YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Fidelity: Langfristig ist Vorsicht bei Hochzinsanleihen geboten

Andrea Iannelli, Investment Director bei Fidelity International, erläutert, warum bei Hochzinsanleihen trotz starker Erholung im Juli auf lange Sicht nach wie vor zur Vorsicht angebracht ist.

„Im Juli haben sich die High-Yield-Märkte kräftig erholt, beflügelt durch die wieder reichlicher fließenden Anlegergelder und das geringe Angebot. Aber auf längere Sicht sind wir bei Hochzinsanleihen wegen der hohen spätzyklischen Bewertungen eher vorsichtig. Zumal die G4-Zentralbanken ihre Bilanzen ab der Jahreswende schrumpfen werden, was stark fremdfinanzierte Unternehmen empfindlich treffen dürfte.

Zwar haben sich die Fundamentaldaten von Hochzinsemittenten in den letzten Quartalen dank steigender Gewinne verbessert. Aber die Fortsetzung dieses Trends ist in erheblichem Maße von der Konjunkturentwicklung abhängig. Anleger sollten deshalb in dieser spätzyklischen Phase Verschuldungs- und Bewertungskennzahlen besonders im Auge behalten. Bei einer Ausfallrate von weltweit 2,9 Prozent bei spekulativen Anleihen in den letzten zwölf Monaten und einem Spread von 370 Basispunkten zu Staatsanleihen ist eine langfristig adäquate Entlohnung nicht gegeben.

Für den Euroraum wurden die Wachstumserwartungen für 2018 und 2019 wegen der Unsicherheit beim Brexit und bei Italien zurückgeschraubt. Das verdüstert den Gewinnausblick und wird sich vermutlich in einer tendenziellen Verschlechterung der Ratings niederschlagen.

An den amerikanischen High-Yield-Märkten unterstreicht das deutlich bessere Abschneiden von Anleihen mit CCC-Rating, dass sich in den Bewegungen an den Kreditmärkten eher Zins- und technische Trends als fundamentale Risiken spiegeln: Seit Jahresbeginn haben CCC-Papiere 5,6 Prozent zugelegt, Titel aus der BB-Kategorie dagegen 0,5 Prozent verloren. Unternehmensanleihen mit hohem Marktrisiko werden stark vom Konjunktur- und Ertragszyklus beeinflusst. Unternehmen mit stark gehebelter Kapitalstruktur sind derweil in hohem Maße den sich verschärfenden Liquiditätsbedingungen ausgesetzt. Dies gilt vor allem für die USA, wo die Notenbank Fed derzeit die Zinsschraube anzieht und in diesem Jahr ihre Bilanznormalisierung beschleunigt hat.

Bei Spreads von 352 Basispunkten und einer Ausfallrate in den USA von 3,4 Prozent in den letzten zwölf Monaten werden Anleger nach unserem Dafürhalten noch nicht einmal für die mit einem stabilen Ausfallumfeld einhergehenden Risiken angemessen entschädigt – von einer Rezession ganz zu schweigen. Das gilt insbesondere für die Branchen Medien, Einzelhandel und Konsumgüter. Hierbei handelt es sich jedoch um spätzyklische Probleme. Insgesamt sind wir bei unserer Titelauswahl zwar vorsichtig, haben bei Hochzinspapieren aus den USA aber wieder eine neutrale taktische Positionierung eingenommen. Damit verschiebt sich unsere Präferenz weg von Europa. Denn für den US-Markt sprechen neben der besseren Liquidität und Diversifizierung auch der weiterhin günstige Wachstumstrend der heimischen Wirtschaft.

Asien als langfristiger Trend?
Auch in Asien haben sich Hochzinsanleihen stark erholt. Wir sind jedoch der Überzeugung, dass es sich dabei nur um ein kurzes technisches Aufbäumen vor einem massiven Einbruch handelt und mit stärker mit dem Versiegen der lokalen Nachfrage zu tun hatte. Es spiegelt unserer Meinung kein besseres technisches Umfeld wider – auch wenn die Spreads sich drastisch von ihren weitesten Niveaus im Juli bei 693 Basispunkten auf derzeit 579 Basispunkte verengt haben.

Inzwischen sind die Bewertungen wieder besser, wie Renditen von 8,5 Prozent bei den zusammengefassten Indizes zeigen. Und da zudem die lokalen Käufer langsam an den Markt zurückkehren, sind wir wieder zu einer neutralen Positionierung übergegangen. Eine Rückkehr zu den engen Spreads vom Anfang des Jahres halten wir jedoch für unwahrscheinlich und konzentrieren uns daher auf Carry-Chancen.“

http://www.fixed-income.org/
(Foto: Andrea Iannelli © Fidelity International)

Investment
Die Renditen von Staats­anleihen sind deut­lich gestiegen. Für Bastian Freitag, Head of Fixed Income bei Roth­schild & Co Wealth Manage­ment…
Weiterlesen
Investment

von David Clewell, Co-Portfoliomanager der Multi-Asset Global Income Strategy bei T. Rowe Price

Die 5-Prozent-Marke bei der Rendite 10-jähriger US-Staats­anleihen war für Anleger eine wichtige psycho­logische Schwelle, da diese seit der Zeit nach…
Weiterlesen
Investment

Hohe Einstiegsrenditen von Anleihen können Inflationsverluste abfedern. Niedrige lassen Anlegern dagegen kaum ein Sicherheitspolster.

In Robert Louis Steven­sons Aben­teuer­roman „Die Schatz­insel“ weist eine Karte den Weg zu Reich­tümern. Doch wer ihr folgt, begibt sich oft in…
Weiterlesen
Investment
Der Kupon eines Syndi­cated Loans passt sich laufend an den Referenz­zins an – anders als bei klassischen Unter­nehmens­anleihen mit festem Kupon.…
Weiterlesen
Investment
Weltweit kommt es zu einem Aus­verkauf langfristiger Anleihen, doch die Schwellen­länder folgen nicht dem üblichen Muster. Höhere globale Renditen…
Weiterlesen
Investment

Barometerwert steigt von -25,97 auf -12,30 Punkte

Die Stimmung unter den gewerb­lichen Immo­bilien­finan­zierern ist im dritten Quartal 2026 besser geworden, bleibt aber weiter im deutlich nega­tiven…
Weiterlesen
Investment
Die US-Hyper­scaler ent­wickeln sich in rasan­tem Tempo zu prägenden Emittenten am Unter­nehmens­anleihe­markt. Die aktuelle Studie des Asset Managers…
Weiterlesen
Investment
Die Kosten der Staats­ver­schul­dung sind in den Schlag­zeilen – nicht nur auf den Wirtschafts­seiten, sondern auch auf den Titel­seiten. Als…
Weiterlesen
Investment
Ariel Bezalel und Harry Richards, beide Invest­ment­manager des Jupiter Dynamic Bond, erläutern, warum Schwellen­länder­anleihen in lokaler Währung –…
Weiterlesen
Investment
Libby Cantrill, Head of Public Policy bei PIMCO, kommen­tiert mög­lichen Folgen der Midterm-Wahlen in den USA. So hätte ein Erfolg der Demo­kraten…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!