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„Europäische High Yield-Anleihen bleiben eine interessante Beimischung“, Gregor Taraszow, BANTLEON

„Europäische High-Yield-Unternehmensanleihen sind auch im Jahr 2015 eine interessante Beimischung für Anleihenportfolios“, meint Gregor Taraszow, Senior Portfoliomanager und Analyst High Yield Corporates des Anleihemanagers Bantleon. „Dafür sprechen die attraktiven Kupons und die Chance auf Kursgewinne als Folge des konjunkturellen Aufschwungs in der Eurozone.“ Eine Performance von 9 bis 10 Prozent erscheine durchaus realistisch. Derzeit empfiehlt er eine Übergewichtung 3- bis 5-jähriger Anleihen mit »B« Rating – verstärkt aus den Bereichen Telekommunikation, Konsumgüter & Services sowie Unterhaltung.

BOND MAGAZINE: Herr Taraszow, europäische High-Yield-Unternehmensanleihen haben 2014 trotz einiger Turbulenzen eine Performance von 5,5 Prozent erzielt. Welches Potential haben High-Yield-Anleihen im Jahr 2015?

Taraszow: Mit ihren attraktiven Kupons sind europäische High-Yield-Unternehmensanleihen auch im Jahr 2015 eine interessante Beimischung für Anleihenportfolios. Seit Jahresanfang summiert sich der Ertrag bereits auf 3,3 Prozent. Im Gesamtjahr scheint sogar ein Niveau von 9 bis 10 Prozent möglich zu sein. Derzeit empfehlen wir eine Übergewichtung 3- bis 5-jähriger Anleihen sowie sehr kurzer Laufzeiten der Ratingkategorie »B«. Aber auch Anleihen der etwas besseren Ratingkategorie »BB« sollten sich gut entwickeln. Hierbei handelt es sich oft um »Fallen Angels« aus dem Bereich »Investment Grade«, also um renommierte Unternehmen, die aufgrund der Herabstufung in den Bereich »Non-investment Grade« eine höhere Rendite als Unternehmensanleihen mit dem Rating »BBB« bieten. Sie entwickeln sich in konjunkturellen Aufschwungphasen besser, sollten entsprechend vom aktuellen Aufschwung in der Eurozone stärker profitieren.

BOND MAGAZINE: Wie beurteilen Sie das technische Umfeld?

Taraszow: Der europäische High-Yield-Markt scheint endgültig den Kinderschuhen entwachsen zu sein. Ein erneutes Rekordjahr sorgte 2014 mit 84 Mrd. Euro neu emittierten Anleihen für weiteres Marktwachstum und für 2015 erwarten wir eine abermalige Steigerung, denn der Start war mit 14,6 Mrd. Euro bis Ende Februar bereits sehr verheißungsvoll. Nachdem High-Yield-Unternehmensanleihenfonds vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2014 mit massiven Abflüssen zu kämpfen hatten, gibt es jetzt wieder starke Zuflüsse. Allein in der letzten Januarwoche flossen der Assetklasse über 1 Mrd. Euro zu. Ein knappes Angebot trifft somit auf eine starke Nachfrage. Im Zuge der Liquiditätsschwemme der EZB ist zudem damit zu rechnen, dass Investment-Grade-Fonds verstärkt High-Yield-Unternehmensanleihen beimischen werden. Das technische Umfeld ist unserer Meinung nach damit klar positiv zu bewerten.

BOND MAGAZINE: Nach welchen Kriterien wählen Sie derzeit High-Yield-Unternehmensanleihen aus?

Taraszow: Wir bevorzugen die sogenannten Ameisen des High-Yield-Universums. Das sind Unternehmen mit stabilen Cashflows, deren Geschäft von exogenen Schocks kaum beeinflusst wird. Dazu gehören vor allem Marktführer oder Unternehmen, die eine Nische besetzen sowie ein spezielles Know-how haben und hohe Margen erwirtschaften. Bei den Branchen konzentrieren wir uns auf die Bereiche Telekommunikation, Konsumgüter & Services sowie Unterhaltung. Der Emittent der Anleihen muss seinen Sitz in einem OECD-Land haben und das ausstehende Volumen mindestens 200 Mio. Euro betragen. Damit sind Mittelstandsanleihen ausgeschlossen. Ebenfalls ausgeschlossen sind Payment-in-kind-Anleihen, Finanzanleihen und Anleihen mit unbegrenzter Laufzeit. Bei diesen Anleihen sind uns die Risiken zu groß.

BOND MAGAZINE: Wie lässt sich angesichts der starken Kursschwankungen von High-Yield-Unternehmensanleihen das Risiko überwachen?

Taraszow: Zunächst nehmen wir für die Bewertung einer High-Yield-Anleihe immer deren schlechtestes Rating, sofern sie von Ratingagenturen unterschiedlich bewertet wird. Das schafft einen Sicherheitspuffer. Dann wird die Entwicklung aller Anleihen in einem Analysetool permanent überwacht. Steigen oder fallen die Risikoprämien innerhalb eines Tages oder eines Monats stark, dann kann das ein Warnsignal sein. Zudem nehmen wir zum Abgleich die Veränderungen von Aktienkursen und Aktienkursvolatilitäten der Unternehmen, von denen die High-Yield-Anleihen emittiert wurden.

BOND MAGAZINE: Was sollten Anleger beachten?

Taraszow: Investoren müssen sich bewusst sein, dass bei High-Yield-Anleihen in Extremphasen Verluste bis zu 40 Prozent möglich sind. Deshalb sollte man in diese Anleihen nur dann investieren, wenn sie aktiv bewirtschaftet werden.

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