YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige

Attraktive Einstiegsniveaus bei Schwellenländeranleihen

von Alejandro Arevalo und Reza Karim, Manager im Emerging Market Debt Team bei Jupiter Asset Management

Durch Chinas Wiederöffnung hat sich unser Ausblick für Schwellenländeranleihen erheblich verbessert. Die 4,8 Billionen Dollar an Ersparnissen, die die chinesischen Verbraucher während der Corona-Lockdowns angehäuft haben, werden den Konsum stärken und in den nächsten Quartalen zu deutlich höheren Wachstumsraten beitragen. Während befürchtet wird, dass die USA auf eine Rezession zusteuern, wird China allgemein ein höheres Wachstum zugetraut. Daher dürfte sich China erneut zum globalen Wachstumsmotor entwickeln. Die Anlageklasse, die davon am direktesten profitieren sollte, sind Schwellenländeranleihen. Die Tatsache, dass sich die US-Staatsanleiherenditen weiter in einer engen Spanne bewegen, dürfte die Anlageklasse ebenfalls stützen. Wie die starken Zuflüsse zu Beginn dieses Jahres zeigen, hat das zu einem großen Anlegerinteresse an Schwellenländeranleihen geführt. Unser Ausblick für die Anlageklasse ist daher in diesem Jahr sehr optimistisch.

Die durchschnittliche Ausfallrate von Unternehmensanleihen aus den Emerging Markets (EM) liegt bei rund 1,2% (auf rollierender 12-Monats-Basis, Quelle: JPMorgan), wenn man die Sonderfälle Russland, Ukraine und China außen vorlässt. Für starke fundamentale Unterstützung sorgt der relativ niedrige Nettoverschuldungsgrad, der mit 1,2 (Quelle: JPM, Ende 2021) nahe am historischen Tiefstand liegt. Auch die Liquidität ist mit einem Zinsdeckungsgrad von 10,5 (Quelle: JPM, Stand: Ende 2021) gut. Viele hochverzinsliche Staatsanleihen werden aktuell zu Kursen gehandelt, die deutlich unter der potenziellen Verwertungsquote bei Ausfall des Schuldners liegen, obwohl die Emittenten noch zahlungsfähig sind.

Auf regionaler Ebene finden wir derzeit die besten Anlagemöglichkeiten in Lateinamerika und Afrika. Unsere Positionierung im Nahen Osten haben wir dagegen zuletzt näher an ein neutrales Niveau herangeführt, nachdem wir in der Region im Jahr 2022 größtenteils übergewichtet waren.

Vielversprechende Zeichen für Lateinamerika

Unsere Positionierung in Lateinamerika hat sich als richtig erwiesen. Das Wachstum hat positiv überrascht, und die Zentralbanken der Region haben alles getan, um ihre Glaubwürdigkeit an den Finanzmärkten zu erhalten. Mexikos und Brasiliens Währungshüter haben lange vor den Zentralbanken der Industrieländer mit Zinserhöhungen begonnen. Positive Realzinsen gibt es aktuell nur in wenigen lateinamerikanischen Ländern. Die Zentralbanken stehen also kurz vor dem Ende ihres Straffungszyklus, die Inflation erreicht ihren Höhepunkt, und viele Länder haben starke Handelsbilanzen. Für uns sind das vielversprechende Zeichen für 2023. Auch in der Politik, dem zuletzt größten Sorgenfaktor in der Region, scheint es Entwarnung zu geben: In den Ländern, in denen weniger marktfreundliche Regierungen an die Macht gekommen sind, hat sich der Schaden im Hinblick auf eine expansive Fiskalpolitik bislang in Grenzen gehalten. Da 2023 weniger Wahlen anstehen, sollten die politischen Unsicherheiten in diesem Jahr deutlich geringer sein. Die jüngsten Ereignisse in Peru und Brasilien zeigen jedoch, dass hier stets Vorsicht geboten ist.

Interessante Anlagemöglichkeiten sehen wir auch in afrikanischen Hochzinsländern, vor allem, falls das Umfeld für Emerging-Market-Anlagen positiver werden sollte. Wir halten es jedoch für äußerst wichtig, komplexere Situationen (z. B. Ghana) zu meiden.

Fundamentaldaten im Nahen Osten

Im Nahen Osten haben Staaten wie Saudi-Arabien, die VAE und Oman vom höheren Ölpreis profitiert und ihre Staatshaushalte kräftig aufgebessert. Allein in Kuwait hat sich das Haushaltsdefizit im Laufe des vergangenen Jahres um rund 19% verringert. Die Ölkonzerne erwirtschaften enorme Cashflows, und die Fußballweltmeisterschaft hat zu einem Investitionsschub geführt. Wir glauben, dass die Fundamentaldaten dies bereits widerspiegeln und die Verbesserungen weitgehend in die Bewertungen eingepreist sind. Daher haben wir unsere Gesamtallokation auf neutral gesetzt, sehen in dieser Region aber trotzdem immer noch einige interessante Anlagemöglichkeiten. Sektoren wie die Immobilienbranche, die Finanzindustrie oder auch Energieexporteure mit High-Yield-Rating könnten von Zweitrundeneffekten profitieren und bieten interessante Spreads.

Innerhalb des EM-Debt-Universums sind Unternehmensanleihen aus unserer Sicht nach wie vor am attraktivsten. Sie bieten noch immer eine relativ hohe Fälligkeitsrendite (YTM) bei einer weiterhin begrenzten Duration. Wir glauben, dass sich ein Engagement in EM-Unternehmensanleihen mit kurzer Duration für Anleger, die bereit sind, künftige Entwicklungen abzuwarten, auszahlen könnte.

Natürlich gibt es auch Risiken. Die globalen Wachstumsaussichten sprechen für einen vorsichtigen Ansatz, da sich die Spreads in einem Rezessionsumfeld ausweiten könnten. Allerdings halten wir das aktuelle Einstiegsniveau für attraktiv, vor allem für Anleger mit einem längerfristigen Anlagehorizont. Das Refinanzierungsrisiko für schwächere Emittenten und die Geopolitik (insbesondere in Bezug auf Taiwan) sind zwei weitere Aspekte, die wir weiterhin sehr genau beobachten. Als aktive Investoren sind wir in der Lage, unsere Positionierung schnell zu ändern, und haben die Möglichkeit, einen Teil dieser Risiken abzusichern, wenn sie entstehen.

https://www.fixed-income.org/
Foto: Alejandro Arevalo © Jupiter Asset Management


 

Investment

von Bruno Lamoral, Portfoliomanager für institutionelle Mandate bei DPAM

Mit Blick auf das vierte Quartal werden die US-Zwischen­wahlen erhebliche Aufmerk­samkeit auf sich ziehen. Während allge­mein erwartet wird, dass die…
Weiterlesen
Investment

von Christian Scherrmann, Chefvolkswirt USA, DWS

Erneut stehen wir vor der allzu ver­trauten Frage: Ist die hohe Inflation oder die jüngste Ab­kühlung am US-Arbeits­markt für die Zins­ent­scheidung…
Weiterlesen
Investment
Viele europä­ische Regie­rungen geraten in die Enge, weil sich ihre Haus­halts­lage ver­schlech­tert und der poli­tische Druck wächst. Warum für…
Weiterlesen
Investment
Ned Naylor-Leyland, Head of Strategy Gold & Silver, analysiert die jüngsten Markt­trends bei Gold und Silber, die stei­gende Profita­bilität von Gold-…
Weiterlesen
Investment
Europä­ische Banken und Versicherer haben bis Ende Sep­tember grüne Anleihen (Green Bonds) im Volumen von 56 Mrd. Euro emittiert. Das geht aus dem…
Weiterlesen
Investment
BlackRock hat den Fixed Income Outlook für das vierte Quartal ver­öffent­licht. Die Kern­aussage des Fixed-Income-Teams sind: Dank des höheren…
Weiterlesen
Investment
Anläss­lich der Fed-Sitzung nächste Woche kommen­tieren Experten von Insight Invest­ment Experten, Teil von BNY Mellon und einer der größten Fixed…
Weiterlesen
Investment
Markt­kommen­tar des BlackRock Invest­ment Institute (BII). Ann-Katrin Petersen, Leiterin Kapital­markt­strategie Deutsch­land, Schweiz, Öster­reich…
Weiterlesen
Investment
Das dritte Quartal 2026 stand im Zeichen geo­politisch getrie­bener Energie­preise und restrik­tiver Noten­banken. Die Kon­junktur blieb über­raschend…
Weiterlesen
Investment

von Richard Bernstein, Global Head of Macro and Customized Investing, Chris Benway, Director of Research, and Michael Talaga, Global Head of Credit…

Anleger neigen dazu, den Zentral­banken viel Aner­kennung für die mehr als 30 Jahre an­dauernde Des­inflation zu zollen, die vor der Pandemie…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!