YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige

Übermäßiger Optimismus bei Fixed Income-Investoren unangebracht

ING Investment Management Market Express

Eine Bergbesteigung mag leicht erscheinen, doch die Wettervorhersage hat nicht immer recht und der Weg zum Gipfel könnte sich als rutschig erweisen. Bei Anleihen sehen wir mehr Risiko als bei Aktien; hier beleuchten wir Hochzinsanleihen und Emerging Markets Debt.

Der seit Jahresbeginn stabile Verlauf der Finanzmärkte sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Risiken aktiv gesteuert werden müssen. Momentan sehen wir bei Anleihen mehr Risiko als bei Aktien; hier beleuchten wir Hochzinsanleihen und Emerging Markets Debt.

Aktuelle Positionierung bei Spread-Produkten

Bei unserer taktischen Asset-Allokation haben wir High Yield und Senior Loans auf eine moderate Übergewichtung ausgeweitet. Auch lokale Schwellenländer-Anleihen gewichten wir über, da sie von hoher globaler Liquidität, stagnierendem Wachstum und rückläufiger Inflation profitieren. Unternehmensanleihen mit hoher Exponierung gegenüber Europa bzw. Sensitivität ggü. der Wachstumsentwicklung an den EM bleiben dagegen untergewichtet. Das gilt für europäische Investment-Grade- und auf Hartwährung lautende EMD-Titel.

Jüngste Entwicklung an den Kreditmärkten

Seit Jahresbeginn haben Unternehmensanleihen – vor allem Hochzins – gut abgeschnitten. Bemerkenswert ist das lebhafte Interesse an risikoreicheren Deals (z. B. spanischen Finanztiteln), eine Entwicklung, die vor sechs Monaten noch undenkbar war. Das absolute Renditeniveau (5,5 % bei Global High Yield) ist auf dem historischen Tiefststand. Infolge finanzieller Repression nehmen jetzt auch Anleger, die traditionell auf Staatsanleihen aus Kernländern gesetzt haben, mehr Risiko ins Portfolio. Zudem sind die Zinsen weiterhin niedrig und die Wirtschaftsdaten schwach. Auch die anhaltend niedrigen Ausfallraten sind für den Bondsektor günstig. So ist die kumulative Ausfallrate über zehn Jahre in der Ratingkategorie „B“ auf ihren tiefsten Stand seit 1977 gefallen.

Gründe für die superniedrigen Renditen

Die Renditen auf Rekordtief sind sowohl durch die Nachfrage nach Staatsanleihen als auch die niedrigen Spread-Level bedingt. Im Zeitraum 2002-2007 lagen die Spreads bei US High Yield sogar unter dem aktuellen Durchschnitt. Bei Investment-Grade-Spreads ist die Situation ähnlich. Auf den ersten Blick scheint reichlich Spielraum für Carry Trades zu bestehen.

Bondanleger sollten sich vor übermäßigem Optimismus hüten

Die Entwicklung wird von dynamischen Faktoren bestimmt, die genau überwacht werden müssen und darauf hindeuten, dass der günstige Kreditzyklus die Endphase erreicht hat. Das Aufwärtspotenzial ist begrenzt und die Bewertungen bieten im Fall eines Konjunktureinbruchs nur wenig Rückhalt. Umgekehrt gäbe es aber auch bei einem erneuten Aufschwung kaum Schutz gegenüber steigenden Staatsanleiherenditen. Auch sich wandelnde Trends bei Unternehmen sind vor dem Hintergrund besserer Konjunkturdaten und niedriger Volatilität nicht unbedingt im Interesse von Anleiheinhabern.

Trendwandel bei Unternehmen

Der sich bereits abzeichnende Trendwandel bei Unternehmen begünstigt Aktien gegenüber Anleihen. Aktienrückkäufe und M&As nehmen zu. Im ersten Quartal kletterte das Volumen von Aktienrückkäufen weltweit auf 168 Mrd. USD, das entspricht dem Volumen in H2 2012. Dieser Trend dürfte anhalten, da sowohl die finanzielle als auch die geschäftliche Logik stichhaltig ist. Zudem finanzieren Unternehmen ihre Dividenden über die Ausgabe von Schuldtiteln. Diese Risiken beschränken sich allerdings auf eine geringe Zahl von Unternehmen und auf Benchmarkebene macht sich das wohl noch weniger bemerkbar. Auch die steigende Verschuldung war für Unternehmen bislang nicht unvorteilhaft, da sich die mit einer Herabstufung ihrer Bonität verbundene Zinslast in Grenzen hält.

Zusätzliche Belastung für Hochzinsanleihen

Für Investoren weisen Hochzinsanleihen einen zusätzlichen Negativfaktor auf. Ein Großteil der Anleihen am Markt ist kündbar. Bei Preisen über Pari oder sogar über dem Kündigungskurs besteht hier ein enormer Anreiz für Unternehmen, ihre Anleihen zu kündigen und neue auszugeben. Für Anleger bietet dieses Segment nur begrenzte Vorteile. Und schließlich hat uns die Krise von 2008 gelehrt, dass die Liquidität am Unternehmensanleihemarkt in Krisenzeiten völlig versiegen kann. Das sind Gründe genug, um sich bei Unternehmensanleihen zurückzuhalten.

Risiken bei EMD-Hartwährungsanleihen

Während sich in der entwickelten Welt eine allmähliche Erholung abzeichnet, verschlechtern sich die Konjunkturindikatoren in den Schwellenländern. Für das gesamte EM-Universum erwarten wir 2013 ein BIP-Wachstum von 5,2 %. Von den Krisenjahren 2008/09 abgesehen, ist das der tiefste Stand seit 2002. Bei unserer (kurzfristigen) taktischen Asset-Allokation gewichten wir EMD-Hartwährungsanleihen daher unter.

Chancen bei EMD-Lokalwährungsanleihen

Niedriges Wachstum und sinkende Rohstoffpreise dämpfen die Geldentwertung in den Schwellenländern. Das erklärt, warum mehrere EM-Zentralbanken in den letzten Monaten die Zinsen gesenkt haben. Hier sind vor allem Korea, Indien, Polen, die Türkei, die Philippinen und Mexiko zu nennen. Über eine gelockerte Geldpolitik soll die Wachstumsentwicklung angekurbelt werden. Doch einer wachsenden Zahl von EM-Zentralbanken geht es vor allem darum, übermäßige Kapitalzuflüsse abzuwenden. Denn diese wären mit einer höchst unwillkommenen Aufwertung ihrer Währungen verbunden.

Aufgrund der sinkenden Zinsen und weil in der aufstrebenden Welt noch Spielraum für eine weitere Lockerung besteht, bleiben Lokalwährungsanleihen eine attraktive Anlageform. Längerfristig sehen wir hier zwar „Luft“ für eine Aufwertung, doch kurz- und mittelfristig ist das Aufwärtspotenzial der EM-Währungen aus wirtschaftspolitischen Gründen sehr begrenzt. Doch diverse Schwellenländerwährungen sind bereits im überverkauften Bereich. Bei attraktiv bewerteten Währungen bzw. mit der gebotenen Vorsicht agierenden Zentralbanken sehen wir durchaus ein Aufwertungspotenzial. Hier seien Mexiko, Südafrika, Indien und Brasilien genannt.
----------------------------------------
Soeben erschienen: BOND YEARBOOK 2012/13 -
Das Nachschlagewerk für Anleiheinvestoren und -Emittenten
Renommierte Autoren und Interviewpartner nehmen Stellung zu den Themenfeldern High Yield-Anleihen, Mittelstandsanleihen, Covered Bonds, Investmentstrategien sowie Tax & Legal. Das jährliche Nachschlagewerk erscheint bereits im 4. Jahrgang und hat einen Umfang von 108 Seiten. Die Ausgabe kann zum Preis von 29 Euro beim Verlag bezogen werden:
http://www.fixed-income.org/fileadmin/2012-11/Flyer_Bestellformular_BondBook_12_13.pdf
----------------------------------------

Investment

von Chris Iggo, Chair of the Investment Institute bei BNP Paribas Asset Management

Anfang 2026 rechneten die meisten Investoren mit einer guten Welt­kon­junktur und erwarteten aufgrund höherer KI-Investi­tionen stabiles Wachstum. …
Weiterlesen
Investment
Die aktuellen Markt­bedin­gungen zeigen einmal mehr, wie stark sich die Rolle der Liquidität in den Portfolios der Anleger gewandelt hat. Trotz…
Weiterlesen
Investment

von Jill Hirzel, Senior Investment Specialist bei Insight Investment

Die Euro­päische Zentral­bank hat die Zinsen heute bei 2% belassen, doch Präsi­dentin Lagarde machte deutlich, dass Alter­nativen, darunter auch eine…
Weiterlesen
Investment

Kommentar zur Fed-Sitzung von Josh Jamner, Senior Investment Strategy Analyst bei ClearBridge Investments, Teil von Franklin Templeton

Die größte Frage im Vorfeld der heutigen FOMC-Presse­konferenz war, ob Fed-Chef Powell andeuten würde, auch nach Ablauf seiner Amts­zeit als…
Weiterlesen
Investment
Der aktuelle „Gold Demand Trends" Report des World Gold Council für das erste Quartal 2026 zeigt, dass die gesamte viertel­jährliche Gold­nachfrage…
Weiterlesen
Investment

von Sonal Desai, CIO, Franklin Templeton

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran steht weiterhin im Mittel­punkt des Markt­interesses. Es scheint eine unsichere Ein­stellung der aktiven…
Weiterlesen
Investment
Konstantin Veit, Portfolio­manager bei PIMCO, gibt seine Ein­schätzung zur anste­henden Sitzung der Euro­päischen Zentral­bank wieder: „Im Umfeld der…
Weiterlesen
Investment

Mit 2,6 GW Anschlussleistung in Entwicklung stellt Green Energy Storage Initiative (GESI) derzeit eines der größten Portfolios an…

Allianz Global Investors (AllianzGI) hat bekannt gegeben, dass es im Namen von Allianz-Ver­sicherungs­gesell­schaften eine 51%ige Beteiligung an der…
Weiterlesen
Investment
Ein Großteil der Welt fragt sich derzeit, wie lange es dauert, bis sich die Energiepreise in verschie­denen Szenarien des Iran­konflikts wieder…
Weiterlesen
Investment
Vor dem Hinter­grund eines im Vergleich zur Niedrig­zins­phase erhöhten Zins­umfelds sowie geo­politischer Unsicher­heiten an den Kapital­märkten…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!