YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige

Corporate Hybrids: Stabiler Anker im Anleihenmarkt

von Ercan Demircan, Senior Portfoliomanager Unternehmensanleihen, BANTLEON

Corporate Hybrids: Ein attraktiver Neuemissionsmarkt; Quellen: Bloomberg, ICE BofA, BANTLEON | Stand: 31. März 2026

Nachrang­anleihen von Industrie­unter­nehmen (Corporate Hybrids) haben sich in einem anspruchs­vollen Marktumfeld aus geo­poli­tischen Spannungen und steigenden Zinsen als relativ wider­stands­fähig erwiesen. Im Gegen­satz zu anderen Risiko­seg­menten blieben die Spread­aus­weitungen moderat. Nach dem jüngsten Rendite­anstieg haben Corporate Hybrids auch mit Blick auf die Ertragschancen wieder an Attraktivität gewonnen. Kurzfristig dürfte das Umfeld zwar von erhöhter Volatilität geprägt bleiben. Mit einer Normalisierung der geopolitischen Lage rund um den Irankrieg sollten die konjunkturellen Kräfte aber wieder stärker in den Vorder-grund treten und damit die Risikoprämien wieder fallen. Corporate Hybrids bleiben damit der Sweetspot im Anleihenmarkt.

Seit Jahresbeginn hat sich der Markt für Nachranganleihen von Industrieunternehmen (Corporate Hybrids) trotz erhöhter Volatilität stabil gezeigt. Im Zuge des Irankriegs weiteten sich die Spreads – gemessen am »ICE BofA Euro Non-Financial Subordinated Index« – kurzfristig um rund 20 Basispunkte aus, gingen im weiteren Verlauf jedoch wieder vollständig zurück. Aktuell liegen die Risikoprämien leicht unter dem Niveau vom Jahresbeginn. Ein Vergleich mit anderen Segmenten verdeutlicht die relative Stärke: Europäische High-Yield-Anleihen verzeichneten zwischenzeitlich Spreadausweitungen von bis zu 65 Basispunkten, während Corporate Hybrids die Marktverwerfungen insgesamt deutlich besser absorbieren konnten. Belastend auf nahezu alle Anleihensegmente wirkte vor allem der deutliche Anstieg der risikolosen Renditen. Getrieben durch höhere Energiepreise sowie gestiegene Inflations- und Leitzinserwartungen der EZB legte die Rendite 5-jähriger deutscher Bundesanleihen um rund 50 Basispunkte zu. Aufgrund der Spread-Outperformance konnten Corporate Hybrids, die strukturell eine höhere Zinsduration als der High-Yield-Markt aufweisen, eine überdurchschnittliche Entwicklung gegenüber diesem Segment erzielen. Die Wertentwicklung seit Jahresbeginn fällt bei Corporate Hybrids mit -0,07% vergleichsweise stabil aus, während der High-Yield-Markt im gleichen Zeitraum einen Rückgang von -0,28% verzeichnete. 

Corporate Hybrids erreichen Marktgröße des AT1-/CoCo-Marktes
Auch strukturell setzte sich die positive Entwicklung fort: Gemessen am globalen Volumen im nachrangigsten Anleihensegment der Kapitalstruktur von Finanzunternehmen, also AT1-/CoCo-Anleihen (274 Mrd. Euro), haben Corporate Hybrids als nachrangigstes Anleihensegment von Industrieunternehmen mittlerweile ein ähnlich hohes Niveau erreicht (270 Mrd. Euro). Anders als Finanzunternehmen, die diese Instrumente nur im regulatorisch erforderlichen Umfang emittieren und primär zur Verlustabsorption nutzen, setzen Nicht-Finanzunternehmen Corporate Hybrids gezielt und flexibel zur Optimierung ihrer Kapitalstruktur ein. Damit haben sie sich als fester Bestandteil des Anleihenuniversums etabliert.

Getrieben wird der Markt auch von US-Emittenten, deren Aktivität durch die im Februar 2024 angepasste Ratingmethodologie von Moody’s unterstützt wird. Diese macht Corporate Hybrids gegenüber Vorzugsaktien attraktiver, insbesondere bei Einhaltung struktureller Kriterien wie einer Mindestlaufzeit von 30 Jahren und optionalem Couponaufschub. Ein zentraler Treiber bleibt somit die bilanzielle Behandlung durch die Ratingagenturen: Corporate Hybrids werden in der Regel zu etwa 50% als Eigenkapital angerechnet, was kreditrelevante Kennzahlen verbessert und die Ratingstabilität unterstützt. Gleichzeitig setzt insbesondere S&P klare Grenzen, indem die Ra-tingagentur die Eigenkapitalanrechnung von Corporate Hybrids auf maximal 15% der adjustierten Marktkapitalisierung begrenzt. Darüberhinausgehende Emissionen werden vollständig als Fremdkapital behandelt, wodurch der bilanziell entlastende Effekt entfällt. Daraus ergibt sich eine natürliche Obergrenze für den Einsatz von Hybridkapital. Corporate Hybrids bleiben folglich ein selektiv eingesetztes Instrument zur Optimierung der Kapitalstruktur. Auf Marktebene führt die zunehmende Nutzung zugleich zu einer breiteren Emittentenbasis, was die Diversifikation inner-halb der Assetklasse weiter verbessert.

Das jüngste Emissionsgeschehen unterstreicht diese Dynamik eindrucksvoll: Der US-Telekommunikationskonzern Verizon debütierte im November 2025 mit einer Dual-Tranche in EUR und GBP mit einem Volumen von knapp 3,3 Mrd. Euro, während der US-Versorger NextEra Energy erstmals EUR-denominierte Hybridanleihen im Umfang von rund 2,5 Mrd. Euro emittierte. Zusätzlich nutzte der französische Automobilhersteller Stellantis im März 2026 das Marktfenster für eine Debütemission von rund 5 Mrd. Euro, verteilt auf mehrere Tranchen. Die beschriebenen Transaktionen waren jeweils mehrfach überzeichnet, was die anhaltend hohe Investorennachfrage verdeutlicht.

Investitionsbedarf treibt Nachfrage
Ein zusätzlicher struktureller Impuls ergibt sich aus dem steigenden Investitionsbedarf im Zuge der Energiewende: Der Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Modernisierung der Infrastruktur erfordern sehr viel Geld. Insbesondere Versorgungs- und Energieunternehmen greifen daher verstärkt auf hybride Finanzierungsinstrumente zurück, die eine ausgewogene Balance zwischen Eigen- und Fremdkapital ermöglichen, ohne das Kreditrating signifikant zu belasten. Dieser Trend dürfte die Nachfrage nach Corporate Hybrids nachhaltig stützen. Entsprechend stellen defensive Sektoren seit mehreren Jahren einen wesentlichen Teil des Emissionsgeschehens. Im Zeitraum von 2020 bis 2026 entfielen bislang durchschnittlich rund 33% des jährlichen Bruttoemissionsvolumens auf Versorger. Im Jahr 2024 lag ihr Anteil mit knapp 47% sogar deutlich darüber. Dies unterstreicht die besondere Bedeutung der Assetklasse gerade für kapitalintensive und regulierungsnahe Geschäftsmodelle.

Positive Entwicklung voraus
Nach dem jüngsten Renditeanstieg haben Corporate Hybrids auch mit Blick auf die Ertragschancen wieder an Attraktivität gewonnen. Kurzfristig dürfte das Umfeld zwar von erhöhter Volatilität geprägt bleiben. Gleichzeitig eröffnen sich aber selektiv attraktive Einstiegsmöglichkeiten. Und in unserem Basisszenario erwarten wir im weiteren Jahresverlauf eine Stabilisierung des Kapitalmarktumfelds. Mit einer Normalisierung der geopolitischen Lage rund um den Irankrieg sollten die konjunkturellen Kräfte wieder stärker in den Vordergrund treten und damit die Risikoprämien wieder fallen. Corporate Hybrids bleiben damit der Sweetspot im Anleihenmarkt.

Corporate Hybrids bei BANTLEON
BANTLEON bewirtschaftet Corporate Hybrids unter anderem im Anleihenfonds BANTLEON SELECT CORPORATE HYBRIDS (LU2038755174), der im zuletzt volatilen Umfeld von der Outperformance der Corporate Hybrids profitiert hat. Ausgehend von einer Rendite auf den ersten Kündigungs-termin von 5,18% ergibt sich für den Fonds ein erwartetes Renditepotenzial von über 6,5% auf Sicht von zwölf Monaten. Mit dem erstmaligen Überschreiten der Marke von 500 Mio. Euro Fondsvolumen seit Auflage wurde im Februar 2026 ein wichtiger Meilenstein erreicht. Dies unter-streicht das Vertrauen der Anleger in den stringenten aktiven Managementansatz, der fundierte makroökonomische Einschätzungen mit sorgfältiger Einzeltitelselektion verbindet. Bis zu 35% des Fondsvolumens (temporär maximal 40%) von BANTLEON SELECT CORPORATE HYBRIDS dürfen in Nachranganleihen mit Non-Investment-Grade-Rating investiert werden (Emittentenrating liegt ausschließlich im Bereich Investment Grade).

www.fixed-income.org

 

Investment
Im Chart der Woche unter­sucht die DWS seit 2015, wie sich die Preise für deutschen Strom, Brent-Rohöl und europä­isches Erdgas (TTF) gemein­sam…
Weiterlesen
Investment

von Joel Frick, Investment Lead, BENDURA BANK AG

Das erste Quartal 2026 fühlte sich an wie ein ganzes Jahr - und das ist keine Metapher. Grönland, Venezuela, Iran: Innerhalb von drei Monaten hat sich…
Weiterlesen
Investment

von April LaRusse, Head of Investment Specialists bei Insight Investment

Der Konflikt im Iran hat 20% der welt­weiten Ölver­sorgung unter­brochen, indem er den Transit durch die Straße von Hormus blockiert hat. Obwohl die…
Weiterlesen
Investment
Das Land­gericht München I hat den Ange­klagten wegen Beihilfe zum ver­suchten Betrug in 261 tat­einheit­lichen Fällen und falscher uneid­licher…
Weiterlesen
Investment

Durchschnittsmarge für Bestandsfinanzierungen beträgt 169 bp, für Projektentwicklungen 262 bp

Unter den gewerb­lichen Immo­bilien­finan­zierern zeigt sich im ersten Quartal 2026 eine gedämpfte Stimmung. Das geht aus dem neuen BF.…
Weiterlesen
Investment
Aberdeen Invest­ments hat den abrdn SICAV I - Global En­hanced Yield Bond Fund aufgelegt. Der Fonds bietet einen differen­zierten Ansatz für…
Weiterlesen
Investment

von Charlotte Peuron, Portfolio Manager Thematic Equities, Crédit Mutuel Asset Management

Der Angriff des Iran auf Katars Gas­anlagen hat sich umfas­send aus­gewirkt und einen neuen Ausverkauf risiko­reicher Anlagen ausgelöst. In Phasen…
Weiterlesen
Investment

von Torje Gundersen, Head of Tactical Asset Allocation (TAA) bei DNB Asset Management

In Norwegen haben sich die Markt­erwar­tungen hinsicht­lich der künftigen Zinssätze gewandelt: Statt Zins­senkungen werden nun zwei Zins­erhö­hungen…
Weiterlesen
Investment

von Noah Barrett, Research Analyst, Janus Henderson Investors

Die Nachricht von einem zwei­wöchigen Waffen­still­stand zwischen dem Iran und den USA wurde von den Märkten positiv aufge­nommen und schürte die…
Weiterlesen
Investment
Um 12:00 Uhr beginnt ein 30-minütiges Webinar der Deutsche Börse zum Thema „Breit gestreut in Anleihen - aktiv gemanagt oder passiv per ETF?“Anleihen…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!