YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Multi Asset im zweiten Halbjahr 2025: Staatsausgaben dominieren Marktgeschehen

Yves Ceelen © DPAM

Vorbei sind die Zeiten, als Fed und EZB aggres­siv durch quanti­tative Locker­ung, Forward Guidance und rasche Zins­senkungen auf eine stabile Wirtschaft hin­wirkten. Heute sind es vor allem Regier­ungen, die mit ihrer Fiskal­politik die Märkte beein­flussen. Was das in den kom­menden Monaten für die Asset Allocation bedeutet, erläutert Yves Ceelen, CIO Global Balanced von DPAM:

Fiskalpolitik setzt Zentralbanken unter Druck

Die Expansion staatlicher Haushalte ist zur bestimmenden Kraft an den Märkten geworden. Die Zentralbanken haben mit den Folgen der höheren Verschuldung zu kämpfen. So schreckt die Fed vor Zinssenkungen zurück, da diese Inflation auslösen könnten. Die Zentralbanken laufen damit Gefahr, in die Unterstützung der Kreditbedingungen für Staaten hineingezogen zu werden. Anleger können sich nicht mehr allein auf Inflationsdaten oder die Reden der Zentralbanker verlassen. Der Fokus liegt auf Haushaltsplänen, politischen Zyklen und dem Anleiheangebot.

Inflation begrenzt den Spielraum

Der Status des US-Dollar als sicherer Hafen bröckelt. Die enorme Staatsverschuldung und wiederholte Herabstufungen der Kreditwürdigkeit lassen Zweifel an der Fähigkeit Washingtons aufkommen, die Defizite in den Griff zu bekommen. Steigende Renditen für Staatsanleihen werden zunehmend als Ausdruck der angespannten Haushaltslage gewertet. Hinzu kommt eine Inflation von etwa 3 %, die den Spielraum der Fed für Zinssenkungen oder umfangreiche Anleihekäufe einschränkt. Eine „Flucht in die (Dollar-)Qualität“ könnte zu negativen Realrenditen führen, wenn die Inflation wieder anzieht.

Neben dem gesamtwirtschaftlichen Umfeld tragen die Weltpolitik, Handelsspannungen und regulatorische Ungewissheit zur zunehmenden Unsicherheit bei. Schlagzeilen über Zollandrohungen und geopolitische Instabilität haben mehrfach zu Volatilitätsschüben an den Aktien-, Kredit- und Devisenmärkten geführt.

Hohe Schwankungen sind jedoch nicht per se schlecht. In einer Multi-Asset-Positionierung können sich taktische Anlagechancen ergeben, wenn sich eine Assetklasse bewegt und die andere zurückbleibt. Bewegen sich Aktien- und Anleihemärkte gemeinsam, ist Vorsicht geboten.

Europäische Aktien – pragmatisch investiert

Europäische Aktien profitieren von ihren Bewertungen, staatlichen Programmen und einer Währung, die nicht mehr strukturell schwach erscheint. Sie bieten eine pragmatische Möglichkeit, auf globales Wachstum zu setzen, ohne das gesamte US-Konzentrationsrisiko zu tragen. Börsennotierte Immobilienunternehmen scheinen ebenfalls gut positioniert, um von einer Stabilisierung der Leitzinsen zu profitieren. Viele andere europäische Sektoren verfügen ebenfalls über erhebliches Wachstumspotenzial.

Bei US-Aktien warten wir ab, anstatt zu kaufen, bis die Gewinnrevisionen die Erwartungen eingeholt haben. US-Anleihen erscheinen derzeit ebenfalls weniger attraktiv. Längerfristige Staatsanleihen meiden wir, bis mehr Klarheit über die Tragfähigkeit der Staatsverschuldung herrscht.

Realwerte – erprobte Beimischung

Schließlich schätzen wir Portfoliobestandteile, die unabhängig von den wechselnden Zielen der politischen Entscheidungsträger sind. Gold und (gelegentlich) Silber erfüllen diese Rolle seit 2018 gut; sie haben sowohl von der Unsicherheit über die Realzinsen als auch in Phasen hoher geopolitischer Risiken profitiert. Angesichts der derzeitigen Dominanz der Fiskalpolitik und der Marktturbulenzen erscheint eine moderate Allokation in solche Realwerte nach wie vor gerechtfertigt.

www.fixed-income.org 


 

Investment
Michael Vander Elst, Head of Emer­ging Markets Fixed Income bei DPAM, sieht Latein­amerika als gut posi­tioniert für lang­fristiges Wachs­tum,…
Weiterlesen
Investment

von Arif Husain, Head of Global Fixed Income und CIO bei T. Rowe Price

Während die Unruhen im Nahen Osten und der Opti­mismus hinsicht­lich künst­licher Intelligenz die Märkte weiterhin antreiben, ist die erste…
Weiterlesen
Investment

von Leonardo Basile, Portfoliomanager bei Eurizon

Die vergan­genen drei Monate waren an den Kapital­märkten vor allem von zwei Faktoren geprägt: geo­poli­tischen Spannungen und dem starken Anstieg der…
Weiterlesen
Investment

von Jill Hirzel, Senior Investment Specialist bei Insight Investment

Die EZB hat heute in einer einstim­migen und weithin erwar­teten Entschei­dung die Zinsen ange­hoben. Die EZB hat ihre Prog­nosen revidiert, die…
Weiterlesen
Investment

von Filippo Alloatti, Head of Financials (Credit) bei Federated Hermes

Die EZB hat mit einer Zins­er­höhung um 25 Basis­punkte die Erwar­tungen bestätigt und den Haupt­refinan­zierungs­satz auf 2,25% angehoben. Die…
Weiterlesen
Investment
Sam Vereecke, CIO Fixed Income bei DPAM, beurteilt das aktuelle Markt­geschehen. Seine Kern­aussagen sind:•  US-Schuldenquote könnte binnen zehn…
Weiterlesen
Investment

von Massimo Spadotto, Head of Fixed Income bei Eurizon

Nach dem jüngsten Energie­preis­schock im Nahost-Kontext zeigte sich die Neube­wertung geo­politischer Risiken an den europä­ischen Anleihe­märkten…
Weiterlesen
Investment

von Cathy Braganza, Senior-Portfoliomanagerin bei Insight Investment

Anleger betrachten Unsicher­heit zu­nehmend nicht mehr als vorüber­gehende Störung, sondern als beständiges Merkmal des Anlage­umfelds nach der…
Weiterlesen
Investment

von Matt Bance, Portfoliomanager bei T. Rowe Price

Gold gehörte in den letzten Jahren zu den Spitzen­per­formern, gestützt durch eine starke Kombination aus Zentral­bank­käufen, geopolitischer…
Weiterlesen
Investment

Konsolidierung im europäischen Verteidigungssektor stellt nach der außergewöhnlichen Neubewertungsphase eine kaufenswerte Pause in einem mehrjährigen…

Nach einem Jahr­zehnt der Unter­investi­tionen im Vergleich zu den USA holt die EU nun auf. Die Verteidi­gungs­aus­gaben als Anteil am BIP steigen…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!