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Nationalbank als Geisel der europäischen Geldpolitik

Finanzmarktkolumne von Alessandro Bee, Ökonom, Bank J. Safra Sarasin AG

Diesen Donnerstag lädt das Direktorium der Schweizerischen Nationalbank (SNB) wieder zur vierteljährlichen Lagebeurteilung. Sie wird diese Sitzung entspannter in Angriff nehmen als noch im Juni oder im März dieses Jahres. Die von vielen Ökonomen prognostizierte Rezession ist im zweiten Quartal ausgeblieben, die Vorlaufindikatoren für die Schweizer Wirtschaft haben sich jüngst markant verbessert und der Franken hat am letzten Freitag erstmals seit der Aufhebung der Untergrenze wieder die 1,10 Marke zum Euro übersprungen. Es würde daher sehr erstaunen, wenn vor diesem Hintergrund die SNB diesen Donnerstag neue Massnahmen treffen oder in Aussicht stellen würde. Die Nationalbank wird den Leitzins aller Wahrscheinlichkeit nach weiterhin bei -0,75% belassen.

Trotz der leichten Entspannung am Währungsmarkt bleibt der Kampf gegen die Überbewertung des Schweizer Frankens von überragender Bedeutung für die Schweizer Geldpolitik. Der Wert des Frankens wiederum wird dadurch bestimmt, wie sich die Geldpolitik der SNB relativ zur Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) entwickelt. Das bedeutet nichts anderes, als dass auch in den nächsten Quartalen die SNB eine Geisel der europäischen Geldpolitik bleibt. Die Massnahmen der EZB werden in entscheidendem Masse darüber bestimmen, wie sich der Franken entwickelt und damit auch wie die SNB ihre Geldpolitik gestalten kann.

Ziel der Nationalbank ist es, einen Abstand zu den EZB-Zinsen zu wahren, um damit die Attraktivität des Frankens zu mindern. Erst wenn sich der Schweizer Franken deutlich abschwächt, dürfte die SNB gewillt sein, ihren Leitzins wieder zurück in den positiven Bereich zu bringen. Das wird aber nicht so schnell der Fall sein. Wir erwarten, dass die EZB ihre Geldpolitik nur allmählich normalisieren wird. Ende 2016 wird sie ihr jetziges Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen (QE-Programm) auslaufen lassen, 2017 die Zinsen der Einlagefazilität von -0,2% auf 0% anheben und frühestens zu Beginn des Jahres 2018 erfolgen die ersten Anhebungen der Leitzinsen.

Damit ist auch die Geldpolitik der SNB in den nächsten Jahren zu grossen Teilen vorgezeichnet. Eine erste Zinsanhebung von -0,75% auf -0,5% wird erst erfolgen, wenn die EZB ihr QE-Programm beendet und sich der Franken bis dahin weiter abgeschwächt hat. Diese Bedingungen sollten am Ende des nächsten Jahres erfüllt sein. Im Jahr 2017 erwarten wir, dass die SNB zwar die Zinsen graduell erhöht, diese aber immer noch im negativen Bereich behält, um die Zinsdifferenz zur EZB aufrecht zu erhalten. Erst im Verlaufe des Jahres 2018 dürfte die SNB ihre Negativzinspolitik endgültig beenden. Trotz verbesserter Ausgangslage werden die Wirtschaft und die Investoren in der Schweiz noch für eine längere Zeit mit negativen Zinsen leben müssen.


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