YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Ergebnisse der Umfrage von Bundesbank und BaFin zur Ertragslage und Widerstandsfähigkeit deutscher Kreditinstitute im Niedrigzinsumfeld

Die Umfrage hat gezeigt, dass die anhaltend niedrigen Zinsen die deutschen Kreditinstitute in allen abgefragten Szenarien über einen Zeitraum von fünf Jahren deutlich belasten. Die meisten Institute sind jedoch angesichts des vorhandenen Überschusskapitals und verfügbarer stiller Reserven widerstandsfähig gegenüber den Belastungen aus dem Niedrigzinsumfeld. Zu diesem Ergebnis kommt die bisher umfangreichste Umfrage von Deutscher Bundesbank und BaFin unter rund 1.500 kleineren und mittelgroßen deutschen Kreditinstituten, auch Less Significant Institutions genannt. Die befragten Banken und Sparkassen werden von BaFin und Bundesbank direkt beaufsichtigt. Die 21 großen deutschen Institute, die unter der direkten Aufsicht der Europäischen Zentralbank stehen, waren nicht Gegenstand der Umfrage.

„Wir beurteilen die Ergebnisse in allen abgefragten Zinsszenarien als durch- aus besorgniserregend“, erklärte der für die Bankenaufsicht zuständige Vor- stand der Deutschen Bundesbank, Andreas Dombret. Das gelte besonders bei konstanten oder sinkenden Zinsen und sogar beim Szenario eines Zinsanstiegs. „Angesichts dieser Ergebnisse wäre ein Aussitzen der derzeitigen Lage für die befragten Kreditinstitute verantwortungslos, für manche davon ja sogar gefährlich“, sagte Dombret weiter. Daher gelte es, auf Seiten der Banken frühzeitig Gegensteuerungsmaßnahmen zu ergreifen. Dennoch gibt es auch einen beruhigenden Aspekt: „Die meisten Banken haben mittlerweile genügend Speck angelegt, um die Niedrigzinsphase überstehen zu können“, erklärte Raimund Röseler, BaFin-Exekutivdirektor Bankenaufsicht. „Wir werden dafür sorgen, dass die Reserven für den Krisenfall auch zur Verfügung stehen. Wenn es im Einzelfall notwendig ist, werden wir dazu geeignete Maßnahmen ergreifen“, führte Röseler weiter aus.

Die Aufseher haben mit den Ergebnissen der Umfrage einen umfassenden Einblick in die Ertragsaussichten deutscher Kreditinstitute gewonnen. So lassen sich potenzielle Risiken bei einzelnen Kreditinstituten frühzeitig erkennen.

Die Erhebung basiert auf fünf Zinsszenarien: Zum einen wurden institutseigene Plan- und Prognosedaten erhoben. Zum anderen mussten die Kreditinstitute für vier vorgegebene Zinsszenarien Ergebnis-Simulationen durchführen.

Mit Blick auf die zunehmenden Belastungen durch das Niedrigzinsumfeld rechnen die Kreditinstitute bis 2019 im Aggregat damit, dass die Ergebnisse vor Steuern um rund 25% sinken werden – und das trotz derzeit günstiger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen sowie geplanter Kostensenkungen. Bei zwei von vier der vorgegebenen Zinsszenarien gehen die Ergebnisse im Aggregat um mehr als 50% zurück, bei einem davon sogar um 75%.

Das Ergebnis zeigt außerdem, dass mit einem deutlichen Rückgang der Ergebnisse zu rechnen ist, wenn das Niedrigzinsumfeld weiter anhält. Dies ist im Wesentlichen auf den Rückgang der Margen auf der Passivseite zurückzuführen, zum Beispiel bei den Spar- und Sichteinlagen.

Um die Auswirkung einer Verschlechterung der Kreditqualität auf die Kapitalausstattung der Kreditinstitute abzuschätzen, wurde die Umfrage zudem um Kredit- und Marktrisiko-Stresstests ergänzt (siehe Tabelle 2). Dabei wurde deutlich, dass die Institute seit 2011 in geringem Umfang risikoreichere Anlagen im Bestand haben und ihre durchschnittliche Restlaufzeit im Eigengeschäft ausweiten. Dadurch kommt es zu höheren Kreditausfall- und Marktrisiken. Bei den meisten Kreditinstituten sind jedoch ausreichend stille Reserven vorhanden, um die Stresseffekte sowohl beim Kreditausfall- als auch beim Marktrisiko abfedern zu können.

Die deutsche Aufsicht wird besonders anfällige Kreditinstitute einem intensiven Monitoring unterziehen und – wenn notwendig – Maßnahmen ergreifen, um deren Widerstandsfähigkeit zu stärken. Für die Institute gilt: Sie müssen mittel- bis langfristig ihre Strategien auf den Prüfstand stellen, vor allem Häuser mit zinslastigen Geschäftsmodellen.


http://www.fixed-income.org

--------------------------------------------------
BONDBOOK Restrukturierung von Anleihen
Auf 104 Seiten werden detailliert alle wichtigen Hintergründe rund um die Restrukturierung von Anleihen für Unternehmen und Anleihegläubiger erläutert.
Die Ausgabe kann zum Preis von 29,00 Euro (inkl. USt. und Versand) beim Verlag oder im Buchhandel (ISBN 978-3-9813331-2-1) bestellt werden.
http://www.restrukturierung-von-anleihen.com
--------------------------------------------------

Investment

Hohe Einstiegsrenditen von Anleihen können Inflationsverluste abfedern. Niedrige lassen Anlegern dagegen kaum ein Sicherheitspolster.

In Robert Louis Steven­sons Aben­teuer­roman „Die Schatz­insel“ weist eine Karte den Weg zu Reich­tümern. Doch wer ihr folgt, begibt sich oft in…
Weiterlesen
Investment
Der Kupon eines Syndi­cated Loans passt sich laufend an den Referenz­zins an – anders als bei klassischen Unter­nehmens­anleihen mit festem Kupon.…
Weiterlesen
Investment
Weltweit kommt es zu einem Aus­verkauf langfristiger Anleihen, doch die Schwellen­länder folgen nicht dem üblichen Muster. Höhere globale Renditen…
Weiterlesen
Investment

Barometerwert steigt von -25,97 auf -12,30 Punkte

Die Stimmung unter den gewerb­lichen Immo­bilien­finan­zierern ist im dritten Quartal 2026 besser geworden, bleibt aber weiter im deutlich nega­tiven…
Weiterlesen
Investment
Die US-Hyper­scaler ent­wickeln sich in rasan­tem Tempo zu prägenden Emittenten am Unter­nehmens­anleihe­markt. Die aktuelle Studie des Asset Managers…
Weiterlesen
Investment
Die Kosten der Staats­ver­schul­dung sind in den Schlag­zeilen – nicht nur auf den Wirtschafts­seiten, sondern auch auf den Titel­seiten. Als…
Weiterlesen
Investment
Ariel Bezalel und Harry Richards, beide Invest­ment­manager des Jupiter Dynamic Bond, erläutern, warum Schwellen­länder­anleihen in lokaler Währung –…
Weiterlesen
Investment
Libby Cantrill, Head of Public Policy bei PIMCO, kommen­tiert mög­lichen Folgen der Midterm-Wahlen in den USA. So hätte ein Erfolg der Demo­kraten…
Weiterlesen
Investment
Nach Jahren extrem niedriger Zinsen haben sich die Vorzeichen am Renten­markt geändert. Steigende Renditen haben kurzfristig zu Kurs­verlusten…
Weiterlesen
Investment
Franzö­sische Unter­nehmens­anleihen zeigen im Vergleich zu den Märkten für Staats­anleihen weiterhin eine be­merkens­werte Wider­stands­fähig­keit.…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!