YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige

Kommt die Rezession oder kommt sie doch nicht?

Anleihen-Kolumne des Asset Management Teams der Steubing AG

Die weltweite Konjunktur ist ein scheues Reh. Verschreckt man Sie, dann flüchtet Sie. Da nutzt es auch auf Dauer nichts, wenn der Förster als Hüter immer wieder Futter auslegt – das bedeutet hier, wenn die Politik Einfluss zu nehmen versucht, dass per se unabhängige Notenbanken die Zinsen senken sollen. Dadurch dass es nun zwei nicht berechenbare Staatsmänner gibt, Donald und Boris, die es nicht auslassen zu zeigen, dass Sie eigentlich nichts anderes interessiert als ihr eigenes Wohlbefinden, gerät langsam aber sicher die Welt ins Ungleichgewicht. Mittlerweile wird unter Ökonomen eigentlich nicht mehr darüber diskutiert, ob eine Rezession noch verhindert werden kann, sondern ob wir uns schon am Anfang einer solchen befinden.

In Amerika ist die Diskussion über eine Rezession weit fortgeschritten. Als Indikator sehen viele Volkswirte die Entwicklung der Zinsstrukturkurve von Staatsanleihen. Eine inverse Zinsstruktur wird allgemein als untrügliches Zeichen angesehen: Die Renditen von kurzfristigen Staatsanleihen liegen über denen von langfristigen. Verglichen wird die Differenz zwischen der Rendite 2-jähriger und 10-jähriger amerikanischer Staatsanleihen. In den USA beobachten wir gerade genau dieses Phänomen. Bisher (bis auf einmal in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts) war dies immer der Vorbote für eine amerikanische Rezession.

Es wäre auch überraschend, wenn sich die USA vom Rest der Welt abkoppeln könnte. Denn schließlich ist die „America first“-Politik des sprunghaften und ungezügelten Nationalisten Donald Trump einer der Auslöser dafür, dass es der Weltkonjunktur momentan nicht gut geht. Das Handelsscharmützel mit China hat sich mittlerweile zu einem handfesten Krieg hoch geschaukelt. Gegenseitig werden Strafzölle erhoben, die den freien Handel erschweren und auch die Wirtschaft in den USA schwächen. Das Wirtschaftswachstum in China verlangsamt sich auch immer mehr. So konnte China im ersten Quartal 2019 noch ein Wachstum von 6,4 Prozent verzeichnen – im zweiten Quartal waren es nur noch 6,2 Prozent. Noch vor 10 Jahren galt es als unmöglich, dass es der Weltwirtschaft gut gehen könnte, wenn Chinas Wachstum unter 10 Prozent fallen würde.

Betroffen ist davon natürlich auch der Exportweltmeister Deutschland als wirtschaftliche Zugmaschine Europas. Im zweiten Quartal 2019 ist die deutsche Wirtschaft leicht geschrumpft – um 0,1 Prozent. Laut dem statistischen Bundesamt hat ausschließlich der zurückgegangene Export zu diesem Rückgang geführt. Der innerdeutsche Konsum und eine hohe Investitionstätigkeit der Unternehmen haben das Minus so klein werden lassen.

Jetzt gibt es noch einen europäischen Verstärker der Maläse: „Unforced Missile Boris Johnson“. Ein Politiker, der es genau wie sein Pendent auf der anderen Seite des Atlantiks nicht so genau mit der Richtigkeit von Zahlen und Fakten nimmt. Mr. Johnson möchte seinen Brexit haben. Wie ein kleines trotziges Kind ist ihm alles egal, wenn er nur seinen Kopf durchsetzen kann. Seit Juli ist er endlich ohne Wahl ans Ziel seiner Träume gekommen: Premierminister von Großbritannien. Schon in seiner ersten Rede sprach er davon, dass er kompromisslos auch ohne Deal Ende Oktober aus der EU austreten werde. Er werde sich auch nicht um parlamentarische Mehrheiten scheren. Solche Aussagen haben sofort konkrete Auswirkungen auf die Handelsvolumina und die Auftragsbücher diesseits und jenseits des Ärmelkanals.

Machen wir als mal folgende Rechnung auf:
Inverse Zinsstruktur in den USA + massiver Wachstumseinbruch in China + massiver Wachstumseinbruch in Europa = drohende weltweite Rezession. Mit ein bisschen gutem Willen kann momentan dieses Ergebnis noch verhindert werden. Nationalistische Eitelkeiten sollten den Wohlstand der Welt nicht gefährden.

Das Unternehmen
Die Wolfgang Steubing AG Wertpapierdienstleister (Steubing AG) ist eine unabhängige Wertpapierhandelsbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Gegründet von dem Frankfurter Unternehmer Wolfgang Steubing im Jahr 1987, erfolgte im Jahr 1999 die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Die Geschäftstätigkeit der Steubing AG (Geschäftsjahr: 1. Juli bis 30. Juni) setzt sich aus folgenden Bereichen zusammen: Kapitalmarktgeschäft; Institutionelle Kundenbetreuung; Handel und Integriertes Orderflow Management in börsennotierten Aktien, Anleihen, Zertifikaten, Optionsscheinen und ETFs; Spezialistentätigkeit und Designated Sponsoring. Die Steubing AG gehört zu den finanzstärksten Wertpapierhandelsbanken in Deutschland. Den Vorstand der Gesellschaft bilden Alexander Caspary und Carsten Bokelmann. Firmengründer Wolfgang Steubing fungiert als Vorsitzender des Aufsichtsrates.

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Ralf Meinerzag © Steubing AG)


Investment

von Federico Garcia Zamora, Leiter EMD-Makrostrategien bei Insight Investment

Wir sind seit mehreren Jahren in venezola­nischen Anleihen über­gewichtet, wobei sich das Profil der Anlage­these im Laufe der Zeit weiter­ent­wickelt…
Weiterlesen
Investment

von Claus Hecher, Head of ETF Sales DACH and Nordics bei BNP Paribas AM

Im Dezember 2025 setzte der UCITS-ETF-Markt seinen Wachstums­kurs fort und beendete das Jahr mit einem Rekord­hoch. Die Netto­zuflüsse in UCITS-ETFs…
Weiterlesen
Investment
Zum Jahres­auftakt sehen sich die Anleihe­märkte mit einer viel­schichtigen Ausgangs­lage konfron­tiert. Nach deutlichen Bewegungen am langen Ende und…
Weiterlesen
Investment
Patrimo­nium Asset Manage­ment mit Sitz in Baar (Schweiz), ist eine strate­gische Partner­schaft mit Bayview Asset Manage­ment, mit Sitz in Coral…
Weiterlesen
Investment
Die EZB möchte die Verlust­absorp­tion von Addi­tional Tier 1 (AT1)-Anleihen erhöhen. Den Weg dorthin skizziert Raffaele Prencipe,…
Weiterlesen
Investment

von Rötger Franz, Portfoliomanager bei Plenum Investments:

Wir erwarten, dass Versicher­ungs­nach­ränge auch 2026 wieder über­durch­schnitt­lich abschne­iden werden. Nach einem Emis­sions­rekord­jahr bei…
Weiterlesen
Investment

Tilmann Galler sieht Chancen durch Investitionsprogramme und Zinssenkungen, warnt aber vor Bewertungsrisiken und Technologie-Übertreibungen

Das Jahr 2026 wird nach Ein­schätzung von Tilmann Galler, Kapital­markt­stratege bei J.P. Morgan Asset Manage­ment, von einem seltenen Gleich­lauf aus…
Weiterlesen
Investment

von Adam Whitely, Leiter Global Credit bei Insight Investment:

Die Speku­lationen über eine mög­liche Aktien­markt­blase bei Unter­nehmen, die KI-Dienst­leistungen anbieten, nehmen zu. Einige Beobachter…
Weiterlesen
Investment

von Alex Veroude, Lucas Klein und Seth Meyer, Janus Henderson Investors

Der gewagte Schritt der USA, Präsident Maduro aus Vene­zuela zu entführen, damit er sich in den USA vor Gericht verant­worten muss, hat die Welt…
Weiterlesen
Investment
Die Renten­märkte treten in eine neue Phase ein: Während die US-Zins­kurve auch 2026 eine weitere Verstei­lerung erleben könnte, sollte Europa…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!