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Fidelity Marktkommentar: Chinas Wirtschaft braucht starken Renminbi

Chinas Wirtschaft ist im ersten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 8,1% gewachsen - 0,3 Prozentpunkte weniger als erwartet, aber über dem Jahresziel von 7,5%. Das gab die chinesische Regierung heute bekannt. Um den Binnenkonsum und damit die Wirtschaft zu stärken - so wie im aktuellen Fünf-Jahresplan festgelegt - wird China seine Währung weiter schrittweise öffnen, sagt Bryan Collins, Fondsmanager des Fidelity China RMB Bond Fund:

"Ein starker Renminbi fördert die heimische Wirtschaft und den Binnenkonsum, beides zentrale Anliegen der Regierung, um das Wachstum Chinas nachhaltig zu sichern. In der Vergangenheit hat die chinesische Regierung die Währung künstlich tief gehalten, um die Exporte des Landes nicht zu gefährden. Nun jedoch öffnet Peking schrittweise seine Währung und lässt eine langsame Aufwertung zu.

Zudem verfolgt Peking seit einiger Zeit den Plan, den Renminbi auch als Anlagewährung zu internationalisieren. Aus Sicht der chinesischen Zentralbank ist es im Interesse des Landes, den Renminbi als internationale Handels- und Anlagewährung zu etablieren. Denn das ermöglicht, die problematische, phasenweise auftretende Dollar-Knappheit in Chinas Außenhandel besser abzufedern und sich schrittweise vom US-Dollar zu emanzipieren. Von der graduellen Internationalisierung profitiert derzeit insbesondere der sogenannte Dim-Sum-Markt in Hongkong, an dem Anleihen in der chinesischen Landeswährung offshore frei begeben werden können. Benannt ist dieser Handelsplatz nach Dim-Sum-Gerichten, den Leckerbissen des Landes. Und der Appetit von Anlegern und Emittenten aus der ganzen Welt auf diese in Hongkong ausgegebenen Schuldverschreibungen ist groß. Zu den Staatsanleihen und Schuldverschreibungen chinesischer Banken kamen zunächst zahlreiche große chinesische Firmen als Emittenten von Renminbi-Bonds. Inzwischen setzen auch schon internationale Konzerne wie McDonald's oder Caterpillar, die in den chinesischen Markt drängen, auf eigene Dim-Sum-Anleihen. Derzeit werden in diesem Markt 70 vergleichsweise liquide Anleihen verschiedener Emittenten mit einem Volumen von mehr als 100 Milliarden Renminbi gehandelt - das entspricht etwa 16 Mrd. US-Dollar. Anleger, die ein Auge auf den Renminbi geworfen haben, sollten sich jedoch in der kommenden Zeit wegen der angekündigten flexibleren Währungspolitik auf eine höhere Volatilität einstellen.

Grundsätzlich bleiben die Aussichten für den Dim-Sum-Markt aber weiter positiv. Das kürzlich unterschriebene Währungs-Swap-Abkommen zwischen China und Australien ist die jüngste Initiative Pekings, die angestrebte Internationalisierung der Landeswährung und des chinesischen Anleihenmarktes zu unterstützen. Dazu haben die Notenbanken beider Länder einen Vertrag über einen Währungs-Swap im Volumen von rund 31 Milliarden US-Dollar unterzeichnet. Das wird die Abwicklung des Außenhandels in Renminbi weiter erleichtern. Und es unterstreicht das Potenzial des Renminbis als künftige Reservewährung."
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