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Finanzmärkte: Das Jahr 2020 könnte positiv überraschen

Die Meinungen zur Entwicklung der Märkte im Jahr 2020 sind so einstimmig wie selten. Dabei hat 2019 gezeigt, dass es meistens anders kommt, als alle erwarten. Im Folgenden skizziert Werner Krämer, Senior Economic Analyst bei Lazard Asset Management, verschiedene Szenarien jenseits des Konsenses.

Aus Sicht Krämers ist der gegenwärtige Aufschwung an den Kapitalmärkten eine künstliche Verlängerung des Aufschwungs der letzten zehn Jahre durch die Zentralbanken. Darauf fußt ein mögliches Negativszenario für 2020. „Die Bewertung vieler Assetklassen sind relativ hoch, die Konjunkturschwäche ist wirklich, die politischen Risiken (USA/China, Brexit, Eurozone, Schulden, Geopolitik, Ölpreis) sind echt und kein Aufschwung dauert ewig“, erklärt Krämer. Vor diesem Hintergrund gebe es gute Argumente, die gegenwärtige Hausse in vielen Assetklassen in den kommenden Monaten für Umschichtungen zu nutzen, um im Jahresverlauf wieder weniger risikobehaftete Assetklassen wie Fixed Income aufzubauen.

Ein weiteres von vielen Beobachtern vernachlässigtes Negativszenario könnte vom Rentenmarkt ausgehen. „Es ist mittlerweile Konsens, dass es nie mehr Inflation gibt“, sagt Krämer. „Aber die monetäre Expansion geht ins zwölfte Jahr, in vielen Ländern herrscht Vollbeschäftigung, die Lohnkosten steigen leicht an, der Staat und die damit verbundenen Kosten weiten sich immer mehr aus, die Globalisierung wird zunehmend eingeschränkt und der Ölpreis bewegt sich langsam aber stetig nach oben.“ Auch der steigende Goldpreis der letzten Jahre könne schon ein Frühindikator für Inflationsrisiken sein. „Es ist daher nicht völlig auszuschließen, dass der Rentenmarkt und damit auch der Aktienmarkt doch noch einmal wegen steigender Inflationsraten in Schwierigkeiten geraten“, so Krämer.

Überraschungspotential auf der positiven Seite
Insgesamt liegt nach Ansicht Krämers im Jahr 2020 jedoch mehr Überraschungspotential auf der positiven Seite. „Wegen der Wahlen in den USA dürften einige von US-Präsident Trump ausgehende Risiken vorerst eingedämmt bleiben. Die Zentralbanken sind auf starkem Unterstützungskurs für Wirtschaft und Märkte. Nach einer langen Phase der Wachstumsenttäuschungen könnte das Jahr in dieser Hinsicht positiv überraschen“, erklärt Krämer. Unternehmensgewinne, die zuletzt einen recht negativen Trend hatten, könnten hiervon profitieren. In einem solchen Umfeld könne es sich dann sehr positiv auswirken, dass die Aktienmärkte moderat bewertet sind, so dass Dividenden- und Gewinnrenditen den Rentenmarkt doch deutlich überstrahlen. Hier könnten insbesondere Qualitätstitel mit Wachstumspotential punkten.

Investoren sollten aus Sicht des Experten jedoch vor allem langfristig im Sinne strategischer Asset Allocation denken und sich nicht an kurzfristigen Entwicklungen ausrichten. „Ein wohldiversifiziertes, strategisches Portfolio umfasst Anleihen (und vielleicht auch Gold) wegen des Stabilitätscharakters und Aktien, weil sie moderat bewertet sind und von den Zentralbanken unterstützt werden“, betont Krämer. „Der Verzicht auf eine breite Streuung in die verschiedenen Assetklassen und Regionen wäre das eigentliche Risiko.“

Als indirekte Tochtergesellschaft von Lazard Ltd (NYSE: LAZ) bietet Lazard Asset Management (LAM) weltweit eine breite Palette von Aktien-, Anleihen- und Alternativen Investmentprodukten. LAM und verbundene Vermögensverwaltungsgesellschaften der Lazard-Gruppe verwalten ein Kundenvermögen in der Höhe von 221,1 Milliarden Euro (vorläufiges Ergebnis) zum Ende des vierten Quartals 2019.

https://www.fixed-income.org/
(Werner Krämer
© Lazard Asset Management)


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