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Deutsche Bank Prognosen für 2016: Viel Ärger für wenig Anleiherenditen

Anleger haben ein sehr abwechslungsreiches Kapitalmarktjahr 2015 erlebt. Nach einem unterm Strich positiven ersten Halbjahr an den Aktienmärkten, hat die Stimmung im Sommer gedreht. Griechenland-Krise, geldpolitische Unsicherheit und geopolitische Risiken sorgten im zweiten Halbjahr vermehrt für Schwankungen und teils deutliche Rückschläge an den Kapitalmärkten. Mit welchen Entwicklungen sollten Privatanleger im Jahr 2016 rechnen? Lesen Sie nachstehend die Prognosen des Chef-Anlagestrategen für Privat- und Firmenkunden Deutsche Bank, Dr. Ulrich Stephan, für das Anlagejahr 2016.

US-Notenbank gibt den Zinstakt vor
Die unklaren, zum Teil widersprüchlichen Ankündigungen der US-Notenbank Fed waren 2015 ein Grund für die Verunsicherung an den Märkten. Auch 2016 dürfte die Fed im Brennpunkt stehen: Ich erwarte aufgrund der positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bereits Mitte Dezember 2015 eine erste Leitzinsanhebung, gefolgt von drei weiteren im kommenden Jahr. Damit betritt die Fed nach Jahren der lockeren Geldpolitik Neuland – Ausgang ungewiss. Die Europäische Zentralbank (EZB) dagegen hat Anfang Dezember neben der Senkung des Einlagenzinssatzes auch eine Ausweitung ihres Anleiheankaufprogramms bis mindestens März 2017 beschlossen. Das sollte den Euro langfristig schwächen und der kriselnden Eurozone wirtschaftlich weiter auf die Beine helfen.

Viel Ärger für wenig Anleiherenditen
Anleihen mit vergleichsweise geringem Risiko dürften auch im Jahr 2016 kaum interessante Renditen bringen. Bei US-Unternehmensanleihen mit guter Bonität (Investment Grade) sehe ich dagegen Potenzial: Rund 3,5 Prozent Rendite könnten in diesem Segment möglich sein. Für noch mehr Rendite ist dagegen ein überproportional hohes Risiko einzugehen. So dürften im US-High-Yield-Bereich die Ausfallraten deutlich anziehen – mögliche Übersprungseffekte auf europäische High-Yield-Anleihen inklusive. Bei Schwellenländer-Anleihen wird viel von der Währungsentwicklung abhängen: Stabilisieren sich die Wechselkurse gegenüber Euro und US-Dollar, könnten wieder einträgliche Renditen möglich sein. Hinzu kommt der Einfluss Chinas: Wenn die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt positiv überraschen kann, sollten Schwellenländer-Anleihen davon profitieren.

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