YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige

Eurokrise ist beendet - wenn Regierungen einen Mittelweg zwischen Sparen und Wachsen finden

Finanzmarktkolumne von Dr. Jan Amrit Poser, Chefökonom bei der Bank Sarasin & Cie AG

Noch Mitte 2012 erwarteten viele Schwarzseher, dass der Euro auseinanderbricht. Ganz anders zeigt sich die Stimmung zu Beginn des Jahres 2013: Die Zinsen in der Peripherie sind gesunken, der Euro steigt und selbst der griechische Aktienindex hat sich in den letzten sechs Monaten mehr als verdoppelt. Ist diese «Europhorie» gerechtfertigt?

Tatsächlich grenzt es an ein Wunder, dass Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), mit seiner Rede im Juli 2012 an der Global Investment Conference in London die Finanzmärkte hat beruhigen können. Mit seiner Drohung, alles zu unternehmen, um den Euro zu bewahren und dem Hinweis «…und glauben Sie mir, es wird genug sein», hat er deutlich gemacht, dass gegen die unlimitierte Feuerkraft der EZB keine Chance besteht. Bis heute ist seine Entschlossenheit zwar von den Finanzmärkten nicht getestet worden. Das wichtigste ist aber, dass diese Worte tatsächlich reale Auswirkungen in der Wirtschaft zeigen. Auch wenn Euroland in der zweiten Jahreshälfte 2012 in der Rezession war, so deuten die Stimmungsindikatoren der Industrie und die Geldmengenentwicklung auf einen Aufschwung im Jahr 2013 hin. Der Teufelskreis von Kreditklemme und Kapitalflucht ist gestoppt.

Sind damit alle Risiken gebannt? – Nein. Das grösste finanzielle Risiko in Euroland bleibt momentan Spanien. Der Immobilienmarkt durchläuft weiterhin eine tiefe Krise, was die Banken vermehrt dazu zwingt, Rückstellungen für faule Kredite zu bilden. Sollten die Rückstellungen über das Niveau der Annahmen des bisherigen Stress-Szenarios steigen, müssten die spanischen Banken noch einmal Kapitalspritzen erhalten.

Das letzte Jahr hat uns jedoch zweierlei gelehrt: Erstens stellen finanzielle Probleme eines Mitgliedslandes angesichts der unbeschränkten Liquidität der EZB nicht mehr das dominante Risiko für Euroland dar. Die zweite Lehre des letzten Jahres ist, dass die Demokratie die letztendliche Grenze für den Euro darstellt. Wenn nämlich die Bevölkerung eines Eurolandes beschliesst, aus dem Euro auszutreten, wird man dieses Land wohl oder übel austreten lassen müssen, auch wenn dies einen Finanzsturm nach sich ziehen wird.

Neben Italien gehen dieses Jahr Zypern, Deutschland und Österreich an die Urne. Überall spielen radikale Parteien die Karte der Reformmüdigkeit. Doch die Eurobarometer-Umfrage hat im November 2012 gezeigt, dass im Durchschnitt aller Euroländer etwa zwei Drittel der Bevölkerung den Euro für eine gute Sache halten. In Griechenland beträgt der Anteil der Befürworter sogar 77 Prozent. Die Politiker werden dieses Votum nicht ignorieren können.

Die akute Phase der Eurokrise ist dann überwunden, wenn die zugrundeliegenden Probleme auch angegangen werden. Doch genau hier liegt die Krux. Werden die momentanen Sparpläne implementiert, wird die Wirtschaft bis Jahresende 2013 stark gebremst. Ohne Wachstum kommt Euroland aber nicht aus seinen Schulden heraus. Bis Ende des Jahres sieht die Bank Sarasin deshalb die Eurosorgen wieder aufflackern, wenn auch nicht mehr so heftig wie im Jahr 2012.

----------------------------------------
Soeben erschienen: BOND YEARBOOK 2012/13 -
Das Nachschlagewerk für Anleiheinvestoren und -Emittenten
Renommierte Autoren und Interviewpartner nehmen Stellung zu den Themenfeldern High Yield-Anleihen, Mittelstandsanleihen, Covered Bonds, Investmentstrategien sowie Tax & Legal. Das jährliche Nachschlagewerk erscheint bereits im 4. Jahrgang und hat einen Umfang von 108 Seiten. Die Ausgabe kann zum Preis von 29 Euro beim Verlag bezogen werden:
http://www.fixed-income.org/fileadmin/2012-11/Flyer_Bestellformular_BondBook_12_13.pdf
----------------------------------------

Investment

Barometerwert steigt von -25,97 auf -12,30 Punkte

Die Stimmung unter den gewerb­lichen Immo­bilien­finan­zierern ist im dritten Quartal 2026 besser geworden, bleibt aber weiter im deutlich nega­tiven…
Weiterlesen
Investment
Die US-Hyper­scaler ent­wickeln sich in rasan­tem Tempo zu prägenden Emittenten am Unter­nehmens­anleihe­markt. Die aktuelle Studie des Asset Managers…
Weiterlesen
Investment
Die Kosten der Staats­ver­schul­dung sind in den Schlag­zeilen – nicht nur auf den Wirtschafts­seiten, sondern auch auf den Titel­seiten. Als…
Weiterlesen
Investment
Ariel Bezalel und Harry Richards, beide Invest­ment­manager des Jupiter Dynamic Bond, erläutern, warum Schwellen­länder­anleihen in lokaler Währung –…
Weiterlesen
Investment
Libby Cantrill, Head of Public Policy bei PIMCO, kommen­tiert mög­lichen Folgen der Midterm-Wahlen in den USA. So hätte ein Erfolg der Demo­kraten…
Weiterlesen
Investment
Nach Jahren extrem niedriger Zinsen haben sich die Vorzeichen am Renten­markt geändert. Steigende Renditen haben kurzfristig zu Kurs­verlusten…
Weiterlesen
Investment
Franzö­sische Unter­nehmens­anleihen zeigen im Vergleich zu den Märkten für Staats­anleihen weiterhin eine be­merkens­werte Wider­stands­fähig­keit.…
Weiterlesen
Investment

Europäische Unternehmensgewinne sind zuletzt kräftig gestiegen. Für eine dauerhaft höhere Bewertung muss das Wachstum aber breiter und verlässlicher…

„Die Form folgt der Funktion“: Am Bauhaus in Dessau war das mehr als eine Stil­frage. Ein guter Entwurf musste sich im Alltag bewähren. Europas…
Weiterlesen
Investment

von Ernest Yeung, Portfoliomanager bei T. Rowe Price

Die Schwellen­märkte haben bereits eine starke Ent­wicklung hinter sich. Die nahe­liegende Frage für Anleger mit Blick auf das Jahr 2027 lautet: Haben…
Weiterlesen
Investment
Die Ent­scheidung der US-Noten­bank ihre Leit­zinsen um 25 Basis­punkte – auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent – anzu­heben, war weit mehr als…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!