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„Wir entwickeln und realisieren Batteriespeichersysteme entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus einer Hand“, Franz Schnorbach, GEPVOLT SE

Franz Schnorbach © GEPVOLT SE

Die GEPVOLT SE emittiert eine Unter­nehmens­anleihe mit einem Volumen von bis zu 20 Mio. Euro und einem Kupon von 8,00% p.a. Die Mittel aus der Anleiheemission sollen zur Realisierung des Batterie­speicher­projekts in Spremberg verwendet werden, wie Vorstand Franz Schnorbach erläutert. Es handelt sich um ein bereits weit fortge­schrittenes und baureifes Projekt mit einer geplanten Leistung von zunächst 12 MW beziehungs­weise 48 MWh, erweiterbar auf bis zu 20 MW beziehungsweise 80 MWh. Umsätze möchte man insbesondere über Regelenergie, Stromhandel (Intraday und Day-Ahead), Arbitrage­geschäfte und Netzdienstl­eistungen erzielen, wie Schnorbach erläutert.

GREEN BONDS: In welchen Bereichen ist GEPVOLT tätig?

Schnorbach: Die GEPVOLT SE ist ein deutsches Energieinfrastrukturunternehmen mit Sitz in Hilden und spezialisiert sich auf die Entwicklung, den Bau und den Betrieb großskaliger Batteriespeichersysteme. Unser Fokus liegt auf stationären Energiespeichern im industriellen Maßstab. Dabei decken wir die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Standortidentifikation und Projektentwicklung über Genehmigungsmanagement, technische Planung und Systemintegration bis hin zum langfristigen Betrieb der Anlagen. Wir verstehen uns bewusst nicht als kurzfristiger Projektentwickler, sondern als langfristig orientierter Infrastrukturbetreiber mit dem Ziel, ein skalierbares Portfolio an Batteriespeichern in Deutschland und perspektivisch auch in Europa aufzubauen. Unsere Speicherlösungen kommen insbesondere in folgenden Bereichen zum Einsatz:

• Netzstabilisierung und Regelenergie
• Stromhandel und Arbitragegeschäfte
• Industrieanwendungen für energieintensive Unternehmen
• Integration von PV- und Windparks
• Batteriegestützte Schnellladeinfrastruktur für Elektromobilität

GREEN BONDS: Was unterscheidet Sie von anderen Unternehmen?

Schnorbach: Unser Geschäftsmodell unterscheidet sich in mehreren zentralen Punkten vom Markt. Zum einen entwickeln und realisieren wir Batteriespeichersysteme entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus einer Hand. Das umfasst Projektentwicklung, technische Planung, Fertigung, Systemintegration sowie den langfristigen Betrieb der Anlagen. 

Zum anderen bauen wir eigene Fertigungskapazitäten in Deutschland auf. Unsere Systeme sind bewusst als „Made in Germany“ positioniert. Mit Ausnahme der Batteriezellen stammen die wesentlichen Komponenten, die Integration sowie die Steuerungstechnik aus Deutschland. Dadurch reduzieren wir Abhängigkeiten, sichern Qualitätsstandards und schaffen kurze Lieferketten.

Aktuell erfolgt der Aufbau unserer Batteriespeicher in Hilden noch in manueller Fertigung. Diese Phase nutzen wir gezielt zur Qualitätssicherung und zur Optimierung unserer Systemarchitektur. Ab August 2026 planen wir den Übergang in eine skalierbare Serienproduktion in Hilden.

Ein weiterer wesentlicher Unterschied liegt in unserem Geschäftsmodell: Wir erzielen unsere Erlöse primär aus dem langfristigen Betrieb der Anlagen und nicht aus kurzfristigen Projektverkäufen. Dadurch entsteht eine nachhaltige und wiederkehrende Wertschöpfung über viele Jahre hinweg.

GREEN BONDS: Bieten Sie Batteriespeicher auch anderen Unternehmen an oder nutzen Sie diese nur in eigenen Projekten?

Schnorbach: Derzeit liegt unser Schwerpunkt primär auf dem Aufbau eigener Projekte und eines langfristigen Bestandsportfolios. Gleichzeitig sehen wir jedoch eine stark steigende Nachfrage von Netzbetreibern, Stadtwerken, Kommunen, Rechenzentren sowie Industrieunternehmen nach europäischen beziehungsweise deutschen Speicherlösungen. Insbesondere durch neue regulatorische Anforderungen und geopolitische Entwicklungen wächst der Bedarf an nicht-chinesischen Speicherlösungen deutlich. Viele Betreiber kritischer Infrastruktur achten inzwischen verstärkt auf Herkunft, Datensicherheit, technische Kontrolle und langfristige Servicefähigkeit. Vor diesem Hintergrund planen wir künftig, unsere Speicherlösungen auch externen Partnern anzubieten. Zielgruppen sind insbesondere:

• Stadtwerke und Netzbetreiber
• Kommunen und öffentliche Infrastruktur
• Rechenzentren und Industrieunternehmen
• Betreiber von Ladeinfrastruktur
• PV- und Windparkbetreiber

Unsere Systeme werden mit einer 10-jährigen Produkt- und Herstellungsgarantie angeboten und sind auf langfristige industrielle Anwendungen ausgelegt.

GREEN BONDS: Wie ist die Anleihe besichert?

Schnorbach: Die Anleihe verfügt über ein umfangreiches Sicherheitenpaket.Hierzu zählen insbesondere:

• Inbetriebnahmegarantie des Generalunternehmers inklusive entsprechender Versicherungsdeckung
• garantierter Mindestertrag durch den Energiehandelspartner in Höhe von 110.000 EUR pro MW
• Abtretung der Einnahmen aus Energieverträgen zugunsten der Investoren
• erstrangige Grundschuld auf dem Projektgrundstück
• Sicherungsübereignung des gesamten Anlagenvermögens
• umfassende Versicherungen gegen Ertragsausfälle, Betriebsunterbrechungen und Sachschäden
• bereits vorliegende Netzreservierung
• bereits vorliegende Baugenehmigung
• 24/7 Anlagenüberwachung durch Sicherheits- und Kamerasysteme
• treuhänderische Verwaltung sämtlicher Sicherheiten im Interesse der Investoren

GREEN BONDS: Wie wollen Sie die Mittel aus der Anleiheemission verwenden?

Schnorbach: Die Mittel aus der Anleiheemission sollen zur Realisierung des Batteriespeicherprojekts in Spremberg verwendet werden. Dabei handelt es sich um ein bereits weit fortgeschrittenes und baureifes Projekt mit einer geplanten Leistung von zunächst 12 MW beziehungsweise 48 MWh, erweiterbar auf bis zu 20 MW beziehungsweise 80 MWh. Die Finanzierungsmittel fließen insbesondere in:

• Trafostation und Übergabestation
• Batteriezellen und Wechselrichter
• Netzanschluss und Infrastruktur
• Fundament- und Bauarbeiten
• Technische Integration und Inbetriebnahme

Ein wesentlicher Teil der Projektentwicklung wurde bereits aus Eigenmitteln vorfinanziert.

GREEN BONDS: In welchem Volumen haben Sie die Anleihe bereits platziert und wie vertreiben Sie die Anleihe?

Schnorbach: Aktuell sind bereits rund 20% des Emissionsvolumens platziert. Der Vertrieb erfolgt derzeit überwiegend über bestehende Netzwerke, Banken, Vermittler sowie direkte Investorengespräche. Darüber hinaus profitieren wir zunehmend von der hohen Aufmerksamkeit institutioneller und privater Investoren für Infrastrukturprojekte im Bereich Batteriespeicher und Energiewende.

GREEN BONDS: Wie weit sind die Projekte vorangeschritten und wie erzielen Sie Umsätze?

Schnorbach: Das Batteriespeicherprojekt Spremberg befindet sich bereits in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium und ist baureif. Zu den wesentlichen erreichten Meilensteinen zählen:

• Grundstück sowie sämtliche Wegerechte, Leitungsrechte und Dienstbarkeiten vollständig gesichert
• Vollständige Baugenehmigung erteilt
• Netzanschluss vertraglich gesichert
• 2,2 km Kabeltrasse bereits hergestellt
• Baustelle vorbereitet und für Fundamentarbeiten freigegeben
• Rund 2,5 Mio. Euro bereits durch GEPVOLT vorfinanziert
• Technisches Gesamtdesign finalisiert
• Wechselrichter bereits teilweise angezahlt
• Brandschutz-, Blitzschutz- und Sicherheitskonzepte abgeschlossen

Die Umsätze sollen insbesondere über folgende Bereiche erzielt werden:

• Regelenergie
• Stromhandel (Intraday und Day-Ahead)
• Arbitragegeschäfte
• Netzdienstleistungen

Die Erlöse sind zusätzlich über einen Energiehandelspartner abgesichert, der einen garantierten Mindestumsatz von 110.000 Euro pro MW und Jahr zugesichert hat. Diese Einnahmen decken die Zinszahlungen der Anleihe vollständig ab und tragen darüber hinaus zur Rückführung der Anleihe bei.

GREEN BONDS: Wollen Sie Projekte verkaufen oder im Bestand halten?

Schnorbach: Unser Ziel ist klar der Aufbau eines langfristigen Bestandsportfolios. Wir verstehen Batteriespeicher als moderne Energieinfrastruktur mit langfristig stabilen Cashflows. Deshalb verfolgen wir kein kurzfristig orientiertes „Build-and-Sell“-Modell, sondern möchten die Projekte dauerhaft im Eigenbestand halten und betreiben. Dadurch schaffen wir wiederkehrende Einnahmen aus Stromhandel, Regelenergie und Netzdienstleistungen und bauen gleichzeitig einen nachhaltigen Unternehmenswert auf.

GREEN BONDS: Welche weiteren Projekte haben Sie in der Pipeline?

Schnorbach: Wir verfügen aktuell über eine umfangreiche Projektpipeline im Bereich Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur. Hierzu zählen unter anderem:

• Kooperation mit ATU mit bis zu 275 Standorten für batteriegestützte Schnellladeinfrastruktur
• Schneeberg mit 8 MW Speicherleistung
• Bielefeld mit 10 MW Speicherleistung
• Roßla mit 30 MW Speicherleistung
• Markneukirchen mit 30 MW Speicherleistung
• Bad Neustadt mit 12 MW Speicherleistung
• Stechau mit 10 MW Speicherleistung

Darüber hinaus befinden sich weitere Standorte in Prüfung und Entwicklung.

GREEN BONDS: Wie finanzieren Sie sich derzeit und wie ist Ihre Bilanzstruktur?

Schnorbach: Das Unternehmen wurde 2021 gegründet und mit einem Eigenkapital von rund 10,12 Mio. Euro ausgestattet. Bislang wurden zentrale Projekte zunächst überwiegend aus Eigenkapital und Gesellschaftermitteln vorfinanziert. Allein in die Projekte Schneeberg und Spremberg wurden bereits erhebliche Eigenmittel investiert. Für das Projekt Spremberg wurden beispielsweise bereits rund 2,5 Mio. Euro vorfinanziert. Perspektivisch soll die Finanzierung zunehmend über einen Mix aus Kapitalmarktinstrumenten, Bankenfinanzierungen und Leasingstrukturen erfolgen.

GREEN BONDS: Wer sind Ihre größten Gesellschafter?

Schnorbach: Die Gesellschaft befindet sich überwiegend im Besitz der Gründerfamilie und wird langfristig unternehmerisch geführt. Dadurch bestehen kurze Entscheidungswege, eine hohe Identifikation mit dem Unternehmen sowie eine klare langfristige Ausrichtung.

GREEN BONDS: Sie haben schon einmal eine Anleihe begeben. Wann wird diese fällig?

Schnorbach: Ja, die GEPVOLT SE hat bereits eine frühere Anleihe emittiert. Dabei handelt es sich um die Anleihe mit der ISIN DE000A3MQER9 und einem Zinssatz von 5,75% p.a. Diese Anleihe läuft bis zum 1. November 2026.

Das Interview führte Christian Schiffmacher.

Eckdaten der GEPVOLT-Anleihe

EmittentinGEPVOLT SE
Formatbesichert
Kupon8,00%
Zinszahlunghalbjährlich
Zeichnungsfristbis 02.12.2026 über gepvolt.com/investment
Laufzeit01.01.2033
Emissionsvolumenbis zu 20 Mio. Euro
ISIN / WKNDE000A460DL7 / A460DL
Stückelung1.000 Euro
ListingOpen Market, Börse Frankfurt
Listing / Wertpapierprospektgepvolt.com/investment

Mittelstandsanleihen – aktuelle Neuemissionen

Emittent

Zeichnungsfrist

Kupon

Green Bond

PNE

22.05.-09.06.2026 (Umtausch), 26.05.-11.06.2026 (Zeichnung)

6,750%-7,750%

nicht formal

LEEF Blattwerk

02.03.2026-26.02.2027

7,250%

nicht formal

reconcept Windenergie Deutschland

21.05.2026-20.05.2027

7,250%

nicht formal

Aream Infrastruktur Finance

19.08.2025-18.08.2026

7,250%

ja

FCR Immobilien

02.04.2026-30.03.2027

6,250%

nein

ASG EnergieInvest

10.03.2026-09.03.2027

7,000%

nicht formal

reconcept Green Global Energy Bond II

20.11.2025-19.11.2026

7,750%

ja

EVERYIELD

n.bek.

n.bek.

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