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„Ab 2023 werden wir mit dem Werk in Litauen positive Cashflows erwirtschaften“, Fritz Homann, Homann Holzwerkstoffe GmbH

Die Homann Holzwerkstoffe GmbH hat im März 2021 ihre dritte Unternehmensanleihe begeben (ISIN DE000A3H2V19), die sich sehr positiv entwickelt hat. Geschäftsführer Fritz Homann geht davon aus, dass die Genehmigung für das neue Werk in Litauen im Oktober 2021 vorliegt und das Werk bereits ab 2023 positive Cashflows erwirtschaftet. Industrieholzpreise sind derzeit noch stabil – auch nachgelagert zu erwartende Preissteigerungen werden nur geringen Einfluss auf das Geschäft haben, da die höheren Preise an die Kunden weitergegeben werden können. Die Stimmung in der Möbelbranche dürfte seiner Einschätzung nach positiv bleiben.

BOND MAGAZINE: Sie haben Ihre Anleihe 2021/26 (ISIN DE000A3H2V19) sehr erfolgreich platziert. Was hat sich in den letzten Wochen seit der Anleiheemission bei Ihnen getan?

Homann: Wir haben uns 2020 operativ recht gut entwickelt. Dieser Trend setzt sich, trotz Lock-down, fort. Die Zahlen zum ersten Quartal liegen zwar noch nicht komplett vor, aber wir erkennen bereits, dass sich Umsatz und Ergebnis weiterhin sehr positiv entwickeln. Wir erleben eine insgesamt optimistische Stimmung in der Branche und bis zum Sommer keine wesentlichen Änderungen. Wenn mehr Menschen geimpft sind, dürfte sich die Stimmung noch weiter aufhellen.

BOND MAGAZINE: Die Möbelbranche hat sich auch in den vergangenen Monaten sehr gut entwickelt.

Homann: Ja, die Möbelbranche hat sich während der Pandemie sehr gut gehalten. Was nicht stationär verkauft wurde, wurde zum Teil über Click & Collect bzw. online abgewickelt.

BOND MAGAZINE: Sie gehen davon aus, dass sich die Stimmung in der Branche weiter verbessert, wenn wir mit den Impfungen vorankommen und die (Möbel-) Geschäfte wieder öffnen können?

Homann: Ja, das wird allgemein erwartet.

BOND MAGAZINE: Sie planen Ihr viertes Werk in Litauen. Bei unserem letzten Gespräch sagten Sie, dass die Bauarbeiten im Mai (also jetzt) beginnen sollen. Wie sind Sie im Zeitplan?

Homann: Die größte Herausforderung in Litauen ist derzeit, wie wohl überall in Europa: die Genehmigung. Die Genehmigung entspricht den europäischen Regularien und ist relativ komplex. Wir sind noch im Genehmigungsprozess, haben aber auch schon mit den ersten Arbeiten begonnen: Wir haben Mutterboden abgetragen und Lärmschutzwälle aufgeschoben, unser temporäres Büro ist errichtet.

BOND MAGAZINE: Steht der Zeitplan noch, ich glaube, Sie wollten Ende nächsten Jahres die Produktion aufnehmen?

Homann: Unter der Voraussetzung, dass die Genehmigung im Oktober dieses Jahres erteilt wird, werden wir im Spätsommer nächsten Jahres mit der Produktion starten.

BOND MAGAZINE: Ab wann läuft das Werk dann rund?

Homann: Wir haben viel Erfahrung aus unseren anderen Werken und werden die neuen Mitarbeiter in den bestehenden Werken umfangreich schulen. Wir gehen davon aus, dass wir ca. sechs Wochen nach dem Produktionsstart im Dreischichtbetrieb sind.

BOND MAGAZINE: Durch den Aufbau des neuen Werkes dürften sich die Kennzahlen in den nächsten ein bis zwei Jahren etwas verschlechtern.

Homann: Ja, das ist klar, es ist eine Sprunginvestition. Das wirkt sich auch temporär auf die Verschuldungskennzahlen aus – die Profitabilität wird aber relativ stabil bleiben. Mit Inbetriebnahme des Werks gehen wir von einer zügigen Verbesserung der Verschuldungskennzahlen und einer Steigerung der Profitabilität aus.

BOND MAGAZINE: Ab wann werden Sie im neuen Werk Cashflow-positiv sein?

Homann: Wir planen, in Litauen bereits 2023 positive Cashflows zu erwirtschaften. 2024 und 2025 dürfte das Werk dann signifikant zum Gruppenergebnis beitragen.  


BOND MAGAZINE: Ihre neue Anleihe hat sich sehr gut entwickelt und notierte zuletzt bei ca. 104,50%. Welches Feedback haben Sie von professionellen Investoren bekommen?

Homann: Vertrauen ist ganz wichtig. Es ist schon unsere dritte Anleihe und wir haben immer die Dinge gehalten, die wir versprochen haben.

BOND MAGAZINE: In den letzten Wochen wird viel über die Preissteigerungen bei Holz gesprochen. Wie ist die Situation bei Ihnen und wie wirken sich die Preissteigerungen auf Ihr Geschäft aus?

Homann:
Die Holzpreise sind in aller Munde. Es geht soweit, dass Fertighaushersteller ihre Produktion schon stillgelegt haben, weil sie nicht genug Holz bekommen. Die Preise für Schnittholz und zum Teil auch für Baumaterialien aus Holz sind in den USA um ein Vielfaches höher als in Europa. Große Mengen an Schnittholz und Plattenmaterialien für den Holzbau werden daher exportiert. Dies führt zu einer Knappheit und steigenden Preisen auch in Zentraleuropa. Hinzu kommt, dass die Sommer in den Jahren 2018, 2019 und 2020, also drei Jahre in Folge, sehr trocken waren. Die trockenen Bäume wurden dann u.a. vom Borkenkäfer befallen. Es musste also mehr geerntet werden, um das Schadholz aus dem Wald zu bekommen. Es wurde ca. 50% mehr geerntet als in normalen Jahren. Das hatte den Holzpreis gedrückt.

Die Holzbauern ernten Frischholz jetzt nur, wenn sie höhere Preise bekommen. Parallel läuft aber die Bauindustrie hoch und das führt dazu, dass die Holzpreise steigen. Wir müssen zwischen Sägewerksrundholz und Industriehölzern, die wir bekommen, unterscheiden. Die Preise für Sägewerksrundholz sind schon gestiegen, die Preise für Industrieholz sind weiterhin stabil, werden aber mit einer Verzögerung von einem Jahr ebenfalls steigen.

BOND MAGAZINE: Was sind die Unterschiede zwischen Sägewerksrundholz und Industrieholz?

Homann: Die Sägewerke wollen immer frisches Holz mit einem relativ gleichen Durchmesser kaufen. Wir können auch ganz dünne und ganz dicke Stämme verarbeiten. Wir können auch Holz verarbeiten, das ein Jahr im Wald lag und trocken ist, das können Sägewerke nicht mehr nutzen.

BOND MAGAZINE: Und welche weitere Preisentwicklung wird erwartet?

Homann:
In Deutschland dürften die Holzpreise in den nächsten Jahren signifikant steigen, das geht gar nicht anders. Der Verbraucher wird entsprechend mehr für Produkte aus Holz bezahlen müssen. Wenn ein Schuhschrank bislang z.B. 13,50 Euro kostet, dann wird er genauso gekauft, wenn er 17,50 Euro kostet. Dann wären die höheren Kosten gedeckt.

BOND MAGAZINE: Sie können die Preise also weitergeben?

Homann:
Ja, wir können und müssen steigende Rohstoffpreise, das betrifft überwiegend auch Leim und Energie, in unseren Produktpreisen widerspiegeln.

BOND MAGAZINE:
Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Christian Schiffmacher, www.fixed-income.org


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