YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kommentar von Erick Muller, Director of Product and Investment Strategy, Muzinich & Co, zu den Auswirkungen der neuen US-Fed-Strategie auf die Märkte

„Der Fed-Vorsitzende Powell stellte das Ergebnis der strategischen Überprüfung vor, indem er zum einen die Schlussfolgerungen während seiner Rede auf dem Jackson Hole-Symposium mitteilte und zum anderen verschiedene Dokumente, die die neue Erklärung über die längerfristigen Ziele und die geldpolitische Strategie unterstützen, online veröffentlichte. Auf den ersten Blick schien der Markt darüber enttäuscht zu sein, dass sich die Rede hauptsächlich auf die Einführung des durchschnittlichen Inflationsziels konzentrierte, wobei das langfristige Ziel bei 2 Prozent gehalten wird. Dies wurde bereits vor der Rede im Markt eingepreist.

Ich denke jedoch, dass in dieser Erklärung noch viel mehr enthalten ist, für dessen Verarbeitung der Markt möglicherweise mehr Zeit benötigt. Und die Schlussfolgerung ist, dass es sich um eine recht gemäßigte Erklärung handelt, die folgendes deutlich macht:

1. 
Die Fed steht vor einer Situation, dass sie wahrscheinlich sehr lange Zeit nicht in der Lage sein wird, die Zinsen zu erhöhen, es sei denn, einige strukturelle Veränderungen in der Wirtschaft kehren sich um (wie eine steilere Phillips-Kurve oder ein Anstieg der langfristigen Produktivität), was nach der Pandemie sehr unwahrscheinlich ist.

2.  Die Zinssätze werden wahrscheinlich für lange Zeit nahe der unteren Grenze bleiben, und dies erhöht die Notwendigkeit, andere Instrumente, die anfänglich unkonventionell und temporär waren, dauerhafter zu verankern (Anpassung der Zentralbankbilanz, verbesserte Forward Guidance). Negative Zinssätze werden in diesen strategischen Überlegungen nicht berücksichtigt.

3.  Die Reaktionsmechanismen zum Erreichen eines maximalen Beschäftigungsniveaus entwickelt sich hin zu einer asymmetrischeren Funktion. Ein Sinken des Beschäftigungslevel führt zu schnellen und umfangreichen Maßnahmen. Ist das Beschäftigungsniveau hoch, sogar höher als die Schätzungen hinsichtlich einer Vollbeschäftigung, wird die Fed nicht notwendigerweise ihre Geldpolitik zurückfahren. Ein großer Teil von Powells Rede zielte darauf, die Wirtschaft aus beschäftigungspolitischer Sicht anzukurbeln, soziale Ungleichheiten zu verringern und einen Anstieg der Erwerbsquote zu unterstützen.

4.  All dies öffnet die Tür zu einer Enhanced Forward Guidance, einem verbesserten Erwartungsmanagement, und möglicherweise zu mehr Anleihekäufen vor Ende des Jahres. Es ist zu erwarten, dass auf der Tagung im September (16. September) eine gewisse Ergänzung zur Geldpolitik der Fed erfolgt, insbesondere im Hinblick auf eine ergebnisorientierte Forward Guidance.

Die Reaktion des Marktes war auf der Anleihenseite recht negativ. Die 10-Jahres-Renditen stiegen um 6 Basispunkte, und die Bundesanleihen werden jetzt mit -38 Basispunkten gehandelt (-52 Basispunkte am 21. August), wobei sie seit Mitte August einen Abwärtstrend verfolgen.

Der Grund für diesen Anstieg der nominalen Rendite liegt darin, dass die Breakeven-Renditen in letzter Zeit gestiegen sind. Die Realrenditen bleiben negativ, während sich die Inflationserwartungen in diesem Sommer nach oben verschoben haben. Die gestrige Rede, in der die Einführung von Maßnahmen zur Preisniveausteuerung (Average Inflation Targeting, AIT) ohne vordefinierte numerische Ziele bestätigt wurde, hat das lange Ende anfällig für einen höheren Breakeven-Punkt gemacht.

Die durch die Pandemie verursachte Schwäche in der Wirtschaft ist weiterhin spürbar und beeinträchtigt die Nachfrage, wie der Indikator des Verbrauchervertrauens (niedrig) und die Sparquote (hoch) zeigen. Sollten die langfristigen Renditen weiter steigen, würden sie die finanziellen Bedingungen verschärfen. Darauf reagieren alle Zentralbanken empfindlich und sind bereit, einzugreifen. Dieser Trend dürfte also bald aufhören, und die beiden Zentralbank-Sitzungen Mitte September bieten die Gelegenheit, einen gemäßigten Ton anzuschlagen. Wir erwarten eine leichte Verbesserung der Fundamentaldaten der Unternehmen in einem Umfeld mit anhaltend niedrigem Zinsniveau.“

www.fixed-income.org
Foto: Erick Muller
© Muzinich & Co


Investment
Die Renditen von Staats­anleihen sind deut­lich gestiegen. Für Bastian Freitag, Head of Fixed Income bei Roth­schild & Co Wealth Manage­ment…
Weiterlesen
Investment

von David Clewell, Co-Portfoliomanager der Multi-Asset Global Income Strategy bei T. Rowe Price

Die 5-Prozent-Marke bei der Rendite 10-jähriger US-Staats­anleihen war für Anleger eine wichtige psycho­logische Schwelle, da diese seit der Zeit nach…
Weiterlesen
Investment

Hohe Einstiegsrenditen von Anleihen können Inflationsverluste abfedern. Niedrige lassen Anlegern dagegen kaum ein Sicherheitspolster.

In Robert Louis Steven­sons Aben­teuer­roman „Die Schatz­insel“ weist eine Karte den Weg zu Reich­tümern. Doch wer ihr folgt, begibt sich oft in…
Weiterlesen
Investment
Der Kupon eines Syndi­cated Loans passt sich laufend an den Referenz­zins an – anders als bei klassischen Unter­nehmens­anleihen mit festem Kupon.…
Weiterlesen
Investment
Weltweit kommt es zu einem Aus­verkauf langfristiger Anleihen, doch die Schwellen­länder folgen nicht dem üblichen Muster. Höhere globale Renditen…
Weiterlesen
Investment

Barometerwert steigt von -25,97 auf -12,30 Punkte

Die Stimmung unter den gewerb­lichen Immo­bilien­finan­zierern ist im dritten Quartal 2026 besser geworden, bleibt aber weiter im deutlich nega­tiven…
Weiterlesen
Investment
Die US-Hyper­scaler ent­wickeln sich in rasan­tem Tempo zu prägenden Emittenten am Unter­nehmens­anleihe­markt. Die aktuelle Studie des Asset Managers…
Weiterlesen
Investment
Die Kosten der Staats­ver­schul­dung sind in den Schlag­zeilen – nicht nur auf den Wirtschafts­seiten, sondern auch auf den Titel­seiten. Als…
Weiterlesen
Investment
Ariel Bezalel und Harry Richards, beide Invest­ment­manager des Jupiter Dynamic Bond, erläutern, warum Schwellen­länder­anleihen in lokaler Währung –…
Weiterlesen
Investment
Libby Cantrill, Head of Public Policy bei PIMCO, kommen­tiert mög­lichen Folgen der Midterm-Wahlen in den USA. So hätte ein Erfolg der Demo­kraten…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!