YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige

Notenbanken behalten Kontrolle über Inflationserwartungen

von Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management in Zürich

In den USA schwächen sich der Arbeits- und Immobilienmarkt zwar leicht ab. Das hat aber noch keinen starken negativen Einfluss auf die Konjunktur, dämpft aber die Inflation und insbesondere die Inflationserwartungen. Der Immobilienmarkt ist seit einiger Zeit überhitzt. Aber die Lage ist in keiner Art und Weise mit der Subprime-Krise der Jahre 2007 und 2008 zu vergleichen. Die heutige Marktstruktur ist solider und die Abkühlung gesund. Entsprechend rechnen wir vorerst nicht mit einer Rezession. Aktuelle und vorauseilende Konjunkturindikatoren wie Auftragseingänge, Konsumausgaben und die noch steile Zinskurvenstruktur deuten aktuell auf genügend Konjunkturmomentum. Zudem entwickeln sich die Unternehmensgewinne trotz Wirtschaftsabschwächung sehr solide. Selbst bei einer milden Rezession dürfte dies zumindest dem Aktienmarkt und Unternehmensanleihen eine gewisse Stütze verleihen.

Die Notenbanken behalten weiterhin die Kontrolle über die Inflationserwartungen und damit auch über das Vertrauen in die langfristige Geldwertstabilität und das konjunkturelle Wachstum. Die Zinskurvenstruktur bleibt der wichtigste und zuverlässigste Frühindikator. Eine weitere Abflachung wäre ein Rezessionssignal und eine steilere Kurve am langen Ende ein gefährliches Signal steigender Inflationserwartungen. Kurzfristig könnten sich ‚Risky Assets‘ erholen, da viel Negatives eingepreist ist (beispielsweise eine milde Rezession) und deshalb bei teilweise günstigen Bewertungen Raum für positive Überraschungen besteht. Die langfristigen Zinsen dürften konsolidieren. Mittelfristig verbleibt aber wegen dem Bilanzabbau der US-Notenbank Fed ein von vielen Marktteilnehmern unterschätzter Belastungsfaktor. Ein potenzielle Markterholung in den kommenden Wochen werten wir deshalb nach wie vor als ‚Ruhe vor dem Sturm‘.

Die Fed hat ihre Geldpolitik überraschend weiter verschärft und den geplanten Bilanzabbau bekräftigt. Mittelfristig könnte sich dies als eine zu restriktive Geldpolitik erweisen und einen so genannten ‚policy mistake‘ darstellen. Zwar wird die EZB ab Ende Juli ebenfalls die Leitzinsen erhöhen, bleibt aber wesentlich weniger restriktiv als die Fed. China und Japan lockern ihre Geldpolitik dagegen weiter und wirken damit nicht nur konjunkturell, sondern auch geldpolitisch global ausgleichend. Zudem hat die EZB ein ‚Anti-Fragmentierungs-Tool‘ angekündigt. Damit will sie verhindern, dass die Zinsen in den Euro-Peripheriestaaten weiter ansteigen. Bereits die Ankündigung dieses Plans hat zu einer Beruhigung bei den langfristigen Zinsen in Italien und Spanien geführt. Dies belegt vorerst eine hohe Wirksamkeit. Die über diese Methode in Staatsanleihen der Peripheriestaaten investierten Gelder werden zudem ‚sterilisiert‘. Das heißt, die EZB verkauft oder emittiert andere Wertpapiere, um die Geldmenge insgesamt nicht zu erhöhen. Damit dürfte insgesamt ein für den Euro positiver Einfluss entstehen.

www.fixed-income.org
Foto: Beat Thoma © Fisch Asset Management


 

Investment
Die Börse Stuttgart hat die Order­buch­statistik für März 2026 ver­öffent­licht. Der Umsatz im Anleihe­handel betrug demnach 1,856 Mrd. Euro. Dies…
Weiterlesen
Investment

von Arif Husain, Leiter Global Fixed Income und Chief Investment Officer bei T. Rowe Price

Angesichts des andauer­nden Krieges kann man leicht aus den Augen verlieren, wie die Weltwirt­schaft noch vor wenigen Wochen aussah. Es ist jedoch…
Weiterlesen
Investment
Im März sind die Lebens­haltungs­kosten im Euro­raum deutlich auf 2,5% gestiegen, vor allem weil sich Energie im Vor­jahres­ver­gleich um 4,9 Prozent…
Weiterlesen
Investment

von Florian Späte, Senior Bond Strategist bei Generali Investments

Seit Ausbruch des Iran-Krieges sind die Renditen an den globalen Anleihe­märkten deutlich gestiegen. In den USA wurde der Anstieg vor allem durch…
Weiterlesen
Investment

von Daniel Sullivan and Darko Kuzmanovic, Portfolio Manager, Janus Henderson Investors

Ein wesent­licher Treiber für die Gesamt­rendite des S&P Global Natural Resources USD Index von 29,7% (MSCI ACWI +22,9%) war der strukturelle Trend…
Weiterlesen
Investment

von Ned Naylor-Leyland - Fondsmanager des Jupiter Gold & Silver Fund

Export­beschrän­kungen, rapide schwin­dende Lager­bestände, Back­wardation (höhere Spot- als Future-Preise) – durch die jüngsten Preis­ver­zerrungen…
Weiterlesen
Investment

von Sebastien Page, Head of Global Multi-Asset und Chief Investment Officer bei T. Rowe Price

Zwei Bot­schaften an die Anleger zum jetzigen Zeitpunkt: Diese Situation wird vorübergehen, aber es könnte länger dauern, als die Märkte erwarten. Die…
Weiterlesen
Investment

von Torsten Steinbrinker, Adrian Roestel und Dr. Matthias Ramser, Reichtmuth & Co

Bei täglich neuen Entwick­lungen im Iran-Krieg bleibt unser Basis­szenario eine mittel­fristige Ent­spannung. Ein Portfolio, das Wert auf…
Weiterlesen
Investment

Allianz Global Investors geht Partnerschaft mit der Talanx Versicherungsgruppe für den Ausbau des zweitgrößten deutschen Stromnetzes Amprion ein

Allianz Global Investors (AllianzGI) und Talanx Ver­sicherungs­gruppe haben heute bekannt gegeben, dass AllianzGI im Namen von…
Weiterlesen
Investment
Die jüngsten Ent­wick­lungen in der Welt­politik verändern die Aus­sichten an den Renten­märkten grund­legend, insbeson­dere in Europa. Was jetzt die…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!