Die HMS Bergbau AG, ein führendes unabhängiges Rohstoffhandels- und -vermarktungsunternehmen aus Deutschland, begibt eine neue Unternehmensanleihe im Volumen von bis zu 50 Mio. Euro. Die Unternehmensanleihe 2026/2031 (WKN: A46ZZ5, ISIN: DE000A46ZZ55) hat eine Laufzeit von 5 Jahren und einen Kupon von 8,00 % p.a. Die Anleihe soll in einer Preisspanne zwischen 98% und 100% begeben werden, wobei der endgültige Preis am 17.06.2026 festgelegt werden soll. Die Anleihe ist in Schuldverschreibungen mit einem Nominalbetrag von je 1.000 Euro eingeteilt. Das Mindestzeichnungsvolumen beträgt 100.000 Euro je Anleger. Die Orderphase wird voraussichtlich am 09.06.2026 beginnen und am 17.06.2026 enden. Der Emissionserlös aus der Anleiheemission soll u.a. der Finanzierung zur Volumensteigerung bei Flüssigbrennstoffen dienen. Zudem möchte HMS auch im Kohlehandel und bei Chromerzen wachsen und uns frühzeitig langfristige und hochprofitable Handelsvolumina sichern, wie HMS-CEO Dennis Schwindt erläutert. HMS hat den Bereich Flüssigbrennstoffe, der derzeit Treibstoffe und Schmierstoffe für die Schifffahrt für den eigenen Bedarf umfasst, in den vergangenen Monaten deutlich ausgebaut. 2026 plant HMS mit einer Umsatzvervielfachung bei Flüssigbrennstoffen. Mittelfristig möchte man in diesem Geschäftsfeld einen Umsatz von rund 1 Mrd. Euro im Jahr erzielen, wie Schwindt erläutert. Der Konzernumsatz soll 2026 auf 2,0 Mrd. Euro steigen. Das EBITDA wird bei 55 Mio. Euro erwartet. Mit den Mitteln aus der neuen Anleihe kann HMS zusätzliche Wachstumsopportunitäten wahrnehmen, die aktuell in den Finanzkennzahlen noch gar nicht abgebildet sind, betont Schwindt.
BOND MAGAZINE: Sie begeben eine neue Unternehmensanleihe im Volumen von bis zu 50 Mio. Euro. Wofür wollen Sie das Kapital verwenden?
Dennis Schwindt: Die HMS Bergbau AG ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und hat dabei ihre Aktivitäten in sämtlichen Geschäftsfeldern deutlich ausgeweitet. Als starkes, diversifiziertes Rohstoffhaus sind wir international hervorragend aufgestellt im Kohlehandel sowie dem Minengeschäft und im Bereich Flüssigbrennstoffe. Unseren dynamischen Wachstumskurs wollen wir auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Mit den Mitteln aus der neuen Anleihe wollen wir unser weiteres Wachstum finanzieren. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Finanzierung von Wachstumsmöglichkeiten im Rohstoffhandel. Unter anderem sollen die Erlöse der Finanzierung zur Volumensteigerung bei Flüssigbrennstoffen dienen, wobei wir vor allem in China, Indien und der ASEAN-Region unser Wachstum vorantreiben wollen. Zudem wollen wir auch im Kohlehandel und bei Chromerzen wachsen und uns frühzeitig langfristige und hochprofitable Handelsvolumina sichern. Für Chromerze haben wir kürzlich eine exklusive Abnahmevereinbarung für die komplette Abnahme der Chromerzförderung einer Mine in Südafrika geschlossen.
BOND MAGAZINE: Der Kohle- und Ölpreis ist sehr volatil. Welche Auswirkungen hat das auf Ihr Geschäft?
Schwindt: Durch unser diversifiziertes und resilientes Geschäftsmodell können wir Risiken reduzieren und in jedem Bereich neue Wachstumsfelder erschließen. Unser Geschäftsmodell hat seine Krisenfestigkeit und Leistungsfähigkeit in den vergangenen Jahren zahlreiche Male unter Beweis gestellt, sei es bei Corona, dem Ukraine-Krieg oder dem Nahostkonflikt. Auch 2025 war weiterhin wirtschaftlich herausfordernd. Dennoch konnten wir das Jahr mit einem Rekordergebnis abschließen. Während nach vorläufigen Zahlen das EBITDA und der Jahresüberschuss mit 59,4 Mio. Euro bzw. 54,8 Mio. Euro 2025 neue Rekordwerte erreichten, ging der Umsatz leicht von 1,36 Mrd. Euro auf 1,22 Mrd. Euro zurück. Ursächlich für den Umsatzrückgang sind hauptsächlich die im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedrigeren Rohstoffpreise. Im bisherigen Jahresverlauf 2026 haben sich die Rohstoffpreise aber wieder spürbar erholt. Preisschwankungen treffen uns also in aller Regel nur temporär und umsatzseitig. Als Rohstoffhändler mögen wir natürlich Volatilität. Eine höhere Volatilität im Rohstoffhandel bietet Chancen, höhere Gewinnmargen zu erzielen.
BOND MAGAZINE: Wie entwickelt sich der Bereich Flüssigbrennstoffe?
Schwindt: Sehr positiv. Wir haben den Bereich Flüssigbrennstoffe, der derzeit Treibstoffe und Schmierstoffe für die Schifffahrt für den eigenen Bedarf umfasst, in den vergangenen Monaten deutlich ausgebaut. Unter anderem haben wir ein weltweit agierendes, sehr erfahrenes Händlerteam mit umfangreichem Know-how und einem starken Netzwerk übernommen. Wir haben neue Standorte in Asien und Südamerika eröffnet, gewinnen kontinuierlich neue Großkunden und schließen neue strategische Partnerschaften, unter anderem mit der Emirates National Oil Company, einem weltweit führenden Energiekonzern aus Dubai. 2026 planen wir mit einer Umsatzvervielfachung bei Flüssigbrennstoffen. Mittelfristig wollen wir in diesem Geschäftsfeld einen Umsatz von rund 1 Mrd. Euro im Jahr erzielen. Der Bedarf an Flüssigbrennstoffen wächst weltweit, weil der Handel und die Containerschifffahrt immer weiter zunehmen. Zudem führen geopolitische Verwerfungen unter anderem zu längeren Handelsrouten. Rückgänge in der Krisenregion Naher Osten können wir durch Wachstum in Südostasien deutlich überkompensieren.
BOND MAGAZINE: Und wie entwickeln sich die Mining-Aktivitäten?
Schwindt: Auch bei unseren Mining-Aktivitäten verzeichnen wir eine sehr positive Entwicklung. In Südafrika und Botswana haben wir eigene Kohleminen, die in diesem Jahr bereits mit der Produktion begonnen haben und in den kommenden Wochen die Vollproduktion erreichen werden. Für beide Minen hat HMS exklusive Abnahmevereinbarungen getroffen. Das Minen-Geschäft zeichnet sich auch dadurch aus, dass es im Vergleich zum traditionellen Kohlehandel sehr viel margenstärker ist. In Botswana wollen wir in einer ersten Phase mit einer eigenen Verarbeitungsanlage 1,2 Mio. Tonnen metallurgische Kohle jährlich produzieren. Auch in Südafrika hat die Kohleproduktion begonnen. Zum Start liegt die verkaufbare Menge bei rund 300.000 Tonnen im Jahr, komplett aus dem Tagebau. Mittelfristig soll zudem auch im Untertagebau Kohle gefördert werden, nachdem die erforderlichen Vorbereitungsarbeiten erfolgreich abgeschlossen worden sind. Das Gesamtproduktionsvolumen soll sich insgesamt auf bis zu 650.000 Tonnen pro Jahr belaufen.
BOND MAGAZINE: Welche Auswirkungen hat die konjunkturelle Schwächephase auf Ihr Geschäft?
Schwindt: Als internationales Rohstoffhaus sind wir unabhängig von einzelnen Märkten und Geschäftsfeldern. Unser Geschäftsfokus liegt auf China, Indien, der Region Südostasien und Afrika. In diesen Märkten wächst die Nachfrage nach Rohstoffen wie Kohle rasant. Entsprechend zuversichtlich sind wir für unser Wachstum 2026 und darüber hinaus. Der Konzernumsatz soll 2026 auf 2,0 Mrd. Euro steigen. Das EBITDA wird bei 55 Mio. Euro erwartet. Infolge der Erstkonsolidierung des Bergbauunternehmens Hoshoza Resources Vryheid in Südafrika wird das EBITDA einen einmaligen Bewertungseffekt in Höhe von voraussichtlich rd. 20 Mio. Euro enthalten. Das Vorjahres-EBITDA von 59,4 Mio. Euro enthielt einen positiven Ergebnisbeitrag von rd. 37 Mio. Euro aus der Erstkonsolidierung der Maatla Resources (Pty.) Ltd. in Botswana. Bereinigt um diese Sondereffekte soll das EBITDA also von 22,4 Mio. Euro auf 35 Mio. steigen. Diese Prognose hatten wir bereits vor der aktuellen Anleiheemission veröffentlicht. Mit den Mitteln aus der neuen Anleihe können wir zusätzliche Wachstumsopportunitäten wahrnehmen, die aktuell in unseren Finanzkennzahlen noch gar nicht abgebildet sind.
BOND MAGAZINE: Planen Sie den Kauf weiterer Minen?
Schwindt: Mit unserem aktuellen Portfolio sehen wir uns für kommendes Wachstum exzellent aufgestellt. Neben unseren Kohleminen in Südafrika und Botswana und dem Offtake Agreement für Chromerze in Südafrika sichern wir uns Zugriff auf weitere Rohstoffe durch Beteiligungen an Minenprojekten auch in Asien und Nordamerika. In Kasachstan halten wir eine Mehrheitsbeteiligung an einem Explorationsprojekt für Lithium und Kobalt. Erste Testbohrungen befinden sich hier in einem noch frühen Stadium. Darüber hinaus sind wir in Nordamerika an der Belmont Resources Inc. beteiligt, einem börsennotierten Bergbauunternehmen aus Kanada. Das Unternehmen erkundet und erschließt Rohstoffprojekte in Kanada und den Vereinigten Staaten mit Schwerpunkt auf Uran, Kupfer, Gold, Lithium und anderen kritischen Metallen. Wir haben unseren Anteil an Belmont kürzlich auf 51% erhöht und sehen mittel- und langfristig attraktive Wachstumsmöglichkeiten. Weitere Transaktionen im Minengeschäft sind derzeit nicht geplant. Sollten sich künftig attraktive Akquisitionsmöglichkeiten ergeben, werden wir diese sorgfältig prüfen.
Das Interview führte Christian Schiffmacher, www.fixed-income.org
Eckdaten der neuen HMS Bergbau-Anleihe
| Emittentin | HMS Bergbau AG |
| Rang | unbesichert |
| Kupon | 8,00% p.a. |
| Zinszahlung | halbjährlich |
| Emissionspreis | 98,00%-100,00% |
| Zeichnungsfrist | 09.06.-17.06.2026 |
| Valuta | 22.06.2026 |
| Laufzeit | bis 22.06.2031 |
| Stückelung | 1.000 Euro |
| Mindestorder (bei Zeichnung) | 100.000 Euro |
| ISIN / WKN | DE000A46ZZ55 / A46ZZ5 |
| Listing | Open Market, Börse Frankfurt |
| Joint Bookrunner | Montega Markets und Metzler |
| Internet | www.hms-ag.com |
