YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Staatsanleihen der Eurozone – eine Anlageklasse in Trümmern

von Christophe Bernard, Chefstratege der Vontobel-Gruppe

Gemäß der alten Börsenweisheit "Mit Aktien gut essen, mit Anleihen gut schlafen" sind Staatsanleihen gleichbedeutend mit einer sicheren Anlage. In Anbetracht der Turbulenzen in der Europäischen Währungsunion (EWU) scheint jedoch nichts realitätsfremder zu sein als diese Einschätzung. Somit stellt sich für Euro-Investoren die Frage, was sie mit dem angeblich sicheren Teil des Portfolios anstellen sollen.

Nach der Einführung des Euro im Jahr 1999 glichen sich die Zinsen an und grenzüberschreitende Kredite schossen in die Höhe. Die Unterschiede in der Produktivität und dem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf schienen abzunehmen, während die Europäische Union eine immer engere wirtschaftliche Integration erlebte – bis das Platzen der Kreditblase im Jahr 2008 die unangenehme Wahrheit zu Tage brachte: Ein Großteil des Wirtschaftswunders, insbesondere in den sogenannten Peripheriestaaten, beruhte auf Überschuldungen, die zu unhaltbaren Ungleichgewichten führten. 2012 kann Griechenland seine Privatschulden nicht mehr bedienen, Irland und Portugal nehmen ein internationales Rettungsprogramm in Anspruch und die wirtschaftliche Lage Spaniens ist besorgniserregend. Zudem wird in der politischen Diskussion in Frankreich und den Niederlanden die Frage gestellt, ob sich Sparmaßnahmen ohne gleichzeitiges Wachstum lohnen.

Euro-Risiken werden unterschätzt
In unseren Augen unterschätzen die Marktteilnehmer die politischen Risiken im Zusammenhangmit dem Euro-Projekt. Die großen Vorteile einer gemeinsamen Währung haben immer weniger Bestand: Anstatt kleiner zu werden, wird die Zinsdifferenz zwischen Deutschland und den anderen Ländern des Euro-Raums immer größer. Grenzüberschreitende Kredite existieren mittlerweile kaum mehr. Die Ausschläge an den Märkten sind so groß, dass sich Anleger zuweilen fragen, ob sie überhaupt investieren sollen. Einerseits beträgt die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen 1,7 Prozent – ein Zinsniveau, das nicht etwa die soliden deutschen Fundamentaldaten, sondern die logischen Ängste vor einem Zusammenbruch der EWU widerspiegelt –; andererseits hängen viele Märkte direkt oder indirekt am Tropf der Europäischen Zentralbank, die zu außerordentlichen Maßnahmen gegriffen hat, um die Liquidität zu erhöhen. In einem solchen Umfeld halten sich internationale Anleger natürlich zurück.

Klammert man Deutschland aus, so weisen Staatsanleihen der Eurozone – ein Markt im Umfang
von vier Billionen Euro – ein Rating von A+ bei einer laufenden Rendite von 3,9 Prozent auf. Anleihen Frankreichs, Italiens und Spaniens machen über 70 Prozent des Volumens aus. Zum Vergleich: Die Auslandverschuldung der Schwellenländer (JPMorgan EMBI Global diversified) wird mit BBB- bewertet, die laufende Rendite beträgt 5,4 Prozent. Wir raten den Investoren deshalb nachdrücklich, entsprechende Schwellenländeranleihen als Alternative zu berücksichtigen. Zu den Vorteilen solcher Anlagen gehören eine hohe Diversifikation, eine positive Rating-Dynamik und höhere Renditen. Diese Anlageklasse lautet auf US-Dollar, es fallen also keine Kosten für Absicherungen von Engagements an.

Augenmerk auf Unternehmens- und Schwellenländeranleihen

Im Großen und Ganzen raten wir bei Aktienanlagen zur Vorsicht, da Risiko und Rendite in einem unattraktiven Verhältnis stehen. Die (zumindest im Vergleich mit den Erwartungen) insbesondere in den USA soliden Unternehmensgewinne für das erste Quartal haben dazu beigetragen, dass sich die Anfang April einsetzende Korrektur bisher in Grenzen hielt. Verlustrisiken scheinen aus demselben Grund begrenzt zu sein. Wir bezweifeln aber, dass die US-Unternehmen die anstehenden haushaltspolitischen Anpassungen, die im Jahr 2013 spürbar werden, unbeschadet überstehen. Was europäische Unternehmen betrifft, so treten die Folgen der staatlichen Sparpakete in Form von Steuererhöhungen oder strengeren behördlichen Auflagen nur allzu deutlich zu Tage. Staatsanleihen aus den Industrieländern sind für uns keine akzeptable Alternative, so dass wir an unserer Untergewichtung festhalten und in Erwartung von Anlagechancen überdurchschnittlich hohe Barmittel halten. Wir geben eindeutig den hochverzinslichen Unternehmensanleihen und Anleihen aus Schwellenländern den Vorzug.
--------------------------------------------------------
Veranstaltungshinweis:
Unternehmer-Workshop „Unternehmensanleihen - Finanzierungsalternative für den Mittelstand“
in München und Frankfurt
www.bond-conference.com
--------------------------------------------------------
Soeben erscheinen:
BOND YEARBOOK 2011/12 – das Nachschlagewerk für Anleiheinvestoren und Emittenten
94 Seiten, 29 Euro
http://www.fixed-income.org/fileadmin/2011-11/Flyer_BondBook.pdf
--------------------------------------------------------

Investment

von Cathy Hepworth, Head of PGIM Fixed Income's Emerging Markets Debt Team

In unserer kurz­fristigen Ein­schätzung der Spreads von Staats­anleihen aus Schwellen­ländern in Hart­währungen sind wir konstruktiv-vorsichtig. Das…
Weiterlesen
Investment
BlackRock legt heute vier neue iShares iBonds UCITS ETFs auf und erweitert sein Angebot an Anleihen-ETFs mit fester Laufzeit um die Fällig­keits­jahre…
Weiterlesen
Investment
Trotz der jüngsten Turbu­lenzen an den Finanz­märkten bleibt Lazard Asset Manage­ment opti­mistisch für Wandel­anleihen. „Die jüngsten…
Weiterlesen
Investment
Anleihen aus dem Öl- und Gas­bereich sind Profiteure aus dem Preis­schock in Folge des Iran-Krieges, wie Norbert Schmidt und Gerhard Mayer,…
Weiterlesen
Investment

von Josh Shipley, Head of Europe Direct Lending bei PGIM

Während eines Groß­teils des ver­gangenen Jahr­hunderts wurden euro­päische Fußball­vereine weniger wie Unter­nehmen behandelt, sondern eher wie…
Weiterlesen
Investment

von Jason DeVito & Mohammed Elmi, beide Senior Portfoliomanager bei Federated Hermes

Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten hat die weltweite Ölver­sorgung erheb­lich beein­trächtigt – was sich schließlich auch in den Preisen…
Weiterlesen
Investment
Lowie Debou, Fonds­manager bei DPAM, beurteilt die Ent­wicklung von Preisen und Inflations­er­wartungen infolge des Iran­konflikts: 1.  „Unmittelbar…
Weiterlesen
Investment
Infolge des Iran­kriegs erwartete die Schweizer Privatbank Union Bancaire Privée (UBP) bereits im April einen Inflationsschock und weitere…
Weiterlesen
Investment

von Jan Felix Glöckner, Senior Investment Specialist bei Insight Investment

Auch wenn derzeit ein brüchiger Waffen­still­stand herrscht, gibt es keine ein­deutigen oder unmittel­baren Anzeichen für eine Beilegung des Konflikts…
Weiterlesen
Investment

Anteil von US-Treasuries sinkt um mehr als 10%, alle anderen 9 der Top 10-Emittenten steigen teils sehr deutlich

Institu­tionelle Anleger inves­tieren weiter weltweit in Staats­anleihen und legen einen starken Fokus auf Europa und die USA. Das Volumen ist im 1.…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!