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Mini-Hochzinsanleihen: Auf der Suche nach…

von Ralf Meinerzag, Steubing AG

Wir hatten es prognostiziert: Der Oktober 2017 hat den Privatanlegern in Mittelstandsanleihen wieder Freude gemacht. Neben den Vollplatzierungen in teilweise kürzester Zeit von verschiedenen Minibonds, sprechen auch noch die rekordverdächtigen hohen Umtauschquoten von Alt- in Neuanleihen eine deutliche Sprache.

Auf der Suche nach den Goldenen Zeiten: Heißt das, dass jetzt alles wieder gut ist? Alle Beteiligten – Institutionelle Investoren, Privatanleger und auch die bewertende Öffentlichkeit (Medien) – haben die Fehler vergessen? „Scotty, beam uns ins Jahr 2012“; da war noch alles in Ordnung. Die letzten Monate zeigen, dass das zarte Pflänzchen „Mittelstandsanleihen“ von vielen nicht wohlmeinenden Gesellen nicht völlig zertrampelt worden ist und sich versucht langsam wieder aufzurichten. Dafür braucht es aber noch lange Unterstützung von außen, denn alleine hat es nicht die Kraft. Hier sind insbesondere die beratenden Banken gefragt, die die manchmal zu optimistischen Emittenten auf den Boden der Tatsachen zurück holen müssen. Unternehmen, die am Kapitalmarkt agieren wollen, müssen sich zukünftig striktere Convenants nachvollziehbar unterwerfen.

Auf der Suche nach dem richtigen Zinssatz: Es ist völlig klar, dass Emittenten versuchen, den niedrigsten Zinssatz für ihren Kapitaldienst auszuloten. Dafür nutzen sie den Wettbewerb. Die Zahl der potentiellen Emittenten hat durch die veritable Krise am Markt für Mittelstandsanleihen abgenommen. Im Beauty Contest zwischen den beratenden Banken, wird die Höhe des anzubietenden Kupons, zunehmend zum Ausschlusskriterium für die Gewinnung des Mandats.

Dabei wird aber schnell vergessen, Mittelstandsanleihen sind Hochzinsanleihen, die Fremdkapital als Risikokapital einwerben. Die Aussagen, dass die Zinsen für Firmenkredite etwas über zwei Prozent liegen, sind hier definitiv wertlos. Der Risikozinssatz von Banken ist deutlich höher und durch die Basler Regelungen vorgegeben. Umso risikoreicher der Kredit, umso mehr Eigenkapital wird damit in den Büchern der Banken blockiert. Ergo: Auch die Banken lassen sich das Fremdkapital gut verzinsen. Zusätzlich plädieren wir dafür, dass vermehrt halbjährliche Kuponzahlungen eingeführt werden, damit die Investoren Vertrauen in ihre Anlage gewinnen. Das würde auch dazu beitragen, dass die Bonds liquider zu handeln wären.

Auf der Suche nach der Mitte: Asiatische Kampfsportarten lehren, dass aus einer starken Mitte Geschwindigkeit und Kraft entstehen. Das ist körperlich extrem fordernd. Der Markt für Minibonds muss seine Mitte finden. Es müssen den Forderungen der Investoren und der Öffentlichkeit Gehör verschafft werden. Das ist zugegebener Maßen anstrengend - aber schafft einen gesunden Markt.

Auf der Suche nach dem richtigen Namen: Vielleicht ist es jetzt auch an der Zeit im Sinne von Produktwahrheit und Produktklarheit von Mini-Hochzinsanleihen zu sprechen. Wir werden das ab jetzt tun.

http://www.fixed-income.org/


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