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S&P's Ausblick für Spanien zu optimistisch

Fidelity Marktkommentar

Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit Spaniens gestern gleich um zwei Stufen heruntergesetzt. Doch die Staatsschulden sind nur eines von vielen drängenden Problemen des Landes. Tristan Cooper, Analyst für Staatsanleihen bei Fidelity Worldwide Investment, erklärt, woran es in Spanien hakt

"Unsere Besorgnis über Spanien ist nicht neu, deswegen stimme ich auch der Grundthese S&P's zur Herabstufung Spaniens zu. Trotzdem gilt unsere größte Sorge nicht der Staatsverschuldung. Diese bleibt nach wie vor unterhalb des Durchschnitts innerhalb der Eurozone. Wir haben eher die gefährliche Mischung aus hoher Arbeitslosigkeit und einem sehr hohen Haushaltsdefizit mitten in einer tiefen Rezession im Blick. Das lässt der Regierung wenig Raum für große Schritte zu einer Haushaltskonsolidierung und wird das Land für einige Zeit Liquiditätsrisiken aussetzen.

S&P's revidierte Wachstumsannahmen scheinen mir immer noch sehr optimistisch. Die Unklarheit über die tatsächlichen Verbindlichkeiten der spanischen Banken bleibt eine Hauptsorge. In dem Punkt hat Spanien bisher einen entgegengesetzten Ansatz zu Irland gewählt. Irland hat die Kosten gleich in seine Staatsbilanz aufgenommen - im Rahmen seiner Kriseninterventionsstrategie, Kapital bereit zu stellen. Spanien hat die softere Alternative gewählt und die Banken zunächst angehalten, ihre Bilanzen selbst zu reparieren, bevor der Staat Geld in den Sektor pumpt.

Das Ende dieses Wegs könnte aber jetzt, wo die spanischen Banken an ihr Limit kommen, erreicht sein. Eine Entscheidung bezüglich der Bankenunterstützung wird sehr schnell fällig werden. Ebenso der Ruf nach EU-Hilfen."
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