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Konsortialbanken finanzieren Scholz AG mit neuer Kreditlinie

Laufende Geschäfte des Recyclingunternehmens abgesichert, Weg für operative Restrukturierung der Gruppe endgültig frei

Die Konsortialbanken der Scholz AG haben der Gesellschaft eine neue Kreditlinie über 40 Mio. Euro gewährt. Sie dient der Sicherung der laufenden operativen Geschäfte und der Finanzierung der Kosten für die eingeleitete operative Restrukturierung der internationalen Recyclinggruppe. Zusammen mit dem Ende August vereinbarten Stillhalteabkommen mit den Finanzgläubigern (neben Konsortialbanken auch Immobilienfinanzierer, Factoring-Gesellschaften und Gläubiger aus Schuldscheindarlehen) ist jetzt die finanzielle Basis geschaffen, um das Konzept für die operative Restrukturierung und Neuausrichtung der Gruppe umzusetzen.

Als Folge der Vereinbarungen mit den Finanzgläubigern hat die Ratingagentur Euler Hermes den Ausblick für die Scholz AG bei unverändertem „B“-Rating von „unbestimmt“ auf „stabil“ hochgesetzt.

Einzelheiten zum Restrukturierungskonzept

Das Restrukturierungskonzept, das bis zum Jahr 2015 angelegt ist, sieht im Wesentlichen die folgenden Maßnahmen vor:

1. Trennung von Nicht-Kerngeschäften und Konzentration auf den Bereich Stahl- und Metallrecycling (Fe-/NE-Recycling), auf den 2012 rund 90 % des Konzernumsatzes entfiel. Dies wird zum wertoptimierten Desinvestment des Geschäftsbereichs Edelbaustahl (Anteil der Scholz AG: 75 %) und der Scholz Aluminium-Gruppe führen. Die beiden Geschäftsbereiche kamen 2012 zusammen auf einen Umsatz von rund 490 Mio. Euro und beschäftigten mehr als 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Scholz AG hat das renommierte Bankhaus Rothschild mit den Verkaufsprozessen beauftragt.

2. Rückzug aus unattraktiven Märkten: Die Scholz Gruppe wird sich aus Ländern zurückziehen, in denen aufgrund der Marktbedingungen ein profitables Agieren auf Sicht nicht möglich ist. Darüber hinaus werden in bestimmten Ländern Restrukturierungen (z.B. Standortschließungen) eingeleitet, um die Profitabilität der Geschäfte sicherzustellen.

3. Optimierung des deutschen Standortnetzes: In Deutschland, wo Scholz über 130 Standorte verfügt, wird es zu Kapazitäts- und Personalanpassungen und in geringem Umfang auch zu Standortverkäufen oder -schließungen kommen.

4. Verschlankung der Konzernstrukturen und Effizienzsteigerungen:  Alle Bereiche des Konzerns - Logistik, Einkauf, Verwaltung - werden unter den Gesichtspunkten der Kostenreduzierung und Steigerung der Effizienz untersucht.

Wirtschaftliche Ziele der Restrukturierung

Ziel aller Maßnahmen bis 2015 ist die Wiederherstellung einer nachhaltigen Profitabilität des Konzerns bei einer deutlich reduzierten Finanzverschuldung. Konkret bedeutet dies:

- Senkung der Nettofinanzverschuldung von derzeit rund 1 Mrd. Euro auf rund 700 Mio. Euro, in erster Linie durch die Rückführung von Verbindlichkeiten aus den erwarteten Verkaufserlösen. Der Großteil der Entschuldung soll dabei im Jahr 2014 erfolgen.

- Nachhaltige Steigerung der operativen Rendite (bezogen auf das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – EBITDA) auf mehr als 5 % des Konzernumsatzes. Voraussetzung ist eine stabile Umsatzentwicklung in den Kerngeschäften im Jahr 2014 und die Rückkehr auf einen Wachstumspfad ab 2015.

- Senkung des Verschuldungsgrades (Verhältnis der Nettoverschuldung zum EBITDA) auf einen Faktor unter 4, was die Refinanzierungsfähigkeit der Scholz Gruppe erheblich verbessern wird.

Weitere Einzelheiten

- Die Scholz Gruppe beschäftigt derzeit rund 7.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Neuausrichtung der Scholz Gruppe wird zu einer signifikanten Verringerung der Konzernbelegschaft führen. Ein wesentlicher Teil der betroffenen Stellen wird dabei im Zuge der geplanten Desinvestments auf neue Eigentümer überführt. Die Auswirkungen der darüber hinaus vorgesehenen Optimierungen von Strukturen und Prozessen auf die Belegschaftsstärke werden derzeit noch geprüft. Es ist das Ziel, Personalanpassungen so sozialverträglich wie möglich vorzunehmen.

- Die Restrukturierungsmaßnahmen sind kurzfristig mit erheblichen bilanziellen Aufwendungen verbunden, die im Geschäftsjahr 2013 zu einem deutlichen Konzernfehlbetrag führen werden. Einzelheiten hierzu werden im Rahmen der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen 2013 bekannt gegeben.

- Die mit dem erwarteten Verlust verbundene Eigenkapitalverringerung in der Scholz AG und im Scholz-Konzern führt zur Notwendigkeit, die Kapitalbasis im Rahmen der Restrukturierung zu stärken. Dazu werden derzeit verschiedene Optionen und Überlegungen geprüft, unter anderem die Öffnung des Gesellschafterkreises der Scholz AG für neue Investoren.

Oliver Scholz, CEO Scholz AG: „Die bevorstehende Restrukturierung ist ein Kraftakt für unser Unternehmen. Sie wird allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel abverlangen. Zugleich ist sie aber der Schlüssel, um die Scholz Gruppe wieder in die Erfolgsspur zu führen. Dafür gibt es nun eine stabile Basis.“


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