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Grüne Technologien als die großen Gewinner bei Investitionen im Energiebereich

Nicolas Jacob © ODDO BHF

Laut des Anfang Juni ver­öffent­lichten Berichts der Inter­nationalen Energie­agentur (IEA) zum welt­weiten Inves­titions­auf­kommen im Energie­bereich floss 2024 eine Rekord­summe von 2.200 Mrd. USD in die Energie­wende (erneuer­bare Energien, Kernenergie, Netze, Speicherung, Biokraft­stoffe). Das ist doppelt so viel wie in fossile Energie­träger (Öl, Gas, Kohle), heißt es in einem aktuellen Marktkommentar von ODDO BHF Asset Management. Wurde das rasante Wachstum der Investitionen in die Energiewende in den letzten fünf Jahren zunächst durch die nach der Corona-Pandemie aufgelegten Konjunkturprogramme befeuert, entwickelten sich bald andere Faktoren wie Technologie, Reindustrialisierung und Energieversorgungssicherheit zu treibenden Kräften. „Die Elektrifizierung der Wirtschaft dürfte auch in den kommenden Jahren dynamisch voranschreiten und die Energienachfrage hochhalten“, erwartet Nicolas Jacob, Fondsmanager des Aktienthemenfonds ODDO BHF Green Planet. Grüne Technologien seien unverzichtbar und würden zu den großen Gewinnern zählen.

Geopolitik als entscheidender Faktor

Der IEA zufolge sind etwa 70% des Anstiegs der Investitionen in die Energiewende auf die Länder mit den höchsten Nettoimporten an fossilen Brennstoffen zurückzuführen. An der Spitze steht China, das sich ehrgeizige Ziele gesetzt hat und entschlossen ist, bei grünen Technologien weltweit eine Führungsrolle zu übernehmen. Auch Europa hat seine Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienz deutlich ausgebaut. Auslöser waren hier die russische Invasion der Ukraine und der Stopp der Gasimporte. Die USA tragen etwa 20% zum Investitionsplus bei. Für Schub sorgten hier zum einen Infrastrukturprogramme und der Inflation Reduction Act. Fondsmanager Jacob weist darauf hin, dass die Folgen der Kehrtwende der Trump-Regierung aktuell noch nicht spürbar seien. Ein weiteres Anliegen war, Chinas Vormachtstellung im Bereich der grünen Technologien etwas entgegenzusetzen.

Kräftig steigende Stromnachfrage

„Noch vor zehn Jahren flossen 30% mehr Investitionen in fossile Brennstoffe als in Stromerzeugung, -netze und -speicherung. Mittlerweile haben sich die Verhältnisse umgekehrt: Im Jahr 2024 beliefen sich die Investitionen in den Stromsektor auf 1.500 Mrd. USD und lagen damit etwa 50 % über den Gesamtausgaben für die Vermarktung von Erdöl, Erdgas und Kohle,“ hebt der Experte von ODDO BHF AM hervor. Ein Großteil davon – 800 Mrd. USD – entfiel auf die zunehmende Elektrifizierung, sei es in der Industrie oder für Kühlsysteme, Elektromobilität, Rechenzentren und künstliche Intelligenz. Dies habe die Nachfrage nach Strom deutlich steigen lassen. Zugleich summierten sich die Investitionen in Stromnetze bzw. Speicher im Jahr 2024 auf jeweils 390 Mrd. USD bzw. 66 Mrd. USD. Nicht zuletzt erlebte auch die Kernenergie einen Aufschwung. Hier stiegen die Investitionen in den letzten fünf Jahren um mehr als 50% und lagen 2024 bei rund 70 Mrd. USD.

China baut seine technologische Vorreiterrolle weiter aus

China investierte 2024 rund 630 Mrd. USD in die Energiewende und unterstrich damit seine Spitzenposition in diesem Bereich vor den USA und Europa, die jeweils ca. 500 Mrd. USD investierten. „China dominiert die Wertschöpfungsketten in den Bereichen Solarenergie, Energiespeicherung und Elektromobilität. Darüber hinaus verfügt das Land mit dem Batteriehersteller CATL* und dem Automobilhersteller BYD* über zwei Konzerne, die weltweit am meisten für Forschung und Entwicklung im Energiebereich ausgeben“, konstatiert Nicolas Jacob. „Der Rückzug der USA aus der Förderung grüner Technologien könnte Chinas Dominanz weiter stärken, auch wenn das erwartete starke Wachstum von Rechenzentren und künstlicher Intelligenz bis 2030 zu zusätzlichen Investitionen in saubere Energieerzeugungs-, Netz- und Speicherkapazitäten führen dürfte.

* Keines der vorstehend genannten Unternehmen stellt eine Anlageempfehlung dar.

www.green-bonds.com – Die Green Bond Plattform.


 

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