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Höhere Risikoprämien für US-Staatsanleihen nur eine Frage der Zeit? Linkers und Europa zur Portfoliooptimierung?

Cédric Scholtes © BNP Paribas Asset Management

Der Vertrauens­verlust in US-Staats­anleihen hat spürbar zugenommen – befeuert durch dauerhaft hohe Haushalts­defizite, eine fehlende fiskalische Konso­lidierungs­strategie und zuletzt die Herab­stufung der US-Kreditwürdigkeit durch führende Rating­agenturen. Für Anleihep­ortfolios hat das erhebliche Folgen, darauf weist Cédric Scholtes, Head of Global Sovereign, Inflation and Rates bei BNP Paribas Asset Management, in einer aktuellen Analyse hin.

Zwar habe der US-Anleihemarkt in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass er in der Lage sei, Regierungen disziplinierend zu beeinflussen, so Scholtes. Doch mit jedem weiteren Jahr hoher Defizitplanung steige der Handlungsdruck. „Früher oder später wird der Anleihemarkt eine höhere Risikoprämie verlangen, als die Regierung sich leisten kann“, warnt er. 

Eine ungeordnete Vertrauenskrise sei zwar nicht das Basisszenario, „aber zunehmend eine mögliche Entwicklung“ – und eine, die aufgrund ihres potenziell erheblichen kurzfristigen Einflusses auf Anleiheportfolios Aufmerksamkeit und Vorbereitung verdiene.

Für Investoren heißt das laut Scholtes, Portfolios robuster aufzustellen. Dabei rät er, Absicherungen gegen mögliche Inflationsschübe in Betracht zu ziehen. „Sollte es zu einer längeren Phase höherer Inflation kommen, könnten inflationsgeschützte US-Staatsanleihen (TIPS) nominalen Treasuries überlegen sein“, erklärt er. Hintergrund sei, dass Versuche, die Haushaltsproblematik zu lindern, oftmals mit Inflation einhergehen könnten. So würde ein schwächerer US-Dollar als bevorzugtes Rückzahlungsmittel von Staatsschulden tendenziell Inflation befeuern.

Über die USA hinaus sieht Scholtes Chancen, dass Europa mittelfristig als ernstzunehmende Alternative zu Dollar und Treasuries wahrgenommen wird – insbesondere, wenn eine beschleunigte Emission deutscher Bundesanleihen und eine stärkere fiskalische Integration der Eurozone umgesetzt werden. „Aber Eurozonen-Anleihen und der Euro brauchen Zeit, um sich fest als glaubwürdige Alternativen zu etablieren“, betont er. Für viele Investoren, darunter auch Zentralbanken, sei Gold bislang die bevorzugte Alternative zu Treasuries.

Scholtes rechnet damit, dass es trotz aller Risiken immer wieder Phasen geben werde, in denen Märkte optimistischer werden und sich einige Unsicherheiten bei Handel, Arbeitsmarkt, Geld- und Fiskalpolitik in berechenbare Bahnen bewegen. Solche Zeitfenster könnten helfen, einen plötzlichen Vertrauensschock zu vermeiden oder zumindest hinauszuzögern.

Aber die Botschaft ist klar: Wer US-Staatsanleihen hält, sollte nicht nur die aktuelle Rendite im Blick haben, sondern auch Strategien für den Fall eines Stimmungsumschwungs entwickeln. „Vorbereitung ist in diesem Umfeld kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit“, fasst Scholtes zusammen.

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