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Einschätzung zur Zinserhöhung der US-Notenbank FED

Anna Stupnytska, Volkswirtin bei Fidelity International, kommentiert die Zinserhöhung durch die US-Notenbank

“Die US-Notenbank hat es geschafft, die Zinsen im März sehr geräuschlos zu erhöhen. Vorboten dafür waren eine Serie von Reden Ende Februar, durch die die Märkte auf diese Zinserhöhung schon eingestimmt wurden.

Der Zinsanstieg reflektiert keine signifikante Neubewertung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Derzeit scheint die Strategie der FED zu sein, opportunistische Zinserhöhungen vorzunehmen. Wenn externe und kapitalmarktrelevante Bedingungen günstig erscheinen, bringt das die Geldpolitik schrittweise zurück auf neutral.

Die beigefügten Erklärungen und die wirtschaftlichen Bedingungen sind praktisch unverändert, obwohl die zentrale Tendenz für Zinsanstiege in diesem und nächstem Jahr leicht zugenommen hat. Das weist darauf hin, dass innerhalb der FED mehr Zuversicht herrscht.

Märkte reagieren darauf insgesamt sehr gemäßigt. Denn obwohl die Möglichkeit von vier Zinsanstiegen in diesem Jahr besteht, scheint sich eine solche Vorhersage nicht materialisiert zu haben.

Die Erläuterungen der FED waren nahezu unverändert. Es gab einen etwas positiveren Ausblick auf die Unternehmensinvestitionen, was aufgrund der derzeitigen Datenlage kaum verwundert.

Die Tonalität zur Inflation war leicht verändert. Aber das war hauptsächlich semantischer Natur, da die Überschrift PCE nun das FED-Ziel von zwei Prozent erreicht hat. Die FED hat eine Zeile zur Kerninflation eingefügt: „(…) exklusive Energie und Lebensmittelpreise … veränderten sich leicht und werden weiterhin ein wenig unterhalb der FED-Zielmarke sein.“ Ein FED-Mitglied, Neel Kashkari, widersprach geringfügig und stimmte gegen die Zinserhöhung. Allerdings wird das keine Auswirkung haben.

Um einen signifikanten Anstieg zu sehen, muss entweder ein realer Fiskalstimulus durch die Trump-Regierung implementiert werden – oder es muss einen konsistenten Aufschwung der Kerninflation geben. Ersterer erscheint irgendwie ins Stocken geraten zu sein. Allerdings ist es zu früh, um ihn tatsächlich auszuschließen. Zur Kerninflation: Diese war in den letzten drei Monaten bis Februar stark. Sofern dieser Trend anhält, könnte sich die FED damit zunehmend unwohler fühlen. Jedoch könnten der anhaltend verzögerte Effekt eines starken US-Dollars und die fehlenden Lohnerhöhungen einen nachhaltigen Aufschwung derzeit verhindern.

Insgesamt scheint es unwahrscheinlich, dass die FED den Schwung des weltweiten Wachstums in absehbarer Zeit rausnehmen wird. Unser Hauptszenario ist daher nur ein weiterer Zinsanstieg in diesem Jahr. Zum einen werden wir sehr wahrscheinlich bald einen konjunkturellen Höchststand erreichen. Zum anderen ist die Wahrscheinlichkeit einer Abschwächung der chinesischen Wirtschaft – mit Auswirkungen auf die globale Inflation, die Märkte und das Wachstum – recht hoch.“


http://www.fixed-income.org/
   (Foto: Anna Stupnytska © Fidelity International)

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von David Clewell, Co-Portfoliomanager der Multi-Asset Global Income Strategy bei T. Rowe Price

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