YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Bitte keinen Populismus: Negative Anleihen/Aktien-Korrelation ist intakt

Derzeit vertreten einige Marktkommentatoren die Meinung, dass Anleihen unter allen Umständen gemieden werden sollten. Begründet wird dies mit den Erwartungen an eine Beschleunigung der Wachstumsbedingungen im Jahr 2021. Die globale Reflationspolitik werde es schaffen, das Wirtschaftswachstum schnell wieder auf den Pfad vor der Pandemie zu bringen. Das sollte die Erträge von Risikoanlagen in den zweistelligen Prozentbereich treiben. Die kursierenden Meinungen prophezeien, dass wir uns auf eine Phase positiver Renditekorrelation zwischen Aktien und traditionellen festverzinslichen Anlagen vorbereiten müssen. Effektiv würden Anleger die Diversifikationsvorteile verlieren, die seit 1998 bestehen.

Peter De Coensel, CIO Fixed Income bei DPAM, hat einen anderen Blick auf die Dinge. „Wer versucht, das Ende der Kapitalerhaltungs- und Wachstumseigenschaften der traditionellen festverzinslichen Anlageklasse auszurufen, handelt im besten Fall verfrüht und im schlimmsten Fall populistisch. Die negative Korrelation zwischen Anleihen und Aktien ist intakt. Ohne die unmittelbare Bedrohung durch eine globale geldpolitische Straffung und ohne gleichzeitig hohen und anhaltenden Inflationsdruck in den Industrie-Volkswirtschaften werden wir nicht in ein neues Regime wechseln“, fasst er seine Meinung zusammen.

Der DPAM-Experte bestätigt, dass die Märkte im Jahr 2020 mit kurzen Momenten positiver Korrelation zwischen beiden Anlageklassen konfrontiert waren. Aber diese Momente zu einem echten neuen Regime zu extrapolieren, sei nichts anderes als der Versuch, eine unangemessene Panik zu erzeugen. Vielmehr sollte man sich auf die Fakten besinnen: Untersuchungen, die mehr als 50 Jahre zurückblicken, haben hingegen gezeigt, dass eine positive Korrelation zwischen Anleihen- und Aktienrenditen zwei Bedingungen erfordert: Erstens müssen die Zentralbanken eine effektive Straffung der Leitzinsen vornehmen. Außerdem muss diese Straffung breit angelegt sein. Tatsächlich hat aber der Straffungszyklus der FED zwischen Dezember 2015 und Dezember 2018 die negative Korrelation zwischen Anleihen- und Aktienrenditen nie aufgehoben. Zweitens müssen die Märkte mit einer anhaltenden Phase hoher Inflation konfrontiert sein. Eine hohe Inflation liegt in dem Moment vor, in dem Verbraucherpreisindizes im Jahresvergleich konstant über 3,00 % liegen. Wir stellen fest, dass wir noch Jahre davon entfernt sind, bevor beide Bedingungen erfüllt sind. Erwarten Sie keinen plötzlichen Umschwung zu einer Inflationskulisse im Stil von 1970.

Einige Marktteilnehmer sind der Meinung, dass das klassische 60/40-Anleihen-Aktien-Verhältnis (oder umgekehrt für weniger risikoaverse Anleger) durch hybride Portfoliolösungen ersetzt werden sollte, zum Beispiel in Form von Wandelanleihen, nachrangigen Schuldtiteln, Edelmetallen, illiquiden Infrastrukturanleihen oder strukturierten Produkten, die mit Rohstoffen oder digitalen Währungen verbunden sind.

„Rechtfertigt ein gewisser Verlust an negativer Korrelation einen Sprung in Sektoren, die ziemlich hohe positive Korrelationen zu Aktien aufweisen?“, gibt Peter De Coensel zu bedenken und erinnert an die Ära 2003 bis 2005. Damals fielen die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen unter 4%, und die 5-jähriger Papiere bewegten sich zwischen 2,00 und 3,00% - historisch niedrige Niveaus, die viele Portfoliokonstrukteure verunsicherten. Und ein eindeutiges Signal für die Abteilungen „Strukturierte Produkte“ vieler Investmentbanken, Alternativen mit höheren Renditen zu schaffen und auf globaler Ebene zu vertreiben.

Der Markt für forderungsbesicherte Wertpapiere und strukturierte Kreditprodukte wurde zum Mainstream. Heute schafft die Präsenz niedriger bis negativer Renditen eine ähnliche Atmosphäre. Investoren sollten auf der Hut sein. Wieder einmal verlangen die Banken, die mit sinkenden Nettozinsmargen und disruptiven neuen Wettbewerbern konfrontiert sind, höhere Zinsen. Sie benötigen höhere Handelserträge, die mit dem Vertrieb von weniger liquiden Instrumenten mit höheren Geld-/Briefkursen einhergehen. In der Tat schaffen hybride Instrumente eine höhere Profitabilität. In gewisser Weise wiederholt sich die Historie.

www.fixed-income.org
Foto:
Peter De Coensel, CIO Fixed Income, Degroof Petercam Asset Management (DPAM)


Investment

von Richard Bernstein, Global Head of Macro & Customized Investing, Janus Henderson Investors

Ein altes amerika­nisches Sprich­wort besagt, dass ein Frosch aus einem Topf kochen­den Wassers heraus­springt, im selben Topf aber sitzen bleibt und…
Weiterlesen
Investment
Strom­netze stoßen unter dem schnellen Ausbau von Wind- und Solar­energie an ihre Grenzen. Gleich­zeitig rücken geo­po­litische Ereig­nisse die…
Weiterlesen
Investment

von Libby Cantrill, Head of Public Policy, PIMCO

Was passiert gerade? Die USA und Iran haben die erste Ge­sprächs­runde im Rahmen des ehrgeizigen Memo­ran­dum of Undervstanding (MOU) abge­schlossen.…
Weiterlesen
Investment
Da ESG-Themen mittler­weile fest in der Unter­nehmens­ana­lyse veran­kert sind, haben sich kontro­verse Themen zu einem wichtigen Risiko­indikator…
Weiterlesen
Investment

von Richard Clarida, Global Economic Advisor & Andrew Balls, CIO Global Fixed Income

Ein globaler Wirt­schafts­aus­blick, der von brüchi­gen Alli­anzen, fiska­lischer Belas­tung und massiven KI-Investi­tionen geprägt ist, kann ganz…
Weiterlesen
Investment
Michael Vander Elst, Head of Emer­ging Markets Fixed Income bei DPAM, sieht Latein­amerika als gut posi­tioniert für lang­fristiges Wachs­tum,…
Weiterlesen
Investment

von Arif Husain, Head of Global Fixed Income und CIO bei T. Rowe Price

Während die Unruhen im Nahen Osten und der Opti­mismus hinsicht­lich künst­licher Intelligenz die Märkte weiterhin antreiben, ist die erste…
Weiterlesen
Investment

von Leonardo Basile, Portfoliomanager bei Eurizon

Die vergan­genen drei Monate waren an den Kapital­märkten vor allem von zwei Faktoren geprägt: geo­poli­tischen Spannungen und dem starken Anstieg der…
Weiterlesen
Investment

von Jill Hirzel, Senior Investment Specialist bei Insight Investment

Die EZB hat heute in einer einstim­migen und weithin erwar­teten Entschei­dung die Zinsen ange­hoben. Die EZB hat ihre Prog­nosen revidiert, die…
Weiterlesen
Investment

von Filippo Alloatti, Head of Financials (Credit) bei Federated Hermes

Die EZB hat mit einer Zins­er­höhung um 25 Basis­punkte die Erwar­tungen bestätigt und den Haupt­refinan­zierungs­satz auf 2,25% angehoben. Die…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!