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Scholz: Konzernergebnis 2013: -314,0 Mio. Euro

Die Umsatz- und Ertragslage des Scholz-Konzerns im Jahr 2013 war durch ein sehr schwieriges Umfeld im europäischen Schrott- und Stahlmarkt sowie durch die eingeleitete, tiefgreifende Restrukturierung und Neuausrichtung des Unternehmens geprägt. Der internationale Recyclingkonzern hat im vorläufigen und nicht geprüften Jahresabschluss zum 31. Dezember 2013 alle erkennbaren bilanziellen Wertkorrekturen aus der Restrukturierung und aus Verlustrisiken vorgenommen.

Erfolgskennzahlen des Konzerns 2013 nach HGB (vorläufig):

- Die Tonnage belief sich 2013 auf 8,63 Mio. Tonnen. Das ist ein Rückgang um 14,4% gegenüber dem Vorjahreswert von 10,08 Mio. Tonnen. Die rückläufige Tonnage ist sowohl markt- und konjunkturbedingt als auch Folge der Restrukturierung.

- Der Konzernumsatz erreichte 3,75 Mrd. Euro und lag damit 19,5% unter dem Vorjahreswert (4,65 Mrd. Euro). Dabei wirkte sich neben der geringeren Tonnage die rückläufige Preisentwicklung im europäischen Stahl- und Schrottmarkt aus.

- Die Rohertragsmarge konnte aufgrund einer Konzentration auf margenstärkere Geschäfte trotz des Mengen- und Margendrucks von 15,1% auf 15,5% der Gesamtleistung verbessert werden, was auch die Wirksamkeit der eingeleiteten Maßnahmen bestätigt.

- Scholz weist ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 124,9 Mio. Euro aus (2012: 180,1 Mio. Euro). Die EBITDA-Marge bewegte sich mit 3,3% vom Umsatz zwar unter Vorjahresniveau (3,9%), jedoch im oberen Bereich der Gesamtbranche in Europa.

- Scholz weist ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 51,9 Mio. Euro aus, nach 102,3 Mio. Euro im Vorjahr.

Das außerordentliche Ergebnis beläuft sich auf rund -285 Mio. Euro. Es setzt sich im Wesentlichen aus folgenden Positionen zusammen:

- Die Beendigung der Geschäftsbeziehung zum australischen Recyclingunternehmen CMA führte zu Wertberichtigungen von -95,1 Mio. Euro. Die Belastung aus CMA hatte Scholz bereits im Bericht zum 1. Halbjahr 2013 bekannt gegeben.
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Ferner setzt der Vorstand die im Restrukturierungskonzept über den gesamten Planungszeitraum 2013 bis 2015 enthaltenen bilanziellen Belastungen unter anderem aus den Veräußerungen von Nicht-Kerngeschäftsbereichen (Aluminiumproduktion, Edelbaustahl) komplett im Jahresabschluss 2013 um. Dies führt zu einer Einmalbelastung in Höhe von -115,6 Mio. Euro.

- Darüber hinaus wurden per 31. Dezember 2013 alle erkennbaren künftigen Verlustrisiken aus Forderungen und anderen Bilanzansätzen beseitigt. Dies führt im Konzern zu weiteren, im Restrukturierungskonzept bisher nicht erfassten Abwertungen, von in Summe -45,6 Mio. Euro.

Das im 2. Halbjahr 2013 realisierte, außerordentliche Ergebnis aus Abschreibungen über -161,2 Mio. Euro hat keine negativen Auswirkungen auf die Liquiditätssituation der Scholz Gruppe. Die am 8. März 2014 anstehende Zinskuponzahlung der Anleihe 2012/2017 ist, wie bereits bekannt gegeben, in der Liquiditätsplanung der Scholz AG berücksichtigt.

Nach Steuern ergibt sich aufgrund des hohen außerordentlichen Aufwands ein vorläufiges Konzernergebnis von -314,0 Mio. Euro (2012: 0,4 Mio. Euro).

Konzern-Bilanzkennzahlen per 31. Dezember 2013 (vorläufig)

- Die Bilanzsumme belief sich zum Jahresende 2013 auf 1,51 Mrd. Euro, ein Rückgang um rund 392 Mio. Euro (31. Dezember 2012: 1,91 Mrd. Euro). Dieser ist außer auf das rückläufige Geschäftsvolumen auch auf im Berichtsjahr bereits realisierte Unternehmensverkäufe und durchgeführte Abschreibungen zurückzuführen.

- Das Eigenkapital der Scholz Gruppe sank als Folge der negativen Ergebnisentwicklung auf ca. -13 Mio. Euro per 31. Dezember 2013 (31. Dezember 2012: 300,4 Mio. Euro). Erhebliche, stille Reserven im bestehenden Beteiligungsportfolio und Anlagevermögen der Scholz Gruppe, welche nach deutschen Rechnungslegungsstandards (HGB) nicht ausgewiesen werden können, relativieren den aktuellen buchtechnischen Eigenkapitalausweis. Die Planung sieht unverändert vor, die Eigenkapitalbasis durch den erfolgreichen Abschluss der laufenden Verhandlungen mit potenziellen Investoren für die Scholz AG deutlich zu stärken und wieder auf eine solide Grundlage zu stellen.

- Die Finanzverbindlichkeiten (Bankkredite, Anleihe und Schuldscheindarlehen) lagen Ende 2013 bei rund 1,10 Mrd. Euro (31. Dezember 2012: 1,05 Mrd. Euro). Es ist unverändert vorgesehen, die Finanzverschuldung durch die geplante Trennung von Nicht-Kerngeschäftsfeldern bis 2015 auf ca. 700 Mio. Euro zu verringern.

Investorenprozess in einem fortgeschrittenen Stadium
Der im 4. Quartal 2013 gestartete Investorenprozess zur Erhöhung des Eigenkapitals der Scholz AG befindet sich mit der derzeit laufenden Due Diligence in einem fortgeschrittenen Stadium.

Bei dem Investorenprozess zur Erhöhung des Eigenkapitals sowie bei den laufenden Verkaufsprozessen für die Geschäftsbereiche Aluminium-Produktion und Edelbaustahl ist es das Ziel, noch in der ersten Hälfte des Jahres 2014 zu erfolgreichen Abschlüssen zu kommen. Alle drei Prozesse bewegen sich weiterhin im Rahmen der Zeitpläne.

Oliver Scholz, CEO der Scholz AG: „Das Jahr 2013 war sicherlich das schwerste in unserer Firmengeschichte. Die umfassenden Wertberichtigungen ermöglichen, dass sich die Scholz AG mit einem neuen Investor künftig unbelastet entwickeln kann. In operativer Hinsicht ist die Scholz Gruppe positiv ins neue Jahr gestartet und zeigte nach derzeitigem Kenntnisstand eine Belebung des Geschäfts im Januar 2014.

Ungeachtet dessen wird das Jahr 2014 für Scholz, vor allem für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, noch einmal einen großen Kraftakt darstellen. Entscheidend ist aber, dass nun eine gute Basis gelegt ist, um die Restrukturierung zusammen mit unseren Geschäfts- und Finanzierungspartnern zum Erfolg zu führen.“


www.fixed-income.org

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