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FFK Environment: Eurologistik Umweltservice übernimmt Teile des insolventen FFK Konzerns

Bandbreite der möglichen Quote für Anleihegläubiger liegt zwischen einem höheren einstelligen Prozentbereich bis zu über 30%

Professor Dr. Rolf-Dieter Mönning, Insolvenzverwalter der drei Gesellschaften aus dem FFK-Konzern, hat sich mit den Verantwortlichen der Eurologistik Umweltservice GmbH aus Massen bei Finsterwalde auf den Verkauf der Rohstofftiger Gesellschaft für Wertstoffaufbereitung und Rückgewinnung mbH sowie von Teilen der Vermögenswerte der FFK Environment GmbH geeinigt. Die Übernahme erfolgt am 1. August 2014. Der Gläubigerausschuss hat dem Verkauf zugestimmt. Über Vertragsdetails wie den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

Mönning kann mit der Übernahme alle verbliebenen 20 Arbeitsplätze der Rohstofftiger Gesellschaft für Wertstoffaufbereitung und Rückgewinnung sowie
voraussichtlich 35 Arbeitsplätze der FFK Environment sichern. „Von der FFK Environment geht der Bereich an den neuen Investor über, der wie bisher die Logistik für die Rohstofftiger Gesellschaft übernimmt“, sagt Mönning. Die 28 Beschäftigten der Environment, die nicht vom neuen Investor übernommen werden können, erhalten das Angebot, für maximal vier Monate in eine Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft zu wechseln. Hier werden sie für künftige berufliche Aufgaben weiterqualifiziert und beziehen 80 Prozent ihrer bisherigen Löhne und Gehälter.

Bereits unmittelbar nach Verfahrensbeginn waren einschneidende Sanierungsmaßnahmen erforderlich, um die Voraussetzungen für eine Fortführung der Betriebe zu schaffen. Dazu gehörte auch der Abbau eines Teils von ursprünglich etwa 140 Arbeitsplätzen in beiden
Gesellschaften.

Eurologistik Umweltservice setzte sich im Investorenprozess gegen verschiedene Mitbewerber durch und wird den Geschäftsbetrieb der Rohstofftiger Gesellschaft in Jänschwalde behalten. Die Immobilien in Peitz verbleiben im Besitz der insolventen FFK-Environment Gesellschaft. „Hier sind wir mit verschiedenen Unternehmen im Gespräch, die Interesse an den
Standorten und den Gebäuden bekundet haben“, sagt Mönning. Mit einem Ergebnis rechnet er frühestens zum Spätherbst 2014.

Der Investorenprozess für die dritte Gesellschaft aus dem FFK-Konzern läuft derweil weiter. Eine erfolgreiche Übernahme der FFK Compositepellets Forst GmbH wird im Wesentlichen davon abhängen, ob der Anlagenbauer Dieffenbacher die technischen Probleme der neuartigen Maschine zur Produktion von Pellets aus biogenen und fossilen Grundstoffen (z.B. Braunkohle) löst und die Anlage in den Dauerbetrieb genommen werden kann. „Compositepellets sind für einen Investor vor allem dann interessant, wenn mit der neuartigen Anlage zur Produktion eines Brennstoffs mit gegenüber klassischen Brennstoffen verbesserter Kohlendioxid-Bilanz Geld verdient werden kann“, sagt Insolvenzverwalter Mönning. Die Anlage stand zu Beginn des Verfahrens im Oktober 2013 still, wurde seither überarbeitet und geht nun in den Testbetrieb. „Die Anlage sollte bereits vor zwei Jahren in den Betrieb gehen. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir jetzt eine große Hürde erfolgreich genommen haben“, sagt Mönning. Durch einen möglichen Verkauf lasse sich vor allem die Quote für gerechtfertigte Ansprüche der Gläubiger erhöhen. Die Gesellschaft hat 9 Beschäftigte.

Für die Entwicklung der Pelletierungsanlage der FFK Compositepellets GmbH hatte die Gesellschaft ein umfangreiches Darlehen der Muttergesellschaft FFK Environment GmbH erhalten. Mitte 2011 hatten Anleger eine entsprechende Unternehmensanleihe mit einem Volumen von rund 16 Millionen Euro gezeichnet und so dem Unternehmen zusammen mit einem Finanzinvestor die Liquidität zum Ausbau bestehender Kapazitäten, sowie der Entwicklung und Inbetriebnahme dieser Pellet-Anlage zur Verfügung gestellt. Da die Anlage aufgrund technischer Probleme nicht in den Dauerbetrieb gehen konnte, blieben notwendige Einnahmen aus, mit denen das Darlehen hätte bedient werden müssen. Dies war ein Grund für die folgenden Insolvenzanträge der Gesellschaften.

Für eine mögliche Quote auf die Forderungen der Anleger und der übrigen Gläubiger ist ein wesentliches Kriterium, ob und welche der zahlreichen Schadenersatzforderungen auf langfristige Lieferverpflichtungen obsiegen und ob es gelingt, auch das Vermögen der Compositepellets zu veräußern. Laut Mönning ist aufgrund verschiedener noch nicht geklärter Sachverhalte zum jetzigen Zeitpunkt keine verbindliche Aussage zur Quote möglich. Die Bandbreite einer möglichen Auszahlungsquote auf berechtigte Ansprüche der Gläubiger liegt zwischen einem höheren, einstelligen Prozentbereich bis zu über 30 Prozent. An dem Verfahren sind über 700 Forderungen mit einem Volumen von nahezu 60 Millionen Euro beteiligt.

Über das bisherige Insolvenzverfahren

Professor Dr. Rolf-Dieter Mönning hatte seit Insolvenzantrag Ende Oktober 2013 Sanierungsoptionen für die drei Unternehmen geprüft. Er sah grundsätzlich realistische Chancen für eine erfolgreiche Restrukturierung. Jedoch müssen die Unternehmen dafür an signifikante Veränderungen im Abfallgeschäft angepasst werden, insbesondere an den massiven Preisverfall. Auch die technischen Probleme der Pelletier-Anlage bei der FFK Compositepellets müssen gemeinsam mit dem Anlagebauer Dieffenbacher schnell gelöst werden, denn nur wenn die Anlage störungsfrei läuft, kann das Unternehmen damit Geld verdienen. Die Unternehmens-Gruppe hat sich in der Vergangenheit bei diesen Investitionen verkalkuliert.

Insolvenzverwalter Mönning gelang es, den Geschäftsbetrieb aller drei Gesellschaften aus dem FFK-Konzern seit Insolvenzantrag zu stabilisieren und fortzuführen. Mit verschiedenen Sanierungsmaßnahmen konnte er die Produktionsabläufe im laufenden Insolvenzverfahren effizienter gestalten und Kosten sparen. Bei Insolvenzantrag beschäftigten die drei Gesellschaften zusammen insgesamt etwa 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 60 Beschäftigten musste zwischenzeitlich betriebsbedingt gekündigt werden. Sie haben ebenfalls das Angebot für den Eintritt in eine Transfergesellschaft erhalten.

Durch einen im Januar 2014 eingeleiteten Investorenprozess im geordneten Bieterverfahren wollte Mönning einen Investor finden, der die Unternehmen weiterführt und dabei möglichst viele Arbeitsverhältnisse übernimmt. Die Insolvenzverfahren der Gesellschaften wurden im März 2014 vom zuständigen Amtsgericht in Cottbus eröffnet.

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