die Zinsdifferenz noch eine Zeitlang andauert.“


http://www.fixed-income.org/ (Foto: Nick Clay © BNY Mellon IM)


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