YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige

T. Rowe Price: Zinserhöhung der Fed - Fünf Faktoren für einen Aufschwung der Anleihenmärkte

Kommentar von Quentin Fitzsimmons, Co-Portfoliomanager der Global Aggregate Bond Strategy bei T. Rowe Price. Fitzsimmons nennt nach dem Zinsentscheid der Fed am vergangenen Mittwoch fünf Gründe, warum der Ausverkauf an den Anleihemärkten an Kraft zu verlieren scheint.

Zinserhöhung der Fed: Fünf Faktoren für einen Aufschwung der Anleihenmärkte

Die globalen Anleihemärkte haben im Jahr 2022 noch nie dagewesene Verluste erlitten. Die Anleihemärkte haben die Hauptlast getragen, weil die Notenbanker durch den steigenden Inflationsdruck in die Irre geführt wurden. Nach dem starken Abwärtsdruck im bisherigen Jahresverlauf stellt sich den Anlegern in festverzinslichen Wertpapieren zunehmend die Frage, ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um davon zu profitieren.

Anzeichen für den Höhepunkt des Inflationsdrucks

Es gibt Anzeichen dafür, dass wir den Höhepunkt des steigenden Inflationsdrucks und der Inflationserwartungen überschritten haben könnten. Während wir davon ausgehen, dass die Preise in den kommenden Monaten hoch bleiben werden, deutete US-Finanzministerin Janet Yellen an, dass die Inflation in den USA ihren Höhepunkt erreicht haben könnte. Weil die Märkte eine weitere geldpolitische Straffung der Federal Reserve (Fed) aggressiv einpreisen, deutet Yellens Aussage darauf hin, dass der globale Anleihemarkt wieder in Schwung kommen könnte. Im Folgenden werden fünf Gründe identifiziert, die dafür sprechen, dass der Ausverkauf an den Anleihemärkten an Fahrt zu verlieren scheint.

1. Markt hat geldpolitische Straffung aggressiv eingepreist
Die Anleger rechnen nun mit neun Zinserhöhungen der Fed um 25 Basispunkte im Jahr 2022, was auf einen impliziten Zinssatz von mehr als 2,75 Prozent bis zum Jahresende hindeutet - der höchste Wert seit dem Crash von 2008. Damit liegt die Messlatte für die Fed sehr hoch, und jeder „dovishe“ Ton könnte die Renditen zurückgehen lassen. Während einige politische Entscheidungsträger Ende letzten Jahres darauf bestanden, dass die EZB die Zinsen im Jahr 2022 nicht anheben würde, ist jetzt von einer Anhebung bereits im Juli die Rede.

2. Reale Zinssätze nähern sich dem positiven Bereich
Die Diskussion über die Bewertungen an den Anleihemärkten wird auch durch das Niveau der Realzinsen untermauert. Der aggressive Zinserhöhungskurs der Fed hat die Inflationserwartungen vorübergehend in den Schatten gestellt und die zehnjährigen Realrenditen zum ersten Mal seit Anfang 2020 in den positiven Bereich getrieben. Die Aussicht auf positive Realrenditen dürfte die Anleger wieder in festverzinsliche Anlagen locken. Nach einer anhaltenden TINA-Phase (TINA für „there is no alternative“) ist es verständlich, wenn Anleger von einer Anlageklasse angezogen werden, die in diesem Umfeld hoher Inflation reale Renditen bietet.

3. Portfolioschutz wird immer wichtiger
Da die Rezessionssorgen weiter zunehmen, ist dies typischerweise ein Umfeld, in dem hochwertige festverzinsliche Wertpapiere besser abschneiden. In Anbetracht der derzeitigen turbulenten globalen Lage bleibt der Portfolioschutz mit hochwertigen Vermögenswerten von entscheidender Bedeutung. Es besteht auch das Risiko, dass Europas Energieversorgung drastischer als derzeit erwartet unterbrochen wird, was Deutschland - und Europa - in eine Rezession treiben würde. Sollten die Rezessionsrisiken deutlich zunehmen, ist mit einem Abwärtsdruck auf die Renditen zu rechnen, da die Anleger sich beeilen, ihre Portfolios zu schützen.

4. Positionierung deutet auf Stimmungsaufschwung hin
Nach dem scharfen Kurssturz gibt es Anzeichen dafür, dass die Anleger beginnen könnten, sich mit Short-Positionen einzudecken. Im Januar hatten Anleger eine Netto-Leerverkaufsposition in US-Treasuries von 37 Prozent, so viel wie seit Ende 2017 nicht mehr. Das Zusammentreffen von sich zuspitzendem Inflationsdruck und der Nachfrage nach sicheren Häfen hat jedoch zu einer gewissen Eindeckung von Leerverkäufen geführt, so dass die Netto-Leerverkäufe am Markt am 25. April bei 13 Prozent lagen. Eine Eskalation der Rezessionssorgen oder negative Inflationsüberraschungen würden die Eindeckung von Leerverkäufen wahrscheinlich weiter beschleunigen.

5. Die institutionelle Nachfrage dürfte sich als robust erweisen
Nachdem sie so lange mit niedrigen Renditen zu kämpfen hatten, wird der drastische Anstieg der Zinssätze in diesem Jahr wahrscheinlich zu einer starken Nachfrage seitens der Versicherungs- und Pensionsfonds führen. Viele Einrichtungen werden versuchen, den jüngsten Zinsanstieg zu nutzen, um längerfristige Verbindlichkeiten auszugleichen. Im Vereinigten Königreich ist die Nachfrage nach indexgebundenen Gilts groß, was durch den starken Anstieg der Inflation im vergangenen Jahr begünstigt wurde. Die jüngste Emission von inflationsgebundenen Gilts war mit einer Nachfrage von über 20 Mrd. GBP für eine Emission im Wert von 1,8 Milliarden britische Pfund deutlich überzeichnet. In den USA fielen die Treasury-Renditen in der vergangenen Woche von einem Dreijahreshoch, nachdem eine starke Nachfrage nach einer 20-jährigen Anleihe zu verzeichnen war.

Der Blick nach vorn
Angesichts der bevorstehenden Straffung der Geldpolitik besteht erhebliche Unsicherheit darüber, wie die Realwirtschaft mit deutlich höheren Zinssätzen zurechtkommen wird. Die angedeutete Verringerung der geldpolitischen Akkommodation könnte Short-Wetten auf Anleihen schnell in Frage stellen, weshalb eine Erhöhung der Duration zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll erscheint.

Wir haben vor kurzem die Duration von Kernmärkten innerhalb der Strategie erhöht - darunter US-Treasuries, britische Gilts und deutsche Bundesanleihen. Unsere Gesamtduration ist nun neutral gegenüber der Benchmark. Allerdings sind wir in den Peripherieländern der Eurozone weiterhin untergewichtet, da sich die Spreads in Ländern wie Italien mit der Rücknahme der Anleihekäufe durch die Europäische Zentralbank ausweiten dürften. Wir halten weiterhin ein beträchtliches Engagement außerhalb der Benchmark in inflationsgebundenen Anleihen. Die Duration zu erhöhen erscheint uns in Anbetracht der aktuellen Bedingungen sinnvoll, aber wir bleiben in unserer Positionierung flexibel.

www.fixed-income.org
Foto: Quentin Fitzsimmons © T. Rowe Price


 

Investment
Die aktuelle Zins­ent­schei­dung der EZB kom­mentiert Jill Hirzel, Senior Invest­ment Specialist bei Insight Invest­ment:Die EZB hat die Zinssätze in…
Weiterlesen
Investment
Die Europä­ische Zentral­bank hat den Einlagen­zins auf ihrer gestrigen Sitzung unver­ändert bei 2,25% belassen. Konstantin Veit, Port­folio­manager…
Weiterlesen
Investment
BlackRock ver­öffent­licht heute seinen Fixed Income Outlook für das dritte Quartal 2026. In einem Umfeld, das weiterhin von geo­poli­tischen…
Weiterlesen
Investment
Die morgigen Sitzung der Europä­ischen Zentral­bank (EZB) kommen­tiert Claudia Fontanive-Wyss, Portfolio­managerin bei Vontobel:Wir erwarten, dass die…
Weiterlesen
Investment

Kommentar von Ophelie Mortier, Chief Sustainable Investment Officer bei DPAM

Am 24. Juni hat der EU-Rat seinen Vor­schlag für die Reform der Nach­haltig­keits-Offen­legungs­ver­ord­nung SFDR vorgelegt. Ab vor­aus­sicht­lich…
Weiterlesen
Investment

Finanzsektor war weltweit die größte Quelle sowohl für Dividenden als auch für Aktienrückkäufe

Laut der ersten Aus­gabe des „Janus Henderson Global Dividend and Buyback Index“ stiegen die welt­weiten Divi­denden im ersten Quartal 2026 auf 424,5…
Weiterlesen
Investment
Die Renten­märkte sind gestützt durch eine wider­stands­fähige Kon­junktur, solide Unter­nehmens- und Ver­braucher­bilanzen sowie günstige…
Weiterlesen
Investment

von François Rimeu, Chief Strategist, Crédit Mutuel Asset Management

Die allge­meine Ab­schwä­chung der Inflation – die Gesamt­inflation ist im Juni wieder unter 3% gesunken – spricht dafür, dass die Europä­ische…
Weiterlesen
Investment

von François Rimeu, Senior Strategist, Crédit Mutuel Asset Management

Zölle könnten in den kom­menden Monaten erneut zu einem zentralen Markt­thema werden. Obwohl sie nach den starken Markt­tur­bulenzen, die Donald…
Weiterlesen
Investment

von John Kerschner, Global Head of Securitised Products, Janus Henderson Investors

Die jüngste Out­per­for­mance der CLO-Sektoren ist kein Aus­reißer: BBB-CLOs waren nicht nur seit Jahres­beginn (YTD) 2026 der Fixed-Income-Sektor mit…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!