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ODDO BHF erwartet höhere Volatilität im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen

Im Falle einer zweiten Amtszeit von Donald Trump hinge die Realisierung vieler wirtschaftspolitischer Vorhaben wie Steuersenkungen oder höherer Zölle stehen von der wirtschaftlichen Lage ab, merkt Laurent Denize, CIO ODDO BHF AM und Co-CIO ODDO BHF an. Diese biete weniger fiskalischen Spielraum als 2016 zu Beginn von Trumps erster Amtszeit: „Die Staatsverschuldung ist weiter gestiegen, das Haushaltsdefizit hat sich ausgeweitet, das globale Wachstum ist schwächer und die Inflation höher.“ In seinem aktuellen Monthly Investment Brief veranschaulicht Denize die möglichen Auswirkungen, die die Wahl von Trump oder Biden auf Europa haben könnte, anhand von vier Handlungsfeldern.

Handelspolitik (Zölle)

Wirtschaftspolitisch stand die Handelspolitik im Mittelpunkt von Trumps erster Amtszeit und könnte Denize zufolge auch eine mögliche zweite Amtszeit prägen. Er will einen Mindestzoll von 10% auf Importe aus allen Ländern und von 60% auf Importe aus China erheben. Ob dies zu einem neuen Handelskrieg nicht nur mit China, sondern auch mit der EU führen könnte, sei ist schwer abzuschätzen. Die Folgen aber könnten enorm sein, und zwar für beide Seiten, warnt Denize. „Denn die USA sind mit einem Anteil von knapp 20 Prozent der größte Exportmarkt der EU; umgekehrt ist die EU mit einem Anteil von 18 Prozent der größte Exportmarkt der USA, noch vor China. Diese gegenseitige Abhängigkeit sollte einen Kompromiss möglich machen, auch wenn die Androhung höherer Zölle auf EU- und China-Importe die Stimmung gegenüber europäischen, deutschen und chinesischen Aktien belasten könnte.“

Fiskalpolitik (Steuersenkungen)

Für Donald Trump ist seine große Steuerreform einer der unbestreitbaren Erfolge seiner ersten Amtszeit, da sie seiner Meinung nach die USA als Investitionsstandort gestärkt hat. Der nationale Körperschaftsteuersatz wurde von 35 Prozent auf 21 Prozent gesenkt. Allerdings kommen je nach Bundesstaat noch lokale Zuschläge hinzu, so dass der endgültige Satz höher liegt. Während Biden den Bundessteuersatz auf mindestens 28 Prozent anheben will, kann sich Trump eine Senkung auf 15 Prozent vorstellen. „Eine stärkere fiskalische Expansion unter einer Trump-Regierung könnte die Nerven der Anleihemärkte strapazieren, aber auch die Ertragserwartungen in den USA und die Stimmung gegenüber Konsumgütern, Small Caps und Finanztiteln verbessern. Die von Biden vorgesehenen höheren Steuern wären für europäische Unternehmen mit starker Präsenz in den USA nachteilig“, schreibt Laurent Denize.

Klima (Inflation Reduction Act, IRA)

„In der Klimapolitik glich der Wechsel von Trump zu Biden einem Gezeitenwechsel. Der missverständlich benannte protektionistische US-Inflation Reduction Act hat die Investitionen in nachhaltigkeitsbezogene Technologien mehr als verdoppelt. 17 Prozent dieser Investitionen stammen von EU-Unternehmen, angelockt durch attraktive Steuerabschreibungen“, so Denize. 2023 kündigten die Hersteller nachhaltigkeitsbezogener Technologien in der EU zusätzliche Investitionen in Höhe von 12 Mrd. USD in den USA an. Sollte Trump hier eine komplette Kehrtwende vollziehen, was Denize zufolge keineswegs sicher ist, da diese Politik auch republikanischen Bundesstaaten nütze, könnte die Stimmung im Bereich erneuerbare Energien/grüne Energie/ESG einen Dämpfer erhalten. „Wir erwarten aber einen leichten Vorteil für Europa, da der Inflation Reduction Act aufgrund einfach umsetzbarer Steuergutschriften zu Investitionsabflüssen in die USA geführt hat.“

Sicherheit (NATO-Mitgliedschaft)

Auch ohne das Extremszenario eines US-Austritts aus der NATO dürfte die EU wahrscheinlich verstärkt auf Industriepolitik setzen, um ihre unterdimensionierte Verteidigungsindustrie auszubauen, wenngleich die Dringlichkeit im Falle eines Wahlsiegs von Biden geringer wäre. Steigende EU-Militärausgaben könnten sich auf die Haushaltslage der Länder auswirken und Aktiensektoren wie Verteidigung/Industrie zugutekommen.

Anlageklassen und Sektoren im Fokus

Eine Wahl Trumps könnte ODDO BHF zufolge den US-Dollar, Energietitel, US-Aktien, US-Unternehmensanleihen und inländische zyklische Werte unterstützen und für Small Caps überwiegend positiv sein. Aktien aus der EU, Deutschland und China könnten hingegen zu den Verlierern gehören. „Bei den Auswirkungen auf europäische Aktien und Anleihen ist jedoch ein differenzierter Blick gefragt, da das Risiko eher spezifisch denn generell ist“, erläutert Denize. „Zwar stammen 25% der Umsätze der im MSCI Europe vertretenen Unternehmen aus den USA, jedoch nur 6,4% von Waren, die in die USA exportiert werden, d.h. potenziell von zusätzlichen US-Zöllen betroffen sind.“ Ihm zufolge gibt es nur wenige Sektoren, in denen gezielte Zölle Europa auf makroökonomischer Ebene erheblich treffen könnten. Wie schon in der ersten Amtszeit wäre die Automobilindustrie am stärksten von einem Handelskrieg bedroht, da die Einfuhrzölle in der EU höher sind als in den USA. Eine Erhöhung der Zölle um 10 Prozentpunkte würde zu einem Rückgang der EU-USA-Exporte um 20% für alle betroffenen EU-Automobilhersteller führen. Auch die Luxusgüterindustrie, die 20% ihres Umsatzes in den USA erzielt, würde unter höheren Zöllen leiden. „Je näher der Wahltermin im November 2024 rückt, desto mehr Volatilität erwarten wir für europäische Sektoren und Aktien, die direkt von möglichen politischen Veränderungen betroffen wären“, so Denize abschließend.

www.fixed-income.org 
Foto: Laurent Denize © ODDO BHF


 

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