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Einer der größten brachliegenden Märkte für Anleger: Demografie / von Chi Tran-Brändli, Swisscanto

Chi Tran-Brändli, Senior Portfolio Manager Thematic Equities © Swisscanto

Immer mehr Menschen bringen den Wunsch zum Ausdruck, einen aktiven und gesunden Lebens­stil zu pflegen – dies wohl nicht zuletzt in der Hoffnung, nicht nur besser, sondern länger zu leben. Wer so denkt, reiht sich ein in einen struktu­rellen Trend, der auch als Investmentthema spannend sein kann: Das Streben nach einer gesunden Langlebigkeit, der so genannten Healthy Longevity.

Mit der Aussicht darauf, dass die Welt schon im Jahr 2050 mehr als zwei Milliarden Menschen zählen könnte, die über 60 Jahre alt sind, gilt der Megatrend der Demografie aus Anlageperspektive als wohl größter brachliegender Markt überhaupt. Das zeigt sich eindrücklich am Beispiel China. Während das Land seit mehr als zwei Jahrzehnten als Wachstumschance gefeiert wird, wird kaum wahrgenommen, dass dort die Bevölkerung von gegenwärtig noch 1,5 Milliarden Menschen über die nächsten Dekaden weiter schrumpfen dürfte – aufgrund der Überalterung.

Als besonders erstrebenswert und auch aus wirtschaftlicher Sicht chancenreich erscheint das ‚Gesundsein‘ in der gesunden Langlebigkeit. Die Lebenserwartung hat sich seit der Mitte des 20. Jahrhunderts zwar um drei Jahrzehnte verlängert. Wie sich aber zeigt, vermag die Gesundheit nicht mitzuhalten: Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge erhöhte sich beispielsweise zwischen 2000 und 2019 die Lebenserwartung weltweit um 6,4 auf 73,1 Jahre; die Aussicht auf ein gesundes Leben nahm während dieser Frist aber nur um 5,3 Jahre zu.

Tatsächlich mögen Menschen zwar länger leben. Sie werden aber mit zunehmendem Alter von Krankheiten geplagt: In den USA etwa rechnete die Organisation National Council on Aging vor, dass dort 80% der über 65-Jährigen mit zwei oder mehr chronischen Krankheiten leben müssen. Das Konzept der ‚Gesundheitsspanne‘ rückt vor diesem Hintergrund mehr und mehr ins Rampenlicht. Im Gegensatz zur Lebensspanne misst sie die Zeit, die Menschen bei guter körperlicher und geistiger Verfassung genießen können. Im Fokus steht die Lebensqualität – es geht also darum, die Gesundheitskurve bis zum Lebensende möglichst auszuweiten.

Vieles deutet jedoch darauf hin, dass die Gesundheitsspanne von einer Vielzahl von Faktoren abhängt, nicht zuletzt von unserem Erbmaterial: Wie die renommierte medizinische Zeitschrift ‚The Lancet‘ zum Thema Langlebigkeit festhielt, haben Wissenschaftler Hinweise darauf gefunden, dass ein komplexes Zusammenspiel am Werk ist zwischen Genen und der Umwelt, in der sich die Menschen bewegen. Diesbezüglich hat auch die Erforschung der so genannten Blauen Zonen interessante Hinweise geliefert. Gemeint sind Weltregionen, die durch einen besonders hohen Anteil an Menschen herausstechen, die 100 Jahre und älter sind. So wurden unter anderem in Japan DNA-Kombinationen identifiziert, welchen die Förderung der Langlebigkeit zugeschrieben wird. Gleichzeitig vermutet die Wissenschaft beim persönlichen Lebensstil in jenen Zonen eine mindestens so hohe Wirkung. Jener Lebensstil zeichnet sich oftmals aus durch eine gesunde Ernährung, viel Bewegung, ein reges Sozialleben sowie wenig Stress.

Was gibt nun aber den Ausschlag – die Gene, das soziale Umfeld, eine fortschrittliche Medizin oder doch am Ende das individuelle Verhalten? Die amerikanische Gesundheits-Beratungsfirma Goinvo hat dazu Studien durchforstet und ein Ranking der vermuteten Einflüsse erstellt: Demnach machen etwa die Schlafqualität, ob und wie oft er oder sie rauchen oder trainieren, 36% der gesamthaften Einflüsse auf die Gesundheit aus. Mit 24% ebenfalls bedeutend sind die sozialen Lebensumstände. Mit immerhin 22% werden genetische und biologische Einflüsse bewertet – und nur zu 11% die medizinische Versorgung.

Solche Hinweise können interessant sein für Anlegerinnen und Anleger, die am Investmentthema Healthy Longevity interessiert sind. Allerdings erscheinen aus Investorensicht nicht alle Gesundheitsfaktoren als gleichermaßen gut zugänglich: Der Bereich der sozialen Gesundheit beispielsweise ist am Finanzmarkt noch wenig repräsentiert, während der Healthcare-Sektor fest verankert ist und nach wie vor zahlreiche Investmentchancen verspricht. Beispielsweise sind, vorab in Industriestaaten, Ergänzungsstoffe im Aufwind. Solche ‚Supplements‘ werden in der Hoffnung konsumiert, gegen ein breites Spektrum von Krankheiten und Alterungserscheinungen vorzubeugen – von Falten und Haarausfall über abnehmende Mobilität bis Alzheimer. Die Wirkung von Ergänzungsstoffen ist zwar in der Wissenschaft umstritten. Dennoch treffen die Produkte einen Nerv. Fast 80% der über 55-jährigen Konsumenten in den USA würden bereits solche Ergänzungsstoffe konsumieren, stellte etwa die Beratungsfirma SPINS 2024 in einer Studie fest.

Ein weites Feld für Investments bieten auch Anbieter von Dienstleistungen, die auf einen aktiven Lebensstil zielen. Die Angebote im Bereich Outdoor- und Sportartikel zielen dabei nicht nur auf eine ältere Klientel, was erneut auf die Langfristigkeit des Investmentthemas hinweist. Zu denken ist aber auch an die spezifisch auf ältere Konsumenten ausgerichtete ‚Silver Economy‘, so an Anbieter von Wellness und Reisen sowie an Hotel- und Restaurantketten.

www.fixed-income.org


 

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