YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige

DWS: Wenn Gas den Strom bestimmt - Korrelationen im Energiestress

Korrelationen der Energiemärkte in Krisen und Nicht Krisenzeiten*; Quellen: Bloomberg Finance L.P., Ember, DWS Investment GmbH; Stand 13.04.2026

Im Chart der Woche unter­sucht die DWS seit 2015, wie sich die Preise für deutschen Strom, Brent-Rohöl und europä­isches Erdgas (TTF) gemein­sam bewegen – und wie sich diese Zusammen­hänge je nach Markt­umfeld verändern. Im Fokus stehen dabei nicht die absoluten Preis­niveaus, sondern das Zusammen­spiel der Märkte in Phasen erhöhter Belastung – darunter der Ölpreis­verfall 2015/16, die europäische Energiekrise 2022/23 sowie der Konflikt mit dem Iran – im Vergleich zu ruhigeren Marktphasen. Ziel ist es, zu zeigen, wie sich Marktverflechtungen über unterschied­liche Stress­regime hinweg verändern.

Das zentrale Ergebnis ist der deutliche Anstieg der Korrelation zwischen Strom- und Gaspreisen in Krisenzeiten. Während dieser Zusammenhang in ruhigen Marktphasen vergleichsweise schwach ausgeprägt ist, nimmt er unter Energiestress spürbar zu. Das spiegelt die Funktionsweise des europäischen Strommarkts wider: In angespannten Phasen bestimmen häufig gasbasierte Kraftwerke den Grenzpreis. Preisschocks auf dem Gasmarkt schlagen damit direkt auf die Grenzkosten der Stromerzeugung durch – und letztlich auf den Strompreis selbst.

Gleichzeitig bleibt die Korrelation auch in Krisenzeiten klar unter eins. Denn Strompreise werden nicht nur durch Brennstoffkosten bestimmt, sondern auch von wetterabhängiger Nachfrage, der Einspeisung erneuerbarer Energien, der Verfügbarkeit von Kraftwerken, Netzengpässen und regulatorischen Eingriffen beeinflusst. Diese Faktoren überlagern die Abhängigkeit von Gas und begrenzen die Preissynchronisation selbst in Stressphasen. Vor dem Hintergrund der Energiewende hat der steigende Anteil erneuerbarer Energien und der gleichzeitige Rückbau konventioneller Kapazitäten zudem die strukturelle Volatilität erhöht. Zusammen mit steigenden System- und Absicherungskosten hat dies tendenziell zu höheren Strompreisen beigetragen – auch wenn Gas langfristig an Bedeutung verlieren dürfte.

Demgegenüber bleibt die Korrelation zwischen Strom- und Ölpreisen selbst in Krisenzeiten niedrig. Brent ist kein relevanter Inputfaktor für die europäische Stromerzeugung und beeinflusst Strompreise überwiegend indirekt, etwa über makroökonomische Kanäle wie Inflationserwartungen oder allgemeine Risikoaufschläge an den Rohstoffmärkten. Eine direkte Kopplung der beiden Märkte ist daher gering.

Die Korrelation zwischen Öl- und Gaspreisen nimmt in Krisenzeiten moderat zu. Das deutet auf gemeinsame Risiko- und Energiefaktoren in Stressphasen hin – etwa geopolitische Schocks oder eine globale Neubewertung von Energieknappheit –, ohne dabei die unterschiedlichen regionalen und fundamentalen Treiber der beiden Märkte aufzuheben.

Insgesamt zeigt die Analyse ein klares Muster: In normalen Zeiten werden Strompreise vor allem durch lokale und kurzfristige Faktoren bestimmt. In Energiekrisen rückt Gas jedoch in den Mittelpunkt der Preisbildung und bindet den deutschen Strommarkt deutlich stärker an die Entwicklungen am europäischen Gasmarkt. Oder wie Martin Moryson, Global Head of Economics, es formuliert: „Die Energiekrise hat gezeigt, dass Gas kurzfristig weiterhin der entscheidende Preissetzer am Strommarkt ist – auch wenn der langfristige Trend klar in Richtung erneuerbarer Energien geht.“

www.fixed-income.org 

* Die wöchentlichen Renditen werden auf Basis von kalenderwöchentlichen Durchschnittspreisen (Wochen mit Enddatum Freitag) für deutschen Strom, Brent Rohöl und europäisches Erdgas (TTF) berechnet. Die paarweisen Korrelationen werden getrennt für Energiekrisenphasen (Ölpreisverfall 2015/16, europäische Energiekrise 2022/23 sowie jüngerer geopolitischer Stress) und Nicht Krisenzeiten berechnet.

 

Investment

von Joel Frick, Investment Lead, BENDURA BANK AG

Das erste Quartal 2026 fühlte sich an wie ein ganzes Jahr - und das ist keine Metapher. Grönland, Venezuela, Iran: Innerhalb von drei Monaten hat sich…
Weiterlesen
Investment

von April LaRusse, Head of Investment Specialists bei Insight Investment

Der Konflikt im Iran hat 20% der welt­weiten Ölver­sorgung unter­brochen, indem er den Transit durch die Straße von Hormus blockiert hat. Obwohl die…
Weiterlesen
Investment
Das Land­gericht München I hat den Ange­klagten wegen Beihilfe zum ver­suchten Betrug in 261 tat­einheit­lichen Fällen und falscher uneid­licher…
Weiterlesen
Investment

Durchschnittsmarge für Bestandsfinanzierungen beträgt 169 bp, für Projektentwicklungen 262 bp

Unter den gewerb­lichen Immo­bilien­finan­zierern zeigt sich im ersten Quartal 2026 eine gedämpfte Stimmung. Das geht aus dem neuen BF.…
Weiterlesen
Investment
Aberdeen Invest­ments hat den abrdn SICAV I - Global En­hanced Yield Bond Fund aufgelegt. Der Fonds bietet einen differen­zierten Ansatz für…
Weiterlesen
Investment

von Charlotte Peuron, Portfolio Manager Thematic Equities, Crédit Mutuel Asset Management

Der Angriff des Iran auf Katars Gas­anlagen hat sich umfas­send aus­gewirkt und einen neuen Ausverkauf risiko­reicher Anlagen ausgelöst. In Phasen…
Weiterlesen
Investment

von Torje Gundersen, Head of Tactical Asset Allocation (TAA) bei DNB Asset Management

In Norwegen haben sich die Markt­erwar­tungen hinsicht­lich der künftigen Zinssätze gewandelt: Statt Zins­senkungen werden nun zwei Zins­erhö­hungen…
Weiterlesen
Investment

von Noah Barrett, Research Analyst, Janus Henderson Investors

Die Nachricht von einem zwei­wöchigen Waffen­still­stand zwischen dem Iran und den USA wurde von den Märkten positiv aufge­nommen und schürte die…
Weiterlesen
Investment
Um 12:00 Uhr beginnt ein 30-minütiges Webinar der Deutsche Börse zum Thema „Breit gestreut in Anleihen - aktiv gemanagt oder passiv per ETF?“Anleihen…
Weiterlesen
Investment

von John Kerschner, Global Head of Securitized Products, Janus Henderson Investors

Die aktuell ver­öffent­lichten VPI-Daten fielen so gut aus, wie ange­sichts des durch den Iran-Konflikt bedingten Anstiegs der Energie­preise zu…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!