YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige

Der Inflationsdruck stabilisiert sich, die Geldpolitik nicht

von Florian Ielpo, Head of Macro, Multi Asset bei Lombard Odier Investment Managers (LOIM)

Die Inflation in den USA ist nach wie vor hoch: Sie wurde im Dezember mit 7 % angegeben und entsprach damit den Erwartungen, nachdem sie im November noch bei 6,8 % lag. Ihre Haupttreiber bleiben unverändert, mit einer Mischung aus Transport-, Unterkunfts- und Bekleidungskosten. Die Energieinflation leistete im Dezember einen negativen Beitrag: Dies ist ein erstes Anzeichen dafür, dass sich die durch Störungen ausgelöste Inflation nun zurückbilden und die Inflation stabilisieren könnte.

In der vergangenen Woche deutete die US ISM-Komponente "Bezahlte Preise" auf einen verlangsamten Preisanstieg hin. Über diesen Datenpunkt hinaus gibt es derzeit weltweit Anzeichen für eine Abschwächung der Inflation, und zwar nicht nur in den USA: 69 % der Daten, aus denen sich unsere Inflations-Nowcasting*-Indikatoren zusammensetzen, sind in den USA, in der Eurozone und in China rückläufig (siehe die Grafiken).

Es stellen sich zwei Fragen: Ist diese Stabilisierung eine nachhaltige Entwicklung und wird sie den Kurs der Geldpolitik ändern? Diese Abschwächung des Inflationsdrucks scheint uns der wahrscheinlichere Weg zu sein: Die Inflation könnte sich schneller normalisieren als die Märkte erwarten. Eine Änderung des geldpolitischen Kurses ist unwahrscheinlich, da die normalisierte Inflation auf einem hohen Niveau verbleiben dürfte, das im nächsten Jahr zwischen 2,5 und 3 % liegen wird. Das bedeutet, dass die Fed Spielraum für Zinserhöhungen hat, die jedoch bis zum Jahresende moderat ausfallen dürften. Höhere reale Zinssätze sind die natürliche Folge der Änderung des geldpolitischen Kurses; sie könnten durch CAPEX im Jahr 2022 weiter angeheizt werden, da dadurch ein Teil der durch die pandemischen Steuerpakete angehäuften überschüssigen Ersparnisse abgezogen wird.

Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Märkte?
-  Höhere Realzinsen bedeuten eine anhaltende Vermögensrotation, aber nicht unbedingt negative Aktienrenditen.
-  Die geringere Inflationsprämie dürfte den Anstieg der Realzinsen und seine Auswirkungen auf die Welt der festverzinslichen Wertpapiere abfedern.
-  Da die USA der Teil der Welt mit der straffsten Geldpolitik bleiben, könnte der Dollar weiter steigen.
-  In Zeiten strafferer Geldpolitik schneiden Rohstoffe in der Regel schlechter ab als Aktien: Wir sehen nicht ein, warum das diesmal anders sein sollte, vor allem, was Gold anbelangt.

Einfach ausgedrückt: Die Inflation in den USA dürfte sich im Laufe des Jahres abschwächen, aber die Fed sollte ihre restriktive Haltung noch eine Weile beibehalten - bis wir sicher sind, dass der Nachfrageschock überwunden ist.

www.fixed-income.org
Grafik: Jüngste Entwicklung der weltweiten Inflations-Nowcasts (links) und Diffusionsindex (% der steigenden Daten, rechts)
Quelle: LOIM, Bloomberg, Stand: 12. Januar 2022.


 

Investment
Amundi, der größte euro­pä­ische Vermögens­ver­walter, legt seine Respon­sible Invest­ment Views 2026 vor. Amundi erläutert darin, wie geo­po­litische…
Weiterlesen
Investment

von Tihana Ibrahimpasic, Multi-Asset Portfolio Manager, Janus Henderson Investors

Angesichts der anhal­tenden un­sicheren Inflations­aus­sichten dürften die Zins­ent­scheidungen Anfang 2026 weiterhin sehr aus­gewogen ausfallen, da…
Weiterlesen
Investment
ESG-Investi­tionen sind wichtiger denn je, aber der Gegen­wind ist ange­sichts wirt­schaftlicher und geopo­litischer Probleme spürbar. Ophelie…
Weiterlesen
Investment

von Federico Garcia Zamora, Leiter EMD-Makrostrategien bei Insight Investment

Wir sind seit mehreren Jahren in venezola­nischen Anleihen über­gewichtet, wobei sich das Profil der Anlage­these im Laufe der Zeit weiter­ent­wickelt…
Weiterlesen
Investment

von Claus Hecher, Head of ETF Sales DACH and Nordics bei BNP Paribas AM

Im Dezember 2025 setzte der UCITS-ETF-Markt seinen Wachstums­kurs fort und beendete das Jahr mit einem Rekord­hoch. Die Netto­zuflüsse in UCITS-ETFs…
Weiterlesen
Investment
Zum Jahres­auftakt sehen sich die Anleihe­märkte mit einer viel­schichtigen Ausgangs­lage konfron­tiert. Nach deutlichen Bewegungen am langen Ende und…
Weiterlesen
Investment
Patrimo­nium Asset Manage­ment mit Sitz in Baar (Schweiz), ist eine strate­gische Partner­schaft mit Bayview Asset Manage­ment, mit Sitz in Coral…
Weiterlesen
Investment
Die EZB möchte die Verlust­absorp­tion von Addi­tional Tier 1 (AT1)-Anleihen erhöhen. Den Weg dorthin skizziert Raffaele Prencipe,…
Weiterlesen
Investment

von Rötger Franz, Portfoliomanager bei Plenum Investments:

Wir erwarten, dass Versicher­ungs­nach­ränge auch 2026 wieder über­durch­schnitt­lich abschne­iden werden. Nach einem Emis­sions­rekord­jahr bei…
Weiterlesen
Investment

Tilmann Galler sieht Chancen durch Investitionsprogramme und Zinssenkungen, warnt aber vor Bewertungsrisiken und Technologie-Übertreibungen

Das Jahr 2026 wird nach Ein­schätzung von Tilmann Galler, Kapital­markt­stratege bei J.P. Morgan Asset Manage­ment, von einem seltenen Gleich­lauf aus…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!