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M&G: Märkte unter Druck - Aktien stärker nach strukturellen Faktoren auswählen

Seit Ende August sind die Kurse der meisten Anlageklassen gesunken. Für Fabiana Fedeli, CIO für Aktien, Multi-Asset und nachhaltige Anlagen bei M&G Investments, wird damit deutlich, dass der Markt allmählich die neue Realität anerkennt – die Zinsen werden wohl länger hoch bleiben als bislang gedacht:

„Der Druck auf risikoreichere Anlagen kommt von den Staatsanleihen – genauer: dem langen Ende der Renditekurve sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern. Da die realen Zinssätze jetzt sogar in den USA im positiven Bereich liegen, sind die Risikoprämien für Aktien gestiegen. Das setzt den Aktienmärkten zu.

Diese Entwicklung könnte noch eine Weile so weitergehen. Für Aktien sehen wir daher insgesamt kurzfristig Vorsicht geboten, auch wenn es individuell betrachtet durchaus noch einige positive Trends gibt. Unser Episode-Macro-Multi-Asset-Team hat sein breiteres Engagement in Aktien reduziert und in festverzinsliche Anlagen investiert.

Langlaufende Staatsanleihen der Industrieländer sind nach dem jüngsten Ausverkauf attraktiver geworden – so zum Beispiel die zehn- und 30-jährigen Emissionen der USA, Großbritanniens und Deutschlands. Es ist natürlich immer schwierig, inmitten der Marktvolatilität den perfekten Einstiegspunkt zu finden. Dass sich die Fed inzwischen dem Ende der Zinsanhebungen nähert, signalisieren auch Spitzenzinsen am langen Ende der Zinskurve. Dies dient typischerweise als „Versicherung“ für den Fall, dass eine Konjunkturabschwächung deutlicher ausfallen sollte als vom Markt erwartet.

Bei Aktien bevorzugen wir angesichts des unsicheren makroökonomischen Umfelds Anlagen, die stärker von strukturellen als von zyklischen Faktoren profitieren: Zum Beispiel Infrastruktur, Lösungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen, sowie technologische Innovationen wie KI. Dabei bleiben wir selektiv und setzen auf ein hohes Qualitätsniveau, vor allem bei Unternehmen mit hoher Preisgestaltungsmacht, soliden Bilanzen und Cashflows. Aus unserer Sicht ist immer noch nicht der Zeitpunkt gekommen, um breit in den Aktienmarkt einzusteigen. Unternehmen müssen sich weiterhin mit hohen Zinsen (und positiven Realzinsen), einer schwachen Nachfrage und der ständigen Herausforderung zur Innovation auseinandersetzen. So wird es weiter Gewinner und Verlierer geben.

In manchen Sektoren oder Ländern gibt es gleichwohl besonders interessante Möglichkeiten. In Japan etwa bringen strukturelle Faktoren eine große Dynamik. Unternehmen verbessern nicht nur ihre Kostenstruktur, was sich positiv auf ihre Gewinne auswirkt, sondern erhöhen auch ihre Aktienrückkäufe und Dividendenzahlungen. Und tatsächlich hat Japan in der letzten Gewinnsaison das stärkste Gewinnwachstum unter den großen regionalen Märkten verzeichnet. Wir sehen zudem eine sehr günstige Gelegenheit, in den Infrastrukturbereich zu investieren, da die Furcht vor dauerhaft steigenden Zinsen die Aktien im Versorgungs- und Immobilienbereich auf mehrjährige Tiefstände gebracht hat. Bei einer Reihe dieser Unternehmen wurde in der Panik um die so genannten Bond Proxies aber das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Viele verfügen über solide Bilanzen mit festverzinslichen Schulden, langfristigen Laufzeiten und einer ausreichenden Marktmacht, um Preise durchzusetzen, und zahlen darüber hinaus attraktive Dividenden.“

www.fixed-income.org
Foto: Fabiana Fedeli © M&G Investments


 

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