YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige

Federated Hermes: Schwellenländer und das Coronavirus – veränderte Bedingungen 2020

Die Lockerung der Geldpolitik und eine Pause bei den Handelsspannungen trugen dazu bei, dass das globale Wachstum zu Beginn dieses Jahres eine Wende nahm. Während die strukturelle Wachstumsentwicklung für die Schwellenländer intakt bleibt, gibt es weiterhin einen gewaltigen Mix diverser Herausforderungen. Dazu zählt insbesondere das Coronavirus, das in diesem Jahr das Wachstum dämpfen dürfte. Kunjal Gala, Global Emerging Markets Co-Portfoliomanager bei Federated Hermes ordnet dies für die Schwellenländer weiter ein.

Globale Konjunkturabschwächung war zunächst kein Thema – doch das Coronavirus und die volatilen Energiemärkte ändern den Ausblick
Das globale Wachstum im Jahr 2019 verlangsamte sich auf den niedrigsten Stand seit der Finanzkrise. Grund dafür waren die Handelsbarrieren und eine zyklische Konjunkturabschwächung bei Energie, Rohstoffen und Autos. Die Schwellenländer waren davon nicht ausgenommen: Das Wachstum verlangsamte sich in China und Indien, während Argentinien und die Türkei sogar von politischen und finanziellen Turbulenzen betroffen waren.

Doch mit dem Jahresbeginn begann es aufwärts zu gehen, da die gelockerte Geldpolitik eine weitere Konjunkturabschwächung zu verhindern schien. Die Zentralbanken in aller Welt haben aggressiv auf die schwache Wirtschaftsdynamik reagiert und das Verbrauchervertrauen blieb stabil, wobei die intakten Arbeitsmärkte Gehälter und Konsum stützten.

Der Ausbruch des Coronavirus hat diese Aussichten jedoch eingetrübt. Fabrikschließungen und Reisebeschränkungen werden sich erheblich auf die Produktion auswirken: Das chinesische BIP wird im ersten Quartal wahrscheinlich schrumpfen und könnte im Laufe des Jahres um einige Prozentpunkte niedriger sein.

Nicht nur das Coronovirus bremst Wirtschaft aus
Zu Beginn des Jahres war man sich einig, dass die Welt im Jahr 2020 eine Rezession vermeiden wird. Obwohl die globalen Wachstumsprognosen als Reaktion auf den Ausbruch des Coronavirus gesenkt wurden, gibt es immer noch mehrere Risiken, die die Aussichten weiter trüben.

- Das US-amerikanische Finanzdefizit für das Haushaltsjahr 2019 ist um 26 Prozent gewachsen und wird 2020 wahrscheinlich einen Rekordwert von 1 Billion US-Dollar erreichen. Mangelnde Maßnahmen zur Konsumbelebung könnten die Wirtschaft in einer Zeit, in der sich das geldpolitische Instrumentarium erschöpft, ziemlich allein dastehen lassen.

- Eine weitere Eskalation der Handelsspannungen kann nicht ausgeschlossen werden. Der Wettbewerb zwischen den USA und China ist von strategischer Bedeutung und umfasst Technologie, Militär und den globalen Einfluss.

- Während die globale Schuldenquote seit 2017 gesunken ist, bauen sich die Unternehmens- und Staatsschulden weiter auf – bis zur potenziellen Belastungsgrenze.

- Die jüngste Volatilität des Ölpreises könnte zu einem Anstieg bei Anleihen in diesem Sektor führen und die Investitionsstimmung dämpfen.

Klar ist: Die politischen Entscheidungsträger weltweit versuchen, diesen Abschwung abzuwenden. Allerdings könnte jede Aufregung, die durch verstärkte steuerliche Impulse oder eine Lockerung der Geldpolitik ausgelöst wird, der letzte Aufbäumen sein, da eine Rezession unvermeidlich scheint. Der Markt ist davon ausgegangen, dass ihn die Zentralbanken vor Volatilität schützen und Haushaltsausgaben in den Vordergrund treten. Aber im Gegensatz zur Geldpolitik bewegt sich die Steuer- und Finanzpolitik langsam und wird durch Regierungen eingeschränkt.

Mit aktiver Fiskalpolitik gegen das Virus
Auf lange Sicht gibt es eindeutig größere Risiken für die Weltwirtschaft. Während das Coronavirus einen großen Gegenwind für das kurzfristige Wachstum darstellt, sind die Gesamtauswirkungen auf das globale BIP auf lange Sicht überschaubar. Vieles hängt von der haushaltspolitischen Reaktion auf die Epidemie ab. So unterstützt die chinesische Regierung beispielsweise die betroffenen Wirtschaftssegmente und räumt den Infrastrukturausgaben Vorrang ein. Das dürfte sicherstellen, dass das Wachstum nur vorübergehend beeinträchtigt wird. Wenn jedoch der Ausbruch des Virus und das jüngste Scheitern der Gespräche innerhalb der OPEC die Wirtschaftstätigkeit im Großen und Ganzen stört, wird das globale BIP mit einem erheblichen Produktivitäts- und Produktionsverlust zum Stillstand kommen.

Die Schwellenländer sehen sich mit den gleichen gemischten Botschaften konfrontiert wie der Rest der Welt. Ihr strukturelles Wachstum ist jedoch nach wie vor intakt und wird durch die Urbanisierung, eine aufstrebende Mittelschicht und die Digitalisierung vorangetrieben. Dennoch ist noch ein weiter Weg zurückzulegen, bis die Gewinnmargen der Schwellenländer wieder das Vorkrisenniveau erreichen – sie liegen derzeit 400 Basispunkte unter denen von 2008.

Es gibt auch eine große Bewertungslücke zwischen den Schwellen- und Industrieländern. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für Schwellenländer wird mit einem Abschlag von 21 Prozent gegenüber Industrieländern gehandelt, während sich der Kurs-Buchwert-Rabatt auf 37 Prozent erhöht hat. Sofern der Buchwert von Schwellenländern nicht plötzlich überbewertet wurde, ist die einzige Rechtfertigung, die uns einfällt, die Ansicht, dass ein Kursrückgang mehr Schaden bei der Eigenkapitalrendite der Schwellenländer anrichten wird. Dieser überdurchschnittliche Abschlag könnte künftig eine Chance darstellen.

Der Aufschwung zu Jahresbeginn darf zwar nicht ignoriert werden, lässt sich aber weitgehend durch eine immer lockere Geldpolitik und eine wahrscheinlich vorübergehende Pause bei den Handelsspannungen erklären. Obwohl einige Schwellenländer Anzeichen für einen Aufschwung zeigen, bleiben die Herausforderungen dennoch weiter bestehen – und das Coronavirus sowie die Disruption auf dem Energiemarkt werden eine dramatische Erholung in diesem Jahr verhindern. Die Mehrheit der Schwellenländer sind Ölimporteure und werden von einem niedrigeren Ölpreis profitieren. Die gedämpften Rohstoffpreise spiegeln jedoch das schwache grundlegende Nachfrageumfeld wider, das einen Gegenwind für die Rentabilität der Unternehmen darstellt und sich auf ihre Investitionspläne auswirkt.

Fazit und Ausblick: Treiberthemen beachten
Wir konzentrieren uns mit unseren Investments weiterhin auf die langfristigen strukturellen Themen, wie etwa 5G, Digitalisierung, IoT, Gesundheitswesen, wachsende Mittelschicht und Infrastruktur. Von diesen erwarten wir, dass sie der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit im Zusammenhang mit der globalen Ausbreitung des Coronavirus und den schwachen Rohstoffmärkten trotzen, – und potenzielle Probleme der Anleihequalität abmildern werden.

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Kunjal Gala
© Federated Hermes)


Investment
Der aktuelle „Gold Demand Trends" Report des World Gold Council für das erste Quartal 2026 zeigt, dass die gesamte viertel­jährliche Gold­nachfrage…
Weiterlesen
Investment

von Sonal Desai, CIO, Franklin Templeton

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran steht weiterhin im Mittel­punkt des Markt­interesses. Es scheint eine unsichere Ein­stellung der aktiven…
Weiterlesen
Investment
Konstantin Veit, Portfolio­manager bei PIMCO, gibt seine Ein­schätzung zur anste­henden Sitzung der Euro­päischen Zentral­bank wieder: „Im Umfeld der…
Weiterlesen
Investment

Mit 2,6 GW Anschlussleistung in Entwicklung stellt Green Energy Storage Initiative (GESI) derzeit eines der größten Portfolios an…

Allianz Global Investors (AllianzGI) hat bekannt gegeben, dass es im Namen von Allianz-Ver­sicherungs­gesell­schaften eine 51%ige Beteiligung an der…
Weiterlesen
Investment
Ein Großteil der Welt fragt sich derzeit, wie lange es dauert, bis sich die Energiepreise in verschie­denen Szenarien des Iran­konflikts wieder…
Weiterlesen
Investment
Vor dem Hinter­grund eines im Vergleich zur Niedrig­zins­phase erhöhten Zins­umfelds sowie geo­politischer Unsicher­heiten an den Kapital­märkten…
Weiterlesen
Investment

von Ercan Demircan, Senior Portfoliomanager Unternehmensanleihen, BANTLEON

Nachrang­anleihen von Industrie­unter­nehmen (Corporate Hybrids) haben sich in einem anspruchs­vollen Marktumfeld aus geo­poli­tischen Spannungen und…
Weiterlesen
Investment
Im Chart der Woche unter­sucht die DWS seit 2015, wie sich die Preise für deutschen Strom, Brent-Rohöl und europä­isches Erdgas (TTF) gemein­sam…
Weiterlesen
Investment

von Joel Frick, Investment Lead, BENDURA BANK AG

Das erste Quartal 2026 fühlte sich an wie ein ganzes Jahr - und das ist keine Metapher. Grönland, Venezuela, Iran: Innerhalb von drei Monaten hat sich…
Weiterlesen
Investment

von April LaRusse, Head of Investment Specialists bei Insight Investment

Der Konflikt im Iran hat 20% der welt­weiten Ölver­sorgung unter­brochen, indem er den Transit durch die Straße von Hormus blockiert hat. Obwohl die…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!