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Fünf Investments in die Dekarbonisierung / von Lorenzo van der Vaeren, DPAM

Lorenzo van der Vaeren, Fondsmanager © DPAM

Unter­nehmen, die ihre Geschäfte erfolg­reich für eine Welt mit Net-Zero-CO2-Emis­sionen neu positio­nieren, bieten Anlegern gute Chancen. Um mit eigener „Transition“ die Energie­wende erfolg­reich zu bewäl­tigen, müssen Firmen Umwelt­ziele und sozialen Erwä­gungen berück­sichtigen. Pro­duktions­sicherheit, Erschwing­lichkeit und Nac­hhaltig­keit müssen beachtet werden und gleich­zeitig zu angemes­senen Erträgen führen.

Anleger können diesen Übergang mit auf den Weg bringen – über Investments in Unternehmen aus CO2-intensiven (Value-)Sektoren, mit denen sie gemeinsam auf glaubwürdige Dekarbonisierungsziele entsprechend des Pariser Klimaabkommen hinarbeiten. Lorenzo van der Vaeren, Fondsmanager im Bereich Fundamental Equity bei DPAM, nennt fünf Beispiele für Unternehmen in diesem Bereich, die Teile einer breiteren Investmentstrategie sind:

1.  Heidelberg Materials (ISIN DE0006047004, WKN 604700) liefert als globaler Hersteller von Zement, Fertigbeton und Zuschlagstoffen ein perfektes Beispiel dafür, wie ein Unternehmen mittels Dekarbonisierung den Wettbewerb auf Distanz hält. Im europäischen Zementmarkt, in dem es fast die Hälfte seines Umsatzes erzielt, werden die Herstellungsprozesse zunehmend dekarbonisiert. Da die Emissionsrechte ab 2026 zurückgefahren werden, wird der Wettbewerb zukünftig mehr über die Kostendisziplin und weniger über die Ausweitung von Kapazitäten stattfinden. Heidelberg ist dank seiner Führungsposition bei CO2-freiem Zement bestens positioniert. Die Kombination aus möglichen Preisaufschlägen und der verbesserten Marktdisziplin sollte für höhere Erträge und damit einer Neubewertung der Aktie führen.

2.  Norsk Hydro (NHY, ISIN NO0005052605, WKN 851908) ist ein norwegischer Aluminiumhersteller. Die Aluminiumpreise sollten durch die zurückhaltende chinesische Produktion gestützt werden, während die weltweite Nachfrage weiterhin wächst. NHY ist dank seiner vorgelagerten vertikalen Integration (Beschaffung von entkarbonisiertem Aluminiumoxid, Erzeugung von günstigem Strom aus erneuerbaren Energien und Zugang zu Altschrott für recyceltes Aluminium) führend im Bereich entkarbonisiertes Aluminium – es hat die mit Abstand niedrigste CO2-Intensität in der Branche. Dies sollte NHY zu einem Gewinner machen, wenn die CO2-Emissionsrechte in Europa zurückgehen.

3.  SSE (ISIN US78467K1079, WKN A1JMRY) ist ein britischer Versorger, der von der Energiewende im Vereinigten Königreich profitieren dürfte. Für seine Stromnetze hat SSE deutlich steigende Investitionen angekündigt, die in Verbindung mit angemessenen Erträgen eine Neubewertung der Aktie auslösen können. SSE entwickelt zudem erneuerbare Energien, bei denen die Regierung Preissicherheit anstrebt. Kürzlich hat das Unternehmen Risiken seines Vorzeige-Offshore-Windprojekts Dogger Bank mittels Installationsschiffen abgesichert. Gaskraftwerke ergänzen die Stromerzeugung aus Windkraft und gewähren eine gewisse Ertragsstabilität. Bis 2027 sehen wir keinen externen Finanzierungsbedarf.

4.  Daimler Truck (DTG, ISIN DE000DTR0CK8, WKN DTR0CK) ist als LKW-Hersteller vor allem in den USA, Europa und Lateinamerika präsent und dank zahlreicher Initiativen für die Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs gut aufgestellt. Die Aktie des Unternehmens kann dreifach profitieren: von einer starken Präsenz in der robusten US-Wirtschaft, von Restrukturierungen in Europa und von einer im Vergleich zum Wettbewerb sehr attraktiven Bewertung. Die Gewinne dürften sich 2025 positiv entwickeln, angeführt von den USA, die sich von einer Frachtrezession erholen und wo Umsätze im Vorfeld regulatorischer Änderungen der EPA ab dem zweiten Halbjahr 2025 Rückenwind geben dürften, sowie von Margenverbesserungen in Europa. Das Hauptrisiko besteht in möglichen US-Zöllen auf US-Importe aus Mexiko, auch wenn die Peso-Abwertung und die eigene Preisgestaltung deren Auswirkungen abmildern dürften.

5.  British Land (BL, ISIN GB0001367019, WKN 852556) ist ein Immobilienunternehmen (REIT), das vor allem Büros in London und Fachmarktzentren zu modernen Vermögenswerten mit hoher Energieeffizienz umbaut. Auch wenn das Unternehmen oft in Vermögenswerte investiert, die schlecht bewertet sind und neu positioniert werden müssen, verfügt es über eines der nach Energie-Rating EPC am höchsten bewerteten Immobilienportfolios. BL bemüht sich glaubwürdig um Dekarbonisierung und bietet Kunden CO2-arme Lösungen, was im Bürosegment entscheidend ist. Das Unternehmen wird trotz defensiver Merkmale mit einem ungerechtfertigten Abschlag von ca. 40% auf den Nettoinventarwert gehandelt. Nennenswerten Refinanzierungsbedarf gibt es nicht und die Verschuldung ist im Branchenvergleich gering. Zuletzt ist Liquidität an den Transaktionsmarkt zurückgekehrt und hat die Wende des Unternehmens honoriert.

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