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NN IP: Deutschland führt grüne Zwillingsanleihe ein

Deutsche Regierung begibt erste grüne Anleihe und startet Aufbau einer grünen Zinskurve, Bundesanleihe ist wichtiger Meilenstein für Green-Bond-Markt

Nach den Niederlanden und Schweden ist Deutschland das dritte Land mit AAA-Rating, das eine grüne Staatsanleihe emittiert hat. Die Bundesregierung kündigte außerdem an, neben ihrer konventionellen Zinskurve eine grüne Zinskurve aufzubauen.

Deutschland führt das Konzept der „grünen Zwillingsanleihen“ ein, bei dem eine grüne Anleihe mit derselben Laufzeit und demselben Kupon wie eine herkömmliche Anleihe emittiert wird. Die grüne Anleihe ist eine separate Anleihe mit einem geringeren Emissionsvolumen als die konventionelle Anleihe. Ziel dieser Struktur ist es, sicherzustellen, dass die Emission von grünen Anleihen die Gesamtliquidität deutscher Staatsanleihen nicht negativ beeinflusst. Sie erleichtert auch eine natürliche Diversifizierung zwischen Investoren in konventionelle und grüne Anleihen.

„Wir unterstützen ausdrücklich die Emission grüner Bundesanleihen“, sagte Bram Bos, Lead Portfolio Manager Green Bonds bei NN Investment Partners. „Das Prinzip der ‚grünen Zwillingsanleihen‘ ist eine neue und innovative Form der Emission von grünen Anleihen, die wir befürworten. Wir halten dieses Modell für eine viel bessere Option als das Konzept, das derzeit von der dänischen Regierung geprüft wird, die versucht, separate grüne Etiketten oder Aufkleber auszugeben, die an jeder herkömmlichen Anleihe angebracht werden könnten.“

Deutschland ist das dritte Land mit AAA-Rating, das mit der Emission grüner Staatsanleihen beginnt, nach den Niederlanden im Jahr 2019 und jüngst Schweden am 1. September 2020.

„Wir denken, dass dies ein wichtiger Meilenstein für den Markt grüner Anleihen ist, da der Markt für deutsche Staatsanleihen einer der wichtigsten Orientierungspunkte auf den Kapitalmärkten ist“, so Bos weiter. „Offensichtlich beschleunigt sich das Wachstum des Marktes für grüne Anleihen weiter, und die starke Zunahme der staatlichen Emissionen gibt mehr Investoren die Möglichkeit, ihre gesamten Anleihe-Portfolios umweltfreundlicher zu gestalten“, so Bos.

Deutschland hat sich verpflichtet, bis 2050 nahezu klimaneutral zu sein. Im November 2016 verabschiedete die Bundesregierung den Klimaschutzplan 2050. Deutschland ist damit eines der ersten Länder, das seine langfristige Treibhausgas-Emissionsstrategie, wie im Pariser Abkommen vorgesehen, bei der UNO einreicht. Dieser Plan legt die Grundprinzipien für die Umsetzung der Klimaschutzstrategie des Landes fest, die darauf abzielt, die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu reduzieren.

Am 2. September emittierte Deutschland Anleihen im Wert von 6,5 Milliarden EUR mit einer Laufzeit von 10 Jahren. Im Gegensatz zu einigen anderen Ländern wie den Niederlanden, Belgien und Frankreich, plant die deutsche Regierung den Aufbau einer vollständigen Zinskurve. Dies gibt den Investoren mehr Möglichkeiten, ihr Anleihe-Portfolio an mehreren verschiedenen Punkten entlang der Zinskurve umweltfreundlicher zu gestalten. Nach dieser ersten grünen Anleihe wird Deutschland voraussichtlich ein regelmäßiger Emittent, der rund 10 Milliarden Euro pro Jahr in grünen Anleihen ausgibt.

Deutschland hat fünf Sektoren festgelegt, denen die Erlöse aus den grünen Anleihen zukommen sollen. Diese sind Verkehr; internationale Zusammenarbeit; Forschung, Innovation und Bewusstseinsbildung; Energie und Industrie sowie Land- und Forstwirtschaft, Naturlandschaften und Biodiversität.

„Obwohl wir es für eine positive Entwicklung halten, dass Deutschland begonnen hat, grüne Anleihen zu emittieren, ist der Rahmen für grüne Anleihen des Landes nicht so klar an internationalen Standards wie den Green Bond Principles und den Taxonomien der EU und der Climate Bond Initiative ausgerichtet wie einige andere grüne Staatsanleihen“, sagt Bos. „Zum Beispiel wird ein großer Teil dieser Erlöse aus grünen Anleihen für Züge und Schieneninfrastruktur verwendet werden, was auch den Güterverkehr mit fossilen Brennstoffen umfassen könnte. Uns fehlt die ‚Do no harm‘-Bewertung in diesem Regelwerk für grüne Anleihen, die eine der Säulen der EU-Taxonomie und des EU-Green-Bond-Standards ist. Wir sehen jedoch auch einige positive Aspekte und 
begrüßen das Bestreben der deutschen Regierung, die Produktion von grünem Wasserstoff nur bei der zulässigen Verwendung der Erlöse zuzulassen. Grüner Wasserstoff wird ausschließlich mit erneuerbarer Energie erzeugt, und der deutsche Markt für erneuerbare Energien ist gut aufgestellt, um diese aufregende Brancheninnovation zu entwickeln und kostenmäßig wettbewerbsfähig zu machen.“

https://www.green-bonds.com/
Foto: Bram Bos
© NN Investment Partners


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