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Iran-Krieg: Lazard-Strategen skizzieren vier mögliche Szenarien für die Energiemärkte

Ron Temple © Lazard

Der Konflikt im Iran hält an und sorgt weiter­hin für Unsicher­heit an den Energie­märkten. Jüngste Berichte deuten darauf hin, dass der Iran möglicher­weise versucht, die Straße von Hormus zu verminen – ein Schritt, der zu einem zwei- bis drei­monatigen Stillstand des Schiffs­verkehrs führen könnte. Theodore „Teddy“ Bunzel, Leiter des Lazard Geo­political Advisory-Teams, und Ron Temple, Chef­markt­stratege bei Lazard, skizzieren vier mögliche Entwicklungs­pfade des Konflikts und deren Aus­wirkungen auf die Energie­preise. Temple sieht in den Marktver­werfungen auch Chancen für Anleger, Kapital in Nicht-US-Märkte umzu­schichten. 

„Vier Szenarien erscheinen uns am wahrscheinlichsten“, so die Experten:

1. Deeskalation mit Wiederöffnung von Hormus: 
Dieses Szenario erscheine derzeit am ehesten möglich. In diesem Szenario könne die Straße von Hormus in den nächsten zwei bis vier Wochen schrittweise wieder geöffnet werden, die Energieproduktion würde sich im Laufe des nächsten Monats erholen, und die Ölpreise würden wieder in Richtung der Niveaus zurückgehen, die vor den US-israelischen Angriffen am 28. Februar beobachtet wurden – jedoch nicht vollständig.

2. Schwelender regionaler Konflikt: 
Ebenso denkbar sei ein Szenario, in dem die Feindseligkeiten insgesamt nachlassen – trotz des Fehlens eines formellen Friedensabkommens–, es jedoch weiterhin zu gelegentlichen Eskalationen kommen könne. Der Schiffsverkehr durch die Meerenge würde sich in diesem Fall innerhalb von vier bis sechs Wochen wieder normalisieren, die Erholung der Energieproduktion würde jedoch länger dauern, und die Energiepreise würden wahrscheinlich deutlich über dem Niveau von vor dem 28. Februar bleiben.

3. Weitere Eskalation im Energiesektor: 
Nicht ausgeschlossen sei eine weitere Eskalation, etwa durch zusätzliche Angriffe auf Energieinfrastruktur oder eine Verminung der Meerenge. Die Minenräumung könnte nach Ende der Feindseligkeiten acht bis zwölf Wochen dauern und zu einem anhaltenden globalen Energieschock sowie erheblichen wirtschaftlichen Abwärtsrisiken führen. Die Rohölpreise würden wahrscheinlich neue Höchststände erreichen, und die Preise für Flüssigerdgas (LNG) würden erhöht bleiben.

4. Regimekollaps und anhaltende Unordnung:
Ein Zusammenbruch der iranischen Regierung ist aus Sicht der Experten weiterhin weniger wahrscheinlich, würde jedoch das größte Risiko für die Energieversorgung darstellen. Das Fehlen von Sicherheitsgarantien sowie eines identifizierbaren Verhandlungspartners dürften zu den längsten Unterbrechungen der Energieversorgung führen. Anhaltende Unruhen im Iran, verstärkt durch eine verstreute militärische Führung, könnten über mehrere Monate hinweg deutlich höhere Energiepreise mit erheblichen globalwirtschaftlichen Auswirkungen verursachen.

Fazit:
„Angesichts der dargelegten Szenarien und meiner Erwartung, dass die letztlichen wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Kriegs wahrscheinlich relativ kurzlebig sein werden, sehe ich die bisherige Marktverwerfung als eine Gelegenheit für Investoren, Kapital vom US-Dollar und von US-Aktien in Nicht-US-Märkte umzuschichten, mit einer Präferenz für Schwellenmärkte und japanische Aktien“, so Ron Temple.

www.fixed-income.org 

 

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