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Fidelity Marktkommentar: Finanzunternehmen bleiben attraktiv

Sotiris Boutsis, Manager des 1,2 Mrd. Euro schweren Fidelity Global Financial Services Fund, kommentiert den globalen Markt für Finanzunternehmen

Die USA könnten im Finanzbereich vor einer Deregulierung und Lockerung des bestehenden Regulierungsrahmens stehen. So scheint das US-Finanzministerium bestehende Bestimmungen wie beispielsweise die Volcker-Regel weniger streng auslegen zu wollen. US-Banken könnte das zu besserer Kapitalausstattung und verbesserten Aufwands-Ertragsquoten verhelfen.

Auch die Versicherer in den USA scheinen wieder interessante Investments – insbesondere die Kfz-Versicherer. Denn nach längerer Verluststrecke steigen hier inzwischen wieder die Prämien aufgrund von einer erhöhten Anzahl von Schadensfällen. Zudem haben die letzten Hurrikans dramatische Verwüstungen angerichtet und damit den Ausblick für die Rückversichererungsprämien aufgehellt. Seit Jahresbeginn summieren sich die Katastrophenschäden auf rund 100 Milliarden US-Dollar und übersteigen damit die Prämieneinnahmen der Versicherer. Das wird vermutlich zu einer gewissen Marktbereinigung und höheren Rückversicherungsprämien führen.

Attraktive europäische Finanzwerte
In Europa bieten sich attraktive Anlagechancen durch die unterschiedlich hohen Renditeniveaus dies- und jenseits des Atlantiks. Das dürfte die Inflationserwartungen wieder anfachen, während die Europäische Zentralbank (EZB) zugleich die geldpolitischen Zügel etwas strafft. Für europäische Renditetitel stimmt das zuversichtlich. Mehr Transparenz in Sachen Basel IV könnte die Stimmung zusätzlich heben. Beim Basel-Regelwerk lässt der Eifer der Politiker spürbar nach, denen es schwerfällt sicherzustellen, dass Banken trotz Negativzinsen und strenger Regulierung weiter Kredite vergeben. Südeuropäische Geldhäuser werden daher von steigenden Zinsen und von positiven Entwicklungen im Management profitieren, die in den aktuellen Kursen noch nicht eingepreist sind.

Bei britischen Aktien sind Unsicherheiten durch den Brexit allgegenwärtig, aber in den Kursen weitgehend berücksichtigt. Etliche Banken haben sich ihrer Altlasten nahezu entledigt und den Spielraum zur weiteren Optimierung ihrer Kapital- und Finanzierungsstruktur noch nicht gänzlich ausgeschöpft. Aus der Versicherungsbranche stechen Wachstumsunternehmen aus den Spezial- und Cyber-Versicherungssparten heraus.

Asiens Versicherungsmarkt profitiert von Öffnung

Von der Öffnung des chinesischen Versicherungsmarktes profitieren nicht nur ausländische Anbieter, sondern auch Konzerne aus der Region. Insgesamt ist den Regierungen in Asien sehr daran gelegen, die Versicherungslücke in ihren Ländern zu schließen. Überdies verspüren etliche Länder Auftrieb durch eine stärkere Konjunkturdynamik. Ein gutes Beispiel ist Thailand: Mit seinem hohen Leistungsbilanzüberschuss ist es dem Land gelungen, die Wirtschaft zu stabilisieren. Geplante zusätzliche Infrastrukturausgaben sollten den Konjunkturmotor weiter ankurbeln. Auch Banken aus Korea bleiben interessant. Einige Kreditinstitute haben ihre Bilanz saniert und bei den Margen noch Luft nach oben angesichts möglicher Änderungen im Produkt-Mix und zu erwartender Zinserhöhungen. Interessant sind auch koreanische Versicherungen. Bis vor kurzem waren sie gezwungen, die Prämien für bestimmte Leistungen stabil zu halten. Nun aber dürfen sie die Preise anheben, während die Regierung zugleich Maßnahmen ergreift, um ihnen bei der Finanzierung einer höheren Versicherungsdeckung zu helfen.

http://www.fixed-income.org/  (Foto: Sotiris Boutsis © Fidelity)

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